Sexueller Missbrauch: Belgische Bischöfe veröffentlichen Verhaltens-Kodex für kirchliche Mitarbeiter

Im Kampf gegen sexuellen Missbrauch haben die belgischen Bischöfe jetzt einen Verhaltens-Kodex für alle hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter in der Kirche veröffentlicht.

Sexueller Missbrauch Katholische Kirche

Illustrationsbild: Dirk Waem/Belga

Das Dokument wurde zusammen mit den Oberen der in Belgien ansässigen Ordensgemeinschaften erarbeitet. Es richtet sich an alle, die in irgendeiner Weise mit Kindern, Jugendlichen und schutzbedürftigen Erwachsenen zu tun haben.

Zunächst wird in dem Dokument noch einmal unterstrichen, dass jeder, der Kenntnis eines sexuell nicht erlaubten Verhaltens gegenüber Schutzbefohlenen hat, dies den zuständigen Stellen mitteilen muss. Dies gelte auch, wenn es einen begründeten Verdacht gebe.

Die Bischöfe und Ordensoberen rufen die Mitarbeiter in Leitungsfunktionen dazu auf, für Professionalität in ihren Gruppen und Teams zu sorgen. Zudem sollen regelmäßig Weiterbildungen erfolgen, um die Sensibilität für das Thema des sexuellen Missbrauchs zu schärfen.

belga/mh

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12 Kommentare
  1. Marcel scholzen Eimerscheid

    Das wird auch nichts daran aendern, dass die katholische Kirche immer mehr an Bedeutung verliert. Es fehlt der Mut zu entscheidenden Schritten wie die Abschaffung des Pflichtzoelibates fuer Priester. Der Prozess der Entchristianiesierung der westlichen Gesellschaft geht weiter. Andere Religionen treten an die Stelle des Christentums.

  2. Alfons van Compernolle

    Ich kann Ihnen da nur Recht geben. Es gab aber auch Zeiten, wo Priester Heiraten durften und selbst Paepste verheiratet waren ! Dieses ist auch mit Zustimmung des Papstes heute (wieder) moeglich, allerdings nur in Suedamerica in Gegenden die weit ab grossen Regionen / Metropolen liegen.
    Es gab sogar geweihte „Priesterinnen“ in der Kathol. Kirche, bis dann ein Konzil
    auf Verlangen des damaligen Papst, dieses verboten hat.

  3. Norbert Schleck

    Herr Scholzen gaubt, dass die Abschaffung des Zölibats das Problem lösen würde.

    Eigentlich müsste die Evagelische Kirche dann das blühende Leben sein, da deren Geistliche heiraten dürfen und auch Frauen zum Priesteramt zugelassen sind.
    Die Statistiken zeigen aber, dass dort der Gottesdienstbesuch sich auf Erntedankfest und Heligabend beschränkt. Durchschnittlich gehen gerade mal 800000 von 23 Millionen Taufscheinchristen zum sonntäglichen Gottesdienst.

    Auch dort sinkt die Zahl der Geistlichen dramatisch:
    Ein Beispiel: „Bis 2030 würden in der in Niedersachsen gelegenen Landeskirche von den derzeit 260 Pfarrern 160 in den Ruhestand gehen. Gleichzeitig zähle die Landeskirche derzeit nur fünf Vikare pro Jahr.“

    Die Entchristlichung geht weiter, aber dass andere Religionen an deren Stelle treten würden, ist nicht ersichtlich. Wo gibt es denn „Bekehrungen“ im großen Stil? Für die Leute ist die Religion, egal welche, einfach bedeutungslos geworden.

    Ob das schlechter ist als religiöser Fanatismus oder das, was man uns früher im Religionsunterricht eingetrichtert hat?

  4. Dieter Leonard

    Herr Scholzen hatte auch einmal die Idee, der Staat müsse die katholische Kirche zu Reformen zwingen, wenn diese dazu nicht in der Lage seien…
    Wohin es führt, wenn Kirchen und Politik gemeinsame Sache machen ist derzeit in Brasilien zu beobachten, wo ein reaktionärer Populist u.a. dank der Unterstützung ultrakonservativer Evangelikaler an die Macht gelangte. Für die auch dem Kreationismus zugewandten Evangelikalen Christen ist Bolsonaro der „Messias“ auf Erden und beide haben den gegenseitigen Nutzen auch nach den Wahlen erkannt. Auf dieser Klaviatur lässt sich ein offensichtlich für einfache populistische Antworten empfängliches Volk, das zudem in der Vergangenheit von seinen politischen Führern arg gebeutelt wurde, nach Herzenslust manipulieren.
    In einer aufgeklärten Gesellschaft werden auch kirchliche Reformen die – wenn man ihr auf den Grund geht – mangelnde inhaltliche Substanz religiöser Lehren nicht wettmachen können.
    Das Märchen der vermeintlich christlichen Werte ist längst widerlegt. Am überzeugendsten von den Kirchen selbst.

  5. Alfons van Compernolle

    Was in dieser Pressemitteilung nicht mitgeteilt wird, aber auf HLN nachgelesen werden kann ist, dass die Mitarbeiter der Kirche verpflichtet sind sich den neuen Verhaltenkodex (20 Seiten) fuer 3,00 Euro zu Kaufen!

  6. Alexander Hezel

    Dass so ein Kodex überhaupt notwendig ist, sagt eigentlich schon genug aus… Die „Kirche“ liefert in der Tat die besten Argumente gegen sie selbst.

  7. Marcel scholzen Eimerscheid

    Werter Herr Leonard. Stimmt, nur aeusserer Druck kann etwas in der katholischen Kirche veraendern. (wie Napoléon)

    Fuer die katholische Kirche sind Evolutionstheorie und Schoepfungsgeschichte kein Gegensatz. Dies im Gegensatz zu irgendwelchen fundamentalistischen evangelikalen US Sekten. Die sind sowieso nur ein verlaengerter Arm des State Departement.

    Die Aufhebung des Zwangszoelibat ist natuerlich keine Patentloesung. Wuerde allerdings die Glaubwuerdigkeit der katholischen Kirche erhoehen.

  8. Alfons van Compernolle

    Sie haben Recht Herr Scholzen ! Tatsaechlich nur Druck , so als ihn in der Tat
    Napoleon ausgeuebt hat, kann in allen Kirchen etwas bewirken.
    Ich wuerde damit beginnen, dass die Kirchen keine Reparationszahlungen, von immerhin 400 Millionen pro Jahr z.B. in Deutschland, beendet werden.
    Napoleon hat die Kirchen enteignet und wir duerfen dauerhaft dafuer Zahlen.
    Unmoeglich !! Da die Kirchen reich genug sind , zu dem in Deutschland auch noch Kirchensteuer kassieren, sollten sie ihre Priester/Pastoren und sonstiges
    Personal selbst bezahlen und dieses nicht durch den Staat und somit von uns
    erledigen lassen. Die Aufhebung des Zoelibats ist keine Patentloesung, loest aber die biologischen Probleme besonders bei juengeren Priestern!
    Die Probleme der Kirchen sind hausgemachte Probleme bis hin zu biologisch
    unnatuerlich erpressten Zwangsverhalten !

  9. Gerd Meyer

    Schade , dass nie über den seelischen Missbrauch gesprochen wird
    und Lösungen gegeben werden sich davon zu befreien ,
    ohne dass die Verursacher uns weiter Schuld(Gefühle) einreden .

  10. Norbert Schleck

    Druck von außen? Von wen denn? Doch wohl nur vom Staat? Wohl nur in finanzieller Hinsicht, wegen der Religionsfreiheit?
    Dann lesen Sie mal Artikel 140 GG, der auf die Weimarer Verfassung verweist (Wikipedia: „Artikel 140“)

    Allerdings steht da auch drin, dass das Problem der Ausgleichszahlungen zu regeln sei, ein Verfassungsauftrag, um den sich alle (!) Parteien bisher gedrückt haben.
    (FAZ: „Entschädigungen bis in alle Ewigkeit“ via Google)

    Glauben Sie wirklich, die Streichung dieser Zahlungen würde die Leute in Scharen zurück in die Kirchen treiben? Die Aufhebung des Zölibats die Priesterberufungen sprudeln lassen?

    Nein, die Krise liegt viel tiefer und ist unheilbar. Begonnen hat sie, als die Menschen angefangen haben, die Schöpfungsgeschichte und andere Lehren nicht mehr für bare Münze zu nehmen.

    Ein entscheidender Punkt, an dem die Schäfchen ihren Hirten die Gefolgschaft aufgekündigt haben, war die „Pillenenzyklika“ Pauls VI. Wer verlässt sich denn heute bei der Geburtenregelung noch auf Knaus-Ogino?

  11. Dieter Leonard

    @M. Scholzen
    @AVC
    – Napoleon? Warum nicht Konstantion oder Theodosius?
    Sicherlich ist es vorstellbar, z.B. die Finanzierung der Kirchen neu zu regeln. Eine Einmischung des Staates in Glaubensfragen und die interne Organisation der Kirchen ist aus einem säkularen oder laizistischen Selbstverständnis jedoch ebenso tabu wie die Einmischung der Kirchen in staatliche Angelegenheiten.
    Der Staat hat eine religiös-weltanschauliche Neutralität zu wahren. Dieses staatliche Neutralitätsgebot gehört zu den wichtigsten Grundprinzipien einer freiheitlich-demokratischen Ordnung. Dies im Gegensatz zu antidemokratischen totalitären Systemen.
    Die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche kann zudem nicht durch erzwungene Reformen sondern durch innere Läuterungsprozesse „erhöht“ werden.
    – Die Katholische Kirche hat ihre Schöpfungsgeschichte solange mit allen Mitteln verteidigt, bis sie im Zuge wissenschaftlicher Erkenntnisse den offensichtlichen Widerspruch z.B. zwischen Evolutionstheorie und Schöpfungslehre nicht mehr glaubhaft verteidigen konnte. Dies gilt auch für alle anderen im Widerspruch zur Schöpfungslehre stehenden wissenschaftlichen Erkenntnisse.
    Zumindest hat die katholische Kirche den wissenschaftlich festgestellten anthropogenen Klimawandel als Bedrohung für „Gottes Schöpfung“ erkannt…

  12. Alfons van Compernolle

    Sehr geehrter Herr Leonard, von mir aus kann ein Jeder Glauben an was er moechte. Ich merke allerdings an, dass es eine Unmoeglichkeit ist, die Kirche, welcher Glaubensrichtung auch immer, ueber 100 Jahre lang fuer Reformen zu entschaedigen, diese Napoleon nicht ganz zu Unrecht durch gefuehrt hat.
    Zum anderen, ist es eine Unmoeglichkeit Pastoren & Priester und Kirchenmitarbeiter vom jeweiligen Nationalstaat bezahlen zu lassen sich aber dessen Gesetzgebung durch Kirchenrecht zu entziehen. Das Zoelibat ist eine erzwungene „Unnatuerlichkeit“ , zumal die Sexualitaet und sexuelle Aktivitaet
    in der menschlichen Biologie angelegt ist ! Nun ja, die Schoepungsgeschichte
    koennte auch von den Gebruedern Grimm stammen, zumal bei genauer Betrachtung, Adam & Eve Bruder & Schwester gewesen sein meussen und wir somit aus der Inzucht stammen. Allerdings als Physiker etc halte ich mich lieber an die Wissenschaft und deren Nachweisslichkeit.

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