Michelle Martin muss nicht vor Gericht

Michelle Martin muss nicht vor Gericht. Das meldet die Staatsanwaltschaft von Namur. Sie war der Insolvenz mit betrügerischer Absicht und der Schwarzarbeit beschuldigt worden. Die Ratskammer entschied, dass im Falle des Konkurses in betrügerischer Absicht die Taten verjährt sind. Im Falle der Schwarzarbeit wird das Verfahren eingestellt.

Michelle Martin (Juni 2004)

Michelle Martin im Juni 2004 (Archivbild: AFP)

Der Vorwurf der betrügerischen Insolvenz geht auf das Jahr 2000 zurück. Damals hatte Michelle Martin, die Exfrau des Kindermörders Marc Dutroux, deshalb die Erbschaft ihrer Mutter ausgeschlagen. So sorgte sie dafür, dass das Vermögen nicht an die Dutroux-Opfer, sondern an ihre eigenen Kinder ging. Auf betrügerische Insolvenz stehen zwei Jahre Haft und eine Geldstrafe von 12.500 Euro.

Der Vater und Bruder von Eefje Lambrecks, eines der Opfer von Marc Dutroux, hatten 2012 Klage gegen Michelle Martin eingereicht. Doch das war zu spät, da die Taten damals schon verjährt waren, da sie länger als zehn Jahre zurücklagen.

Des weiteren war Michelle Martin auch der Schwarzarbeit beschuldigt worden. Die Zivilparteien waren überzeugt, dass sie für ihre Arbeit im Kloster von Malonne schwarz bezahlt worden sei. Martin hatte dort nach ihrer Freilassung gelebt.

Die Staatsanwaltschaft war allerdings anderer Ansicht und hat das Verfahren ebenfalls eingestellt. Die Zivilparteien können allerdings noch in Berufung gehen.

Volker Krings

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