„Robin Food“: Literweise Suppe aus überschüssigem Gemüse

Es ist Erntezeit für Salat, Spinat und Spargel, und bald auch für Rhabarber und Erdbeeren. Vieles von dem leckeren Obst und Gemüse schafft es aber gar nicht erst auf unsere Teller, weil es wegen der Corona-Krise einfach zu viel davon gibt. Aus überschüssigem Gemüse macht das Brüsseler Projekt "Robin Food" jetzt frische Suppe für sozial schwache Familien.

Suppe (Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / Cseh Ioan)

Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / Cseh Ioan

In Erinnerung an den mittelalterlichen Helden Robin Hood haben fünf soziale Organisationen aus Brüssel und Flämisch-Brabant die Marke „Robin Food“ ins Leben gerufen, um Gemüse in Suppe zu verwandeln. Eine Sprecherin erklärt, dass immer mehr Menschen unter dem wirtschaftlichen Schock litten, den die Corona-Krise verursacht haben. Viele Menschen hätten Schwierigkeiten, sich und ihre Familien zu ernähren. Aus dieser Sorge heraus sei dann die Idee entstanden, Suppe herzustellen.

Das Gemüse kommt zum einen aus Auktionshallen, wo sich normalerweise Händler, Supermärkte und Gastronomen mit frischer Ware versorgen. Weil die Restaurants geschlossen sind, bleibt in diesen Tagen aber viel liegen. Zum anderen kommt das Gemüse auch von regionalen Lieferanten, die ihre Ware krisenbedingt auch nicht an den Mann und die Frau gebracht bekommen.

Die überschüssige Ware wird in Brüssel also nicht weggeworfen, sondern gespendet. Bereits 10.000 Liter Suppe hat das Robin-Food-Projekt daraus gekocht, abgefüllt in Ein-Liter-Glasflaschen mit schickem Etikett. Die Suppe wird dann zum Beispiel über die Lebensmittelbanken des Roten Kreuzes an Bedürftige verteilt.

Auch wenn das Obst und Gemüse gespendet werden, so entstehen doch Kosten für das Verarbeiten und die Zubereitung. Dafür hat „Robin Food“ eine Art Crowdfunding-Kampagne gestartet.Man kann Geld spenden oder symbolisch eine Flasche Suppe kaufen für 2,65 Euro – laut den Initiatoren genau der Preis, den ein Liter Suppe kostet. Die teilnehmenden Organisationen behalten sich keine Marge ein.

Kurzfristig will „Robin Food“ die Menge Suppe auf 20.000 Liter verdoppeln. Damit könnten 5.000 vierköpfige Familien während vier Wochen versorgt werden, heißt es – mit dem Zusatz: in der Hoffnung, dass die Corona-Krise nicht ewig dauert.

Außerdem wollen die sozialen Organisationen unter dem Label „Robin Food“ in den kommenden Monaten – also nach Corona – andere Produkte vermarkten, die aus Lebensmittelüberschüssen hergestellt sind, zum Beispiel Fruchtsaft und einen Gemüseaufstrich für Sandwiches.

knack/vrt/jp/mg

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