Milch ohne Kuh – Genter Labor arbeitet daran

Die Milch kommt nicht aus dem Supermarkt, sondern von der Kuh. Einigen Stadtkindern muss man das wohl inzwischen beibringen. Dabei könnte die Wahrheit in Zukunft tatsächlich eine andere sein. In Gent arbeitet ein Labor daran, Kuh-Milch künstlich herzustellen.

Milch (Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / edu1971)

Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / edu1971

Es klingt so ein bisschen wie der Stein der Weisen, der ja aus einfachen Metallen Gold machen soll. Es ist ja auch schon gelungen, Fleisch in der Petrischale wachsen zu lassen. Und jetzt kommt die nächste Stufe: Wenn es nach den Forschern geht, dann soll Milch direkt aus Gras entstehen – so wie eine Kuh das schafft, nur eben ohne Kuh.

Funktionieren soll das mit Hefe und Schimmelpilzen. Die könnte man genetisch so verändern, dass sie das machen, was im Körper der Kuh passiert, dass sie die Eiweiße erzeugen, die man sonst in der Kuhmilch findet. Die Forscher sind auch schon recht weit und können gewisse Milcheiweiße regelrecht brauen. Jetzt geht es außerdem noch darum, Gras soweit in seine Bestandteile zu zerlegen, quasi zu „verdauen“, dass diese Bestandteile als Nährstoffe für Hefe und Schimmelpilze herhalten können.

Zwar gibt es schon eine Reihe von Ersatz-Produkten für Milch, aus Soja, Reis, Mandeln und so weiter, aber aus dieser „Milch“ kann man zum Beispiel keinen Käse machen. Dazu braucht es Eiweiße, die man nur in der tierischen Milch von etwa einer Kuh findet. Genau die gilt es jetzt künstlich herzustellen. Und dann soll der Käse auch nach echtem Käse schmecken und nicht so, wie die Ersatzprodukte.

Für Veganer wäre künstliche Kuhmilch ein Traum – so sieht es jedenfalls das Unternehmen, das diese Forschung finanziert: der niederländische Konzern Jaap Korteweg, der schon einige vegane Produkte am Markt hat und damit Millionenumsätze macht. Wie viel er in die Entwicklung von künstlicher Milch steckt, ist aber nicht öffentlich bekannt. Wenn es klappt, wäre es aber sicher ein Riesengeschäft.

Jaap Korteweg verbindet aber noch mehr als nur Geldverdienen mit seinem Projekt. Er sieht darin auch einen Beitrag zum Umweltschutz. Viehzucht und Milchwirtschaft brauche viele natürliche Ressourcen, sagt die Firma, das könne man künstlich viel effizienter machen und so mehr Milch aus dem Gras rausholen.

Ob das aber dann wirklich noch Milch ist, wenn sie aus dem Labor kommt, ist auch noch strittig. Laut EU darf man zwar weiter von einem (Veggie-)Burger sprechen, wenn kein Fleisch drin ist. Beim Begriff Milch sieht das allerdings anders aus. So darf Soja-Milch nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs nicht unter dem Schlagwort „Milch“ vermarktet werden. Wie das mit Milch ist, die vielleicht chemisch Kuh-Milch ist, aber eben nicht von der Kuh kommt, müsste noch geklärt werden.

demorgen/okr

6 Kommentare
  1. Jean-Pierre DRESCHER

    Der Fortschritt wäre absolut wünschenswert.

    Ziel muss es sein, dass man sich gesund ernähren kann, ohne dass ein einziges Tier dafür totgeschlagen werden muss.

    Wenn man jetzt noch Alternativen zur Schlachtung für ausrangierte Milchkühe oder wirtschaftlich nicht verwendbare männliche Kälber und Küken finden würde, bräuchten Landwirte, die „echte“ Milch produzieren, nie wieder ein Tier schlachten zu lassen weil es zu alt ist oder geschlechtsbedingt weder Milch noch Eier produzieren kann.

  2. Claudia Gottschling

    Für mich als Veganerin wäre diese Milch kein Traum. Seit über 10 Jahren verwende ich nur noch Hafermilch oder ganz selten Soja. Aber die Erfindung ist super für Leute, die diesen „Kuhgeschmack“ mögen und dann bereit sind, umzusteigen, weil sie empathisch sind mit Kälbern und ihren Müttern, die Umwelt lieben und Menschen in anderen Regionen vor Hunger schützen möchten.

  3. Rauert Heinrich

    Glaub ihr allen Ernst das die Plöre was gutes beinhaltet, dann Träumt man weiter.
    Und wenn noch einer glaubt, da kommt die gesunde Milch ??
    Was passiert übrigens mit der Herstellung vom Vegane Ernährung ???

  4. Marcel Scholzen eimerscheid

    Milch von der Kuh ist immer noch das beste, ist ein Naturprodukt. Eigentlich ist es Unsinn etwas im Labor zu erzeugen, was es längst gibt. Diese Ersatzprodukte erreichen nie die Qualität des Originals.

    Zu einer ausgewogenen Ernährung gehören auch Tierprodukte wie Milch,Käse,Eier. Und ab und zu ein Stück Fleisch schmeckt auch. Alles in Maßen und nichts übertreiben.

  5. Edgar Michaelis

    … und danach kommt „Soylent green“, oder was ?…
    Wenn eine solche Alternative zur natürlichen Milch auf dem Markt kommt, dann können alle Bauern und Konsumenten sich freuen ! Dankt den Unis für diesen selten dämlischen Quatsch! Die leisten nur Beihilfe zur nächsten wirtschaftlichen Abzocke und weiteren politischen Kontrolle… und missbrauchen dafür unsere Steuergelder! So viel zur Würde des Menschen an unseren Universitäten! Aber, der Mensch verdient es nicht besser wenn er sich selbst ausrottet ! Wir haben ja noch nicht genut Kriesen zu meistern… Die gröste ist wohl der Mensch selbt ! Aber wie heisst es in der Politik : „Wir schaffen das schon! „

  6. Marina Kurz

    Ich finde es richtig schrecklich. Es hat schon immer Nutztiere für die Menschliche Ernährung gegeben (Milch, Eier, Fleisch…. Es gehört zur ausgewogenen Ernährung dazu. Wünsche den Fabriken viel Spaß bei der (Futterernte) Ihr meint wirklich das das noch was mit Natur zu tun hat. Dort entstehen genau so Gase wie Methan… Wenn es keine Kühe mehr gibt und das Gras auf den Wiesen verrottet entstehen genau so Methangasse ( Gärgasse). Nutztiere veredeln das was wir von der Natur geschenkt bekommen ( Wiesen, Äcker)
    Bevor man immer der Landwirtschaft die Schuld gibt sollen sich alle anderen an der Nase nehmen die jedes Jahr mit dem Flugzeug irgendwo in den Urlaub fliegen. (Dort entstehen ja keine CO2 Gase ist ja ganz Umweltfreundlich!!!!….) Alle Veganer, Vegetarier, und so genannte Umweltschüzter denkt mal darüber nach. KÜHE UND TIERE hat es schon vor euch gegeben und für uns Menschen Lebensmittel produziert.