Neues Trappistenbier aus Rochefort

Die Trappistenbrauerei Rochefort bringt ein neues Bier heraus. Es ist erst das vierte im Sortiment der Klosterbrauerei, die seit dem 16. Jahrhundert besteht. Außerdem ist es das erste neue Bier seit 65 Jahren.

Trappisten von Rochefort fürchten um ihr Bier

Archivbild: Belga

Das neue Bier ist ein blondes Trappistenbier mit einem Alkoholanteil von 8,1 Prozent. Es ist das erste helle Bier aus Rochefort. Die anderen Trappistenbiere sind dunkel oder bernsteinfarben. Triple Extra, wie der Neuzugang heißt, kommt an diesem Wochenende in den Handel – zunächst aber in begrenzter Menge.

In der Pressemitteilung der Brauerei heißt es, man habe schon lange überlegt, ein neues blondes Bier zu produzieren. Und jetzt sei der richtige Zeitpunkt gekommen. Tatsächlich haben die Mönche der Abtei Notre-Dame de Saint-Remy in Rochefort vor genau 100 Jahren, das heißt 1920, schon einmal ein blondes Starkbier gebraut. Es war ein sehr hopfenreiches Bier, was damals sehr modisch war. Wahrscheinlich aber zu modisch, denn schon drei Jahre später wurde die Produktion wieder eingestellt.

Diese Geschichte kann man aber natürlich trotzdem vermarkten, und das tut die Brauerei: Auf dem neuen Bier klebt ein Etikett mit der Aufschrift „1920-2020“. Da denkt man, das Bier ist hundert Jahre alt, tatsächlich kommt es jetzt neu auf den Markt.

Die Rezeptur wurde allerdings „der modernen Zeit angepasst“, wie es heißt. Aber man habe sich „von dem Rezept von vor einem Jahrhundert inspirieren lassen“. In jedem Fall ist es, wie schon seine älteren Geschwister Rochfort 6, 8 und 10, ein obergäriges Bier. Das heißt, es hat einen Hefesatz in der Flasche und gärt in der Flasche weiter. Dadurch verändert sich der Geschmack, je länger es liegt, und das Bier wird tatsächlich mit den Jahren immer besser.

Die Trappistenabtei Rochefort (Bild: Virginie Lefour/Belga)

Die Abtei von Rochefort (Bild: Virginie Lefour/Belga)

Die Mönche in der Abtei von Rochefort brauen das Bier tatsächlich selbst, sonst dürfte es die Bezeichnung „Trappiste“ auch gar nicht tragen. Voraussetzung ist, dass das Bier hinter Klostermauern gebraut wird. In dem Fall ist das die Abtei Notre-Dame de Saint-Rémy in den Ardennen.

Dort wird seit 1595 Bier gebraut. Von den Einnahmen aus dem Verkauf leben die Mönche. Man muss aber sagen, dass nicht jedes Bier zu jeder Zeit und in Unmengen produziert wird. Das Rochefort 6 z.B. wird nur einmal pro Jahr gebraut. Zugpferd der Brauerei ist das Rochefort 10. Es macht die Hälfte der 56.000 Hektoliter aus, die pro Jahr produziert werden.

Ein Trappistenbier ist eigentlich schon eine Bezeichnung für ausgezeichnetes Bier. Weltweit gibt es nur zwölf Trappistenbrauereien, sechs davon liegen in Belgien. Auch die Biere von Rochefort wurden mehrfach prämiert. Ob das neue Triple Extra da mithalten kann, muss sich noch herausstellen.

Die Flaschen werden übrigens mit einem lila Kronkorken versehen – lila, eine liturgische Farbe und auch die Farbe der Freundschaft, schreiben die Mönche im Pressetext.

belga/rtbf/vrt/jp/km