Gemeinsame Gewerkschaftsfront der Gefängnisse will ab 2. Juni streiken

In den Gefängnissen soll ab dem 2. Juni gestreikt werden. Das hat die gemeinsame Gewerkschaftsfront der Einrichtungen angekündigt. Als Begründung geben die Arbeitnehmervertreter an, dass das Risiko einer Coronavirus-Infektion für das Gefängnispersonal zu groß sei, wenn die Insassen nach den bisher geplanten Regeln wieder Besucher empfangen dürften.

Gefängniswärter im Gefängnis von Antwerpen (Illustrationsbild: Eric Lalmand/Belga)

Gefängniswärter im Gefängnis von Antwerpen (Illustrationsbild: Eric Lalmand/Belga)

Ab dem 25. Mai sollen Gefängnisinsassen wieder Besuch empfangen dürfen. Die Gewerkschaften CGSP, CSC und SLFP sehen das aber als problematisch an. Und zwar, was die Art und Weise angeht, wie diese Besuche organisiert werden sollen. Weil die Sicherheitsmaßregeln gegen eine Ansteckung des Personals mit dem Coronavirus unzureichend seien, solle in allen Gefängnissen des Landes gestreikt werden. Die Bedenken beträfen im Übrigen auch die Gesundheit der Insassen und der Besucher.

Es sei nicht akzeptabel, so die sozialistische Gewerkschaft CGSP, dass Besucher lediglich mündlich versichern müssten, in den letzten zwei Wochen nicht krank gewesen zu sein. Und es sei keine Temperaturmessung bei ihnen vorgesehen.

Für Kritik sorgt auch die Regelung, dass die Besucher selbst eine Mundschutzmaske mitbringen müssten. Das Personal hingegen müsse Masken tragen, die aus einem zertifizierten Material in den Gefängnissen hergestellt würden.

Man habe die Behörden bereits am 19. Mai aufgefordert, hier nachzubessern und die Schutzmaßnahmen denen anzupassen, die zum Beispiel bei Besuchen in Altenheimen gelten. Das sei aber nicht geschehen.

Die Gewerkschaften betonten, dass es kein Streik gegen die Wiederaufnahme der Besuche sei, sondern dagegen, dass das Personal und ihre Angehörigen ernsten und vermeidbaren Risiken ausgesetzt würden.

Boris Schmidt

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