Die Gelbwesten sind zurück in Fleurus

Knapp 100 Menschen haben in der Nacht zum Samstag ein Verteilerzentrum der belgischen Post in der Gemeinde Fleurus bei Charleroi blockiert. Die Aktivisten gehören dem Kollektiv "Bürgeraktionen gegen Regierungsmaßnahmen" an, das bereits im November vor dem Hintergrund der Gelbwesten-Proteste in Belgien und Frankreich Depots von Ölfirmen in Fleurus blockiert hatte.

Streik am 26.10.2015 bei Bpost in Fleurus (Illustrationsbild: Virginie Lefour/Belga)

Streik am 26.10.2015 bei Bpost in Fleurus (Illustrationsbild: Virginie Lefour/Belga)

Am Freitagabend um 21:30 Uhr hatte die Aktion in Fleurus begonnen. Lieferwagen von Bpost wurden von den Protestierenden daran gehindert, aus dem Depot zu fahren. Ein Sprecher der Aktivisten teilte mit, dass der Protest ausdrücklich friedlich geplant sei.

Grund für die Aktion sei die Untätigkeit der Politiker. Die Aktivisten haben den Eindruck, dass sich nichts getan habe seit den Protesten vor knapp einem Jahr. Immer noch seien keine Maßnahmen getroffen worden, um die Forderungen von damals umzusetzen.

Weil daran die Politiker schuld seien, habe man für die Blockade in der Nacht zum Samstag mit Bpost jetzt bewusst ein Unternehmen gewählt, das teilweise noch dem Staat gehört. Wenn man die staatliche Wirtschaft durch Protestaktionen treffe, dann sei die Chance vielleicht größer, dass die Politiker die Proteste ernst nehmen würden, so die Hoffnung der Aktivisten.

Die Hauptforderungen bleiben ähnlich wie vor knapp einem Jahr bei den Gelbwesten-Protesten: Senkung der Mehrwertsteuer auf Produkte der Grundversorgung sowie Senkung der Akzisen auf Treibstoff.

Ob in den nächsten Tagen weitere Aktionen wie in der Nacht zum Samstag geplant sind, blieb zunächst offen.

Kay Wagner

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