Kein Prozess nach Tod von Adil: Unruhen in Anderlecht

In der Brüsseler Gemeinde Anderlecht haben am Freitag wütende Menschen gegen die Entscheidung der Brüsseler Staatsanwaltschaft protestiert, im Fall Adil keinen juristischen Prozess zu eröffnen.

Festnahmen bei Unruhen in Anderlecht (Bild: Nicolas Maeterlinck/Belga)

Festnahmen bei Unruhen in Anderlecht (Bild: Nicolas Maeterlinck/Belga)

Wie die VRT berichtet, zogen rund 100 Demonstranten vor das Gemeindehaus von Anderlecht. Die Demonstranten forderten Gerechtigkeit im Fall Adil. Die Stimmung war laut VRT aggressiv. Die Polizei war mit Wasserwerfern vor Ort. Mehrere Dutzend Menschen seien festgenommen worden.

Der 19-jährige Adil war im April auf der Flucht vor einer polizeilichen Coronakontrolle mit seinem Scooter tödlich verunglückt. Am Donnerstag hatte die Staatsanwaltschaft entschieden, die beteiligten Polizisten nicht vor Gericht zu bringen.

Schon am Donnerstagabend hatte es erste Ausschreitungen gegeben. Rund 40 Personen hatten das Rathaus von Anderlecht gegen 20:30 Uhr mit Steinen und Molotowcocktails beworfen. Zwei Autos und ein Roller wurden angezündet. Die Polizei hatte sich bereits auf Unruhen eingestellt und war mit mehreren Einheiten vor Ort. Auch ein Hubschrauber und Wasserwerfer waren im Einsatz.

Es wurden mehrere Protokolle ausgestellt. Festnahmen gab es am Donnerstag keine. Mit Beginn der Ausgangssperre um 22:00 Uhr war Ruhe eingekehrt.

belga/vrt/dop