Schmutziger Schnee

In vielen Landesteilen hat es am Mittwochvormittag geschneit. Gerade im Inland ist das selbst im Winter ein ungewohntes Bild. Es ist in jedem Fall der erste Schnee in Belgien in diesem Winter. Na ja, der eine oder andere Schneehase wird jetzt enttäuscht sein: Was man da sieht, ist streng genommen nämlich kein richtiger Schnee. Schlimmer: Es ist sogar "schmutziger Schnee".

Schnee Granulat (Bild: Julien Claessen/BRF)

Bild: Julien Claessen/BRF

Es schneit. In vielen Landesteilen rieselten am Mittwochvormittag feine Flocken vom Himmel. In den Provinzen Antwerpen, Limburg und Flämisch-Brabant sah die Landschaft aus, als habe jemand eine Prise feinen Puderzucker verstreut.

Die VRT hat auch gleich Winterbilder aus Flandern zusammengeschnitten und ins Internet gestellt. Denn so häufig kommt das nun auch wieder nicht vor.

Nur muss man das Wort „Schnee“ eigentlich in Anführungszeichen setzen. Aus meteorologischer Sicht ist das nämlich kein richtiger Schnee.

Wir haben im Moment eine besondere Wetterlage, sagte der VRT-Wetterfrosch Bram Verbruggen im flämischen Radio. Seit einigen Tagen liegt Belgien unter Hochdruckeinfluss. Heißt: Die Luft wird quasi zu Boden gedrückt. Und, weil es im Moment relativ windstill ist, steht die Luft sozusagen. Entsprechend steigt die Konzentration an Feinstaub. Die Luftqualität ist derzeit also richtig mies und man sollte körperliche Anstrengungen vermeiden, sagt Bram Verbruggen.

Diese besondere Wetterlage hat aber noch andere Folgen. Sichtbare nämlich. Und damit wären wir wieder beim Schnee. Der Feinstaub ist also in der Luft. Wenn diese Teilchen nun in Kontakt mit Nieselregen kommen, und es dabei auch noch friert, dann bilden sich Eiskristalle um diese Staubkörner. Und die rieseln dann zu Boden. Das sieht dann eben aus wie Schnee, ist aber, sagen wir, „schmutziger Schnee“, sagt Bram Verbruggen.

Das Phänomen wird noch verstärkt durch Industrieabgase. In Belgien liegt man da insbesondere unter dem Einfluss des deutschen Ruhrgebiets. Dort stehen viele Schlote, insbesondere auch Kühltürme. Der Rauch gelangt in die Atmosphäre und auch der kristallisiert dann. Das Resultat sind ganz feine Flocken, sagt auch VRT-Wetterfrosch Frank Deboosere. Industrieschnee nennt der Fachmann das. Wir sehen hier also ein Zusammenspiel aus atmosphärischen Phänomenen und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.

Und genau das ist auch der Grund, warum die Wetterdienste die Schneefälle von heute Vormittag nicht wirklich vorhersagen konnten. Es gab nämlich keine Wolken, die man hätte beobachten können; der Schnee hat sich quasi erst lokal gebildet. Kristallisierter Nebel, das wäre wohl der treffendere Begriff.

Aber, apropos: Der Nebel der letzten Tage erklärt sich übrigens auch durch die derzeitige windstille Wetterlage. Auch hier sind vor allem Feinstaubpartikel die Schuldigen. Die Teilchen sind in der Luft; und daran bleibt dann der Nieselregen haften. Das Resultat ist eine regelrechte Suppe, eine Atmosphäre wie in einer Waschküche. Das erklärt aber auch, warum wir weniger Nebel haben als früher. Die Luft ist schlicht und einfach sauberer geworden…

Wie dem auch sei: Das Ganze könnte noch ein bisschen so bleiben. Wind sagen die Meteorologen erst für nächste Woche voraus. Von Schnee war da bislang noch nicht die Rede.

Bis auf Weiteres müssen sich Schneehasen also weiter gedulden. Bestenfalls gibt es „falschen Schnee“.

Roger Pint

5 Kommentare
  1. Damien Francois

    Ja, ja, natürlich wegen des pöösen CO2… OMG, was wird alles noch als Folge vom pöösen Klimawandel herhalten müssen? Sie machen sich einfach nur lächerlich!

  2. Alexander Kerres

    Es geht um Feinstaub und Industrieabgase, Herr Doktor, nicht CO2.

  3. Kurt Helmer

    Sehr geehrter Herr Dr. François.
    Es kann schon sein, dass sich hier jemand lächerlich macht.
    Roger Pint ist es mit Sicherheit nicht.
    Ihre „Statements“ sind an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten.

  4. Jean-Pierre DRESCHER

    Zufall oder kein Zufall?

    Der Mann erwähnt einfach nicht dass der Dreck aus den unzähligen Kohleschloten aus den Hochöfen von Gent und anderswo im Föderalen Königreich stammt. Etwa 5 Prozent des belgischen Stroms werden aus Gichtgasen der flämischen Kokereien produziert, sind folgerichtig schmutzig.

    Da wird nämlich richtig viel Dreck in die Luft geschleudert aus Steinkohle, der sich dann noch mit dem ganzen Dreck aus den wallonischen Braunkohlebriketts vermischt Richtung DG und unseren Nachbarn aufmacht.

    Bekanntlich kommt der Wind in der Regel aus dem Westen. Bei manchem Flamen scheinen immer die anderen Schuld zu sein aber sich selber mal hinterfragen geht wohl zu sehr gegen das eigene Ego.

  5. Damien Francois

    Schön, daß ich mit meinem Titel angeredet werde. Cui bono?
    Wenn im heutigen „Der Klimawandel ist für alles verantwortlich“ Wahnsinn eine Meldung zu „schwarzem Schnee“ (ein Oxymoron, Herr Helmer, an Lächerlichkeit nicht zu überbieten) in einem pk Propaganda-Medium erscheint, dann gibt es eine Absicht. Auch wenn die Klimawahnsinnigen dies ausblenden, ihre Ideologie verpflichtend, bleibt es… lächerlich.
    Jeder kann promovieren, Herr Kerres, also, was hält Sie – und Zaungast, Helmer, Hezel und co. – davon ab? Nicht das Zeug dazu?