Bei den neuen Fällen geht es um zwei Beamte der Polizeizone Zennevallei: Halle/Beersel/Sint-Pieters-Leeuw in Flämisch-Brabant südwestlich von Brüssel. In der Probe eines weiteren Beamten war die brasilianische Variante bereits zuvor gefunden worden.
Diese Polizeizone ist von einem sehr schweren Corona-Ausbruch betroffen, insgesamt wurden 30 Personen bereits positiv getestet. Bei einer von ihnen wurde auch die britische Virus-Mutation nachgewiesen. Für weitere Proben stehen Ergebnisse noch aus. Wegen der Größe des Infektionsherds befinden sich 220 dort tätige Personen und ihre Familien seit Tagen in Quarantäne. Es soll sich nach Schätzungen um insgesamt rund 600 Personen handeln.
Zwischen manchen der inzwischen bekannten Fälle mit der brasilianischen Variante bestehen Verbindungen. Hier besteht also die Möglichkeit, dass sich diese Menschen beieinander angesteckt haben.
Bei anderen Fällen ist der Weg des Virus hingegen noch unbekannt. Das könnte laut dem Biostatistiker Geert Molenberghs und dem Virolgen Piet Maes darauf hindeuten, dass die brasilianische Variante bereits unerkannt im Land zirkuliert. Das war in der Vergangenheit auch bereits der Fall bei der britischen und der südafrikanischen Mutation des Virus.
Alle diese Varianten sind ansteckender als die bisher vorherrschende Form des Virus. Bei den brasilianischen und südafrikanischen Mutationen wird außerdem davon ausgegangen, dass die verfügbaren Impfstoffe schlechter gegen sie wirken.
Boris Schmidt