Coronavirus: Warnung vor falschem Verhalten und vor Gefahren im Netz

Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Belgien geht weiter. Und das vielleicht auch, weil sich manche Menschen immer noch falsch verhalten. Neben der eigentlichen gesundheitlichen Gefahr gibt es aber auch noch andere Bedrohungen, derer man sich gerade in der jetzigen Krisensituation bewusst sein sollte.

Viel los im Brüsseler Park "Ter Kamerenbos" (Bild: Paul-Henri Verlooy/Belga)

Polizeikontrolle in Brüsseler Park (Bild: Paul-Henri Verlooy/Belga)

Der leichte Optimismus, der sich bei manchem vielleicht nach der Pressekonferenz des föderalen Krisenzentrums am Dienstag breitgemacht hat, ist verflogen. Die Statistiken von Mittwoch haben uns auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und zeigen es erbarmungslos: Wir haben den Höhepunkt der Coronavirus-Pandemie in Belgien offensichtlich noch nicht erreicht. Das bestätigt auch der Virologe Emmanuel André.

Es sind einmal mehr traurige und auch schockierende Zahlen, die die Gesundheitsexperten und Sprecher des Krisenzentrums vermelden müssen: 56 neue gemeldete Todesfälle in den letzten 24 Stunden. Über 400 Infizierte mussten wegen Covid-19 zur Behandlung ins Krankenhaus eingeliefert werden, bei fast 700 Menschen wurde das Virus neu festgestellt. Damit haben sich in Belgien jetzt rund 5.000 Menschen nachgewiesenermaßen und offiziell mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt.

Keine Wahl

Erschreckende Zahlen also. Und das wissen natürlich auch die Experten, die die Bevölkerung eindringlich auf den Ernst der Lage hinweisen und auf weitere schwierige Tage vorbereiten, wie Sprecher Benoît Ramacker deutlich macht: „Wir müssen durchhalten – und das noch für mehrere Tage!“

„Wir haben keine Wahl und wir müssen jetzt handeln“, so Ramacker weiter. Sein Kollege Yves Stevens bringt es auf den Punkt: Jeder von uns kann, ja jeder von uns muss seinen Beitrag leisten, um die Folgen der Coronavirus-Krise einzudämmen. Wenn wir die Maßregeln streng einhalten, können wir dazu beitragen, dass die Lage in den Krankenhäusern beherrschbar bleibt.

Masken unnötig

Die Lage ist also mehr als ernst und eigentlich sollte jeder von uns wissen, wie man sich und andere in dieser Krisensituation schützen kann. Eigentlich. Denn manche Menschen verhalten sich falsch, ohne dass ihnen das bewusst ist. Deswegen weisen die Gesundheitsexperten eindringlich darauf hin, dass das Tragen von Mundschutzmasken auf der Straße nicht nur unnötig ist. Es ist sogar gefährlich! Wie Emmanuel André erklärt, kann das Tragen von Schutzmasken nämlich ein falsches Gefühl der Sicherheit erzeugen.

Die Menschen, die sich durch ihre Maske geschützt wähnen, achten oft weniger auf die Sauberkeit ihrer Hände. Und wenn sie die Masken dann an- und ausziehen und sich dabei im Gesicht berühren, können sie sich selber kontaminieren.

Sein Kollege Steven Van Gucht sagt es noch einmal ganz deutlich: „Es ist sinnlos, beim Spazieren auf der Straße eine Maske zu tragen. Man kann sich nicht beim Einatmen von Luft einfach so mit dem Virus infizieren, das ist unmöglich!“

Viel wichtiger sei, dass wir den Sicherheitsabstand einhalten und besonders auf die Hygiene unserer Hände achten, so der eindringliche Appell von Van Gucht.

Internetbetrug

Neben der offensichtlichen Gefahr für Leib und Leben lauern aber auch Gefahren quasi bei jedem zuhause, nämlich im Internet. Skrupellose Geschäftemacher, Betrüger und andere dunkle Gestalten nutzen die Situation, dass so viele Menschen zum Arbeiten oder um mit Freunden und Familie in Kontakt zu bleiben, ständig im Internet unterwegs sind.

Sprecher Yves Stevens zählt einige der Maschen auf, vor denen auch das belgische Zentrum für Cybersicherheit (ZCB) schon eindringlich warnt: Angebote von Schutzmasken oder Desinfektionsgel, Links auf gefälschte Nachrichtenwebseiten und sogar falsche Spendensammlungen für angebliche Coronavirus-Opfer.

Deswegen warnt auch Benoît Ramacker eindringlich: „Seien Sie also sehr vorsichtig, wenn sie dieser Tage im Netz unterwegs sind – Menschen, die nichts Gutes im Schilde führen, nutzen die Situation aus.“

Die Ratschläge des belgischen Zentrums für Cybersicherheit Belgien (ZCB) für ein sicheres Surfen im Internet auch in Coronavirus-Zeiten finden Sie unter safeonweb.be.

Boris Schmidt

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