USA wollen europäisches Militärhauptquartier von Stuttgart nach Mons verlegen

Das Hauptquartier der amerikanischen Streitkräfte in Europa soll aus dem deutschen Stuttgart nach Mons umziehen. Das teilte der zuständige europäische Oberbefehlshaber der US-Armee mit. Bei Mons befindet sich bereits das militärische Nato-Hauptquartier SHAPE.

US-Soldaten (Illustrationsbild: Igor Kovalenko/EPA)

Illustrationsbild: Igor Kovalenko/EPA

Dieser Umzug würde dem US-Oberkommandierenden für Europa, der gleichzeitig auch Oberbefehlshaber der Nato ist, auch das Reisen zwischen den beiden bisherigen Hauptquartieren ersparen. Auch das Kommando der amerikanischen Spezialeinheiten könnte somit von Stuttgart ins Hennegau verlegt werden.

Der geplante Umzug ist Teil der von Präsident Donald Trump angekündigten großangelegten Reduzierung amerikanischer Truppen in Deutschland. Die fällt nach den am Mittwoch angekündigten Plänen wohl noch umfangreicher aus, als ursprünglich gedacht. Etwa ein Drittel der momentan noch in der Bundesrepublik stationierten 36.000 Soldaten soll demnach teils in die Vereinigten Staaten zurückkehren, teils auf andere Nato-Länder verteilt werden. Für Belgien könnte das eine Neustationierung von knapp tausend US-Soldaten bedeuten.

Und während der Chef des Pentagons erklärte, dass die Truppenverlegung strategischer Natur sei und vor allem der Abschreckung möglicher russischer Ambitionen in Osteuropa diene, twitterte Präsident Trump kurz darauf, dass er die Soldaten abziehe, weil Deutschland sich weigere, mehr zu bezahlen. Hintergrund ist der immer wieder von Trump geäußerte Vorwurf, die europäischen Alliierten würden zu geringe Beiträge zum Militärbündnis leisten. Wie endgültig die Umzugspläne tatsächlich sind, ist denn auch unklar. Er könne sie ja noch einmal überdenken, wenn die Deutschen ihre Rechnungen zahlten, gab Trump zu verstehen.

Boris Schmidt

4 Kommentare
  1. Jürgen Margraff

    Um den Umzug zu realisieren braucht’s $$$$, viele $$$$, die müssen erstmal vom Kongress bewilligt werden, gleich welchen Befehl #45 auch gibt, ich glaub‘ kaum das die aktuelle Mehrheit im Repräsentanthaus die Gelder vor der Präsidentenwahl bewilligen wird, und danach werden die Pläne wohl ad Acta gelegt werden müssen… Genauso wie der neue US Botschafter in Berlin, seine Koffer erst garnicht auszupacken braucht, wenn sein Chef im November den Bach runter geht.

  2. Marcel Scholzen eimerscheid

    Europa wird für die amerikanischen Strategen immer mehr zum Randgebiet, zum Nebenschauplatz. Asien, genauer die VR China, liegen im Zentrum der amerikanischen Überlegungen. China ist der Hauptrivale der Amerikaner. Ungefähr wie Japan vor 1945.

    Und langfristig werden die europäischen Staaten mehr Geld ausgeben müssen fürs Militär, um eine glaubwürdige Verteidigungspolitik zu betreiben. Auch Belgien. Dann wird Schluss sein mit der ständigen Verkleinerung der Armee, die momentan nicht mehr ist als eine bessere Polizeitruppe.

  3. Maria Mayering

    Also ich bin ja begeisterte Verschwörungstheroretikerin!
    Könnte die Verlegung nicht auch bedeuten, dass die USA strategisch lieber nicht mittendrin sein wollen? Massiv wird ja auf einen Krieg hingearbeitet! Stuttgart/Deutschland als ideales Schlachtfeld zw. Russland und USA?

  4. Maria van Straelen

    Jeder Euro fürs Militär ist ein unnützer und sinnloser. Der Kalte Krieg ist schon lange vorbei und wenn wir uns normal verhalten, wird uns so schnell niemand überfallen, wir sind ja inzwischen beste Handelspartner in Ost und West. Leider muss die Waffenindustrie am Leben erhalten werden, daher schafft man künstlich ein „Bedürfnis“.
    Die USA können nicht ohne Kriege, haben sich immer wieder was Neues zum Bombardieren gesucht, seit sie Lunte gerochen haben im 2. Weltkrieg. Erstens müssen die Lagerhallen regelmäßig geleert werden, denn man produziert ja seit 100 Jahren AM LAUFENDEN BAND dazu. Da müssen dann sogar die Bürger mit rangezogen werden, mit der sogenannten Waffenbesitzfreiheit.
    Trump, der ausser GELD für die Waffenindustrie weiter gar keine Strategie hat, hat D schon immer beschimpft, weil man nicht mehr Geld ausgibt. Da er davon ausgeht, dass die NATO ihm gehört, meint er, wenn D mehr zahle, flöss das in seine Kassen.