Mord an Ilse Uyttersprot sorgt für Bestürzung in Aalst

In Aalst und darüber hinaus sorgt der Mord an der bekannten Politikerin und amtierenden Schöffin Ilse Uyttersprot für allgemeine Bestürzung. Am Dienstagmorgen war die Leiche der 53-Jährigen in der Wohnung ihres Lebensgefährten entdeckt worden. Der Mann hatte sich selbst der Polizei gestellt und angegeben, dass er sie getötet habe.

Ilse Uyttersprot (Archivbild: David Stockman/Belga)

Ilse Uyttersprot (Archivbild: David Stockman/Belga)

Ein politisches Motiv werde ausgeschlossen, hieß es. Gegen den Verdächtigen wurde am Dienstagnachmittag Haftbefehl erlassen.

Der Mann war offenbar schon aktenkundig wegen häuslicher Gewalt. Man gehe von einer Beziehungstat aus, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Ostflandern. Das genaue Motiv müsse noch ermittelt werden.

Politischer Werdegang

Ilse Uyttersprot war in Aalst nicht irgendwer. Erst hatte sie sich als engagierte Anwältin einen Namen gemacht. Parallel dazu begann sie eine Karriere in der Politik. Sie trat damit in die Fußstapfen ihres Vaters, der lange Jahre Bürgermeister von Aalst gewesen war. Sie selbst übernahm dieses Amt Anfang des Jahres 2007 für eine Legislaturperiode.

Danach wurde sie Schöffin unter ihrem Nachfolger, dem N-VA-Politiker Christoph D’Haese. Zuletzt waren ihr aber aufgrund eines koalitionsinternen Streits alle Befugnisse entzogen worden. Flandernweit bekannt wurde sie eher unfreiwillig durch ein heimlich aufgenommenes Video, das sie in einer doch pikanten Situation zeigte.

Politikerkollegen und auch viele Bürger reagierten mit Bestürzung auf die Bluttat. Ihr Parteikollege bei der CD&V, der flämische Minister Wouter Beke, sprach von dramatischen Neuigkeiten besonders für ihre Familie und ihre Kinder. Es sei unglaublich, dass so etwas geschehen könne, sagte Beke der VRT.

Uyttersprot sei immer sehr direkt gewesen und habe sich dadurch nicht nur Freunde gemacht. Aber bei ihr habe man immer gewusst, woran man ist, sagt der frühere Parteipräsident Wouter Beke. Auch der aktuelle CD&V-Präsident Joachim Coens und weitere Politiker reagierten entsetzt.

Die Stadt Aalst hat auf ihrer Internetseite ein Kondolenzbuch bereitgestellt.

rop/est/km

Ein Kommentar
  1. Norbert Schleck

    „Flandernweit bekannt wurde sie eher unfreiwillig durch ein heimlich aufgenommenes Video, das sie in einer doch pikanten Situation zeigte.“

    War dieser Satz im Zusammenhang mit ihrer Ermordung wirklich nötig?
    Ein wenig Takt hätte man schon erwarten können.