Kritik an Regierung wegen Haftbedingungen im Gefängnis Saint-Gilles

Die Insassen des Gefängnisses von Saint-Gilles sind seit einigen Wochen drastischen Haftbedingungen unterworfen. Grund sind der akute Personalmangel und die Überbelegung.

Gefängnis von Saint Gilles

Gefängnis von Saint Gilles (Bild: Nicolas Maeterlinck/Belga)

Wie die belgische Sektion der Internationalen Beobachtungsstelle für Gefängnisse erklärte, würden diese Maßnahmen eine Situation vergiften, die bereits jetzt aufgrund des Platzmangels unerträglich sei. Der Justizminister zeige einmal mehr, dass er nicht bereit sei, Justizurteile zu respektieren.

Im Januar hatte ein Gericht Erster Instanz in Brüssel dem belgischen Staat sechs Monate Zeit gegeben, die Überbelegung in dem Gefängnis von Saint-Gilles zu beenden. 860 Personen seien dort inhaftiert, gebaut wurde die Haftanstalt aber für 500 Häftlinge. Seit einigen Wochen seien Besuche von Familienangehörigen sowie der Hofgang, Telefonate und Duschen stark eingeschränkt.

Der Staat könne nicht einfach Menschen einsperren, ohne sich dafür zu interessieren, was anschließend mit ihnen geschehe.

Informatoren Reynders und Vande Lanotte bei König Philippe

belga/cd

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4 Kommentare
  1. charly sironval

    Wer im Knast sitzt,ist nicht ohne Grund dort.Kein Pardon Und keine Vorteile (Fernseher Presse und sonstiges auf Kosten der Ehrlichen Bürger)

  2. Ernst Mathieu

    Ein Strafgefangener hat seine Freiheit verloren, aber nicht seine Menschenrecht.

  3. Norbert Schleck

    „Wer im Knast sitzt,ist nicht ohne Grund dort.“
    Das hängt von der Art des Grundes und dem herrschenden Regime ab. Es gab Zeiten, da wurde man schon für einen Witz eingesperrt, wenn man Glück hatte, sonst drohte noch Schlimmeres.

    Kein Pardon? Was wären denn Ihre Idealvorstellungen? So etwas wie das hier:
    „US-Amerikaner klaute 50 Dollar – nach 35 Jahren wieder auf freiem Fuß“
    Demnach hatte der Mann das Geld im Jahr 1983 aus der Kasse einer Bäckerei in der Stadt Bessemer gestohlen. Da es sich bereits um seine dritte kleinkriminelle Tat gehandelt habe, sei er aufgrund eines besonderen Gesetzes des Bundesstaates Alabama, …, zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt worden.“ (SPON – 30.08.2019)
    Das in einem so „zivilisierten“ Land wie den USA!

    Fernseher und Lesestoff sind „Vorteile“? Ein Minimum an Platz und Kontakte mit der Familie auch? Körperliche Bewegung und normale Hygiene auch?

  4. Yves Tychon

    In den Niederlanden werden – außer bei Gewaltdelikten – die Täter i.d.R. nicht zu Haftstrafen, sondern zu Geldstrafen oder Arbeitsstunden verurteilt. Deshalb stehen dort die Gefängnisse teilweise leer, während die kleinen Gauner im Knast in Belgien noch “etwas dazu lernen dürften” – wenn sie denn überhaupt ihre Haftstrafe antreten müssen, was bei Strafen von weniger als 3 Jahren wegen der Überbelegung der Haftanstalten oft nicht der Fall ist !

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