Atommeiler Doel 1 und 2 nicht mehr rentabel

Die Laufzeitverlängerung der Atommeiler Doel 1 und 2 bringt dem Betreiber Electrabel weniger ein als gedacht. Wie die Tageszeitung De Tijd schreibt, kosteten die Investitionen mehr als sie einbrachten.

Atomkraftwerk in Doel

Atomkraftwerk in Doel (Bild: Eric Lalmand/Belga)

Wenn man sich auf die Zahlen von 2018 stützt, sind die beiden Meiler nicht mehr rentabel. Das schreibt am Donnerstag auch die Wirtschaftszeitung L’Echo unter Berufung auf den Finanzdirektor von Electrabel. Dieser erklärte, dass man im vergangenen Jahr feststellen musste, dass eine Laufzeitverlängerung von vier Reaktoren nicht möglich sei. Es handele sich um Doel 1, 2 und 3 sowie Tihange 2.

Electrabel habe die Meiler einem Wertminderungstest unterzogen. Daraus gehe hervor, dass Electrabel bis 2020 bei einer Investition von 700 Millionen Euro 200 Millionen Euro auf die Laufzeitverlängerung von Doel 1 und 2 verlieren werde.

Aus der Jahresrechnung von Electrabel geht außerdem hervor, dass die an den Meilern entstandenen Probleme die Gesellschaft im vergangenen Jahr 800 Millionen Euro gekostet hat. Damit schreibe Electrabel zum sechsten Mal in Folge rote Zahlen.

belga/cd

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9 Kommentare
  1. Jean-Pierre DRESCHER

    Dann weg damit! Stromkabel Richtung DE und NL machen gefährliche Schrottmeiler überflüssig.

    Was wir sonst noch tun sollten ist Druck auf Merkel ausüben, damit der Kohleausstieg im nationalen Alleingang Deutschlands sofort gestoppt wird zur Sicherung des europäischen Verbundnetzes gegen Stromausfälle.

  2. Alexander Kerres

    Ich lach mich kaputt, „Druck auf Merkel ausüben, damit der Kohleausstieg im nationalen Alleingang Deutschlands sofort gestoppt wird zur Sicherung des europäischen Verbundnetzes gegen Stromausfälle.“
    Hier haben doch wohl etliche Leute den Knall nicht gehört. Belgien ist doch echt ein Entwicklungsland, wenn es um Energie geht. Selber Schuld, wenn man a) nicht in der Lage ist, ohne ausländische Unternehmen Strom zu produzieren und b) Jahrzehnte lang das Märchen vom günstigsten Atomstrom geglaubt hat.
    Der Kohle-Zug ist inzwischen doch auch abgefahren.
    Aber in Belgien beschäftigt man sich ja lieber mit dem Sprachenstreit. Da bleiben so Nebensächlichkeiten, wie Energie, schon mal auf der Strecke.

  3. Jean-Pierre DRESCHER

    Was sich das BRD-Regime leistet (bei weitem nicht nur mit seiner Nicht-Energiewende) kann ich nur als absolut asozial bezeichnen. Die eigenen Kohlearbeiter zu zigtausenden auf die Straße setzen, Strompreise noch weiter rauf für schmutzigen Strom aus ungefilterten Kohledreckschleudern in Polen an der deutschen Grenze, und noch riskieren dass in ganz Mitteleuropa die Lichter ausgehen wenn selbst die dreckigsten Kohledreckschleudern in Polen keine Lust auf Stromlieferung in die immer energiehungrigere BRD (Bevölkerungsexplosion durch unkontrollierte Migration) haben.

    Egal wie ich zum demnächst „Ancien Regime“ der neoliberalistischen MR-NVA-Koalition in Brüssel denke darf das bunte Treiben der Politiker in der BRD nicht länger toleriert werden von den europäischen Nachbarstaaten. Einen Anfang hat ja Dänemark gemacht mit einem schwer bewachten Grenzzaun gegen Deutschland mitten in der EU. Andere Länder werden vermutlich bald das gleiche machen bzw. sind zu unattraktiv für solches Klientel.

    Einmischung aus der BRD in die Politik des Föderalen Königreiches sieht man hier nicht gerne.

  4. Peter Maurer

    Es ist echt beschämend, dass es Menschen wie Herrn Drescher gibt, die eine solch unreflektierte Darstellung vertreten. Wer wirklich an solche Thesen glaubt, sollte lieber mal zum Arzt gehen.

  5. Alexander Kerres

    Herr Drescher,
    was meinten Sie hier, wer Druck auf die BRD machen sollte? Das Belgien, das keine Einmischung aus der BRD in die Politik des Föderalen Königreiches nicht gerne sieht?
    Un welche Bevölkerungsexplosion meinen Sie? Glauben Sie echt so einen Bullshit?

  6. Ernst Mathieu

    Da kann auch kein Arzt mehr helfen.

  7. Norbert Schleck

    „Einen Anfang hat ja Dänemark gemacht mit einem schwer bewachten Grenzzaun gegen Deutschland mitten in der EU.“

    Da fällt einem aber doch glatt die Tasse mit dem Morgenkaffee aus der Hand, wenn man so einen Unsinn liest.

    Hat Herr Drescher wirklich nicht mitbekommen, dass dieser „schwer bewachte“ (Wer denkt da nicht gleich an die frühere Grenze zur DDR mit Wachtürmen und Selbstschussanlagen?) 1m50 hohe Maschendrahtzaun dazu dienen soll, die Invasion von feindlichen Wildschweinrotten abzuwehren, die die Afrikanische Schweinepest in das Schweinemästerland einschleppen könnten?

    „Einmischung aus der BRD in die Politik des Föderalen Königreiches sieht man hier nicht gerne.“
    Im Zusammenhang mit dem Artikel ein völlig sinnfreier Satz.
    Es ging um eine Rentabilitätsberechnung durch den Betreiber Electrabel selbst, und der muss es ja eigentlich am besten beurteilen können, oder nicht?

    Frage: Ist Herr Drescher ein Troll?

  8. Guido Preuß

    @ Herr Drescher: Deutschland wird nicht von einem „Regime“ regiert sondern von einer demokratisch gewählten Regierung. In Deutschland gibt es keine „unkontrollierte Migration“ (mehr). 2015 war ein Ausnahmefall aus humanitären Gründen. Argumentieren und debattieren Sie sachlich und korrekt – sonst sind Ihre Beiträge einfach nur was für die Mülltonne. Das schreibt Ihnen ein deutscher Staatsbürger. Übrigens: wo mischt sich Deutschland in (unzulässigerweise) in Belgien ein? Die Regierungskonsultationen zu Tihange und Doel waren jedenfalls keine Einmischung – es wurden unterschiedliche Standpunkte ausgetauscht – so wie es zwischen zwei demokratischen Staaten zulässig und üblich ist

  9. Jean-Pierre DRESCHER

    Bleiben wir von mir aus beim eigentlichen Thema. Da habe ich schon alles zu gesagt. Ich erwarte dass wir eine Regierung aus PS und PTB zusammen mit einem flämischen Koalitionspartner bekommen, die alles notwendige unternimmt, damit die Schrottmeiler sofort aufs Abstellgleis gebracht werden. Dafür sind Stromleitungen nach DE und NL unentbehrlich.

    Für den Kleinen Mann erwarte ich, dass PS und PTB für faire Strompreise sorgen und die TVA auf Strom wieder auf 6 Prozent absenken. Die Strompreise sollten generell mehr reguliert werden, um Marktmißbrauch vorzubeugen.

    Und selbstverständlich muss der nationale Alleingang Deutschlands des schnellen Kohleausstiegs sofort unterbunden werden, wenn dadurch unsere Stromnetze europaweit in Gefahr sind. Weil hier ein gesamteuropäisches Interesse vorliegt ähnlich dem Recht von DE, NL und LU aus Sorge um die eigene Sicherheit die Schließung aller gefährlichen Schrottmeiler in der Wallonie und Flandern einzufordern.

    Schließlich darf ich auch nicht Dinge machen auf meinem Grundstück die den Nachbarn schaden.

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