Jede dritte Rentnerin muss mit weniger als 750 Euro im Monat auskommen

In Belgien erhält jede dritte Frau weniger als 750 Euro Rente. Das steht im Bericht des Föderalen Pensionsdienstes. Bei den Männern ist die Situation etwas besser. Bei ihnen ist es nur einer von fünf. Generell erhalten Frauen weniger Pension als Männer.

Rentner

Illustrationsbild: Pixabay

Die Diskussion um die Pensionslücke zwischen Männern und Frauen dürfte nach dem Bericht des föderalen Pensionsdienstes wohl erneut aufkommen. Weibliche Arbeitnehmerinnen und Selbständige müssen mit weniger Rente auskommen als ihre männlichen Kollegen.

Im vergangenen Jahr erhielten sie durchschnittlich 810 Euro im Monat. Kommt eine Hinterbliebenenpension hinzu, dann steigt die Summe auf 989 Euro. Und das ist immer noch weniger, als die 1.245 Euro, die ein Mann durchschnittlich bekommt.

Hinzu kommt: Eine von drei Frauen muss mit weniger als 750 Euro auskommen, bei Männern ist es jeder fünfte. Am oberen Ende sieht es für die Frauen auch nicht besser aus. Nicht mal zwei von zehn Frauen erhalten mehr als 1.500 Euro. Bei den Männern sind es vier von zehn.

Die Pensionslücke hat einen Grund. Frauen verdienen in ihrem Berufsleben weniger als die Männer und arbeiten öfter Teilzeit.

Die kommunistische PVDA sieht einen Ausweg: Frauen sollten schon nach 40 Jahren Berufsjahren Anrecht auf eine volle Pension haben, und nicht erst nach 45 Jahren. So könnte die Pension der Frauen um durchschnittlich 12,5 Prozent steigen. Experten sehen da aber finanzielle und rechtliche Hindernisse. 1,8 Milliarden Euro würde das kosten.

Und eine solche Regelung gab es in Belgien bereits in den 90ern. Die wurde allerdings vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte kassiert – wegen Ungleichbehandlung von Männern und Frauen.

Volker Krings

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Ein Kommentar
  1. Joseph Meyer

    Dass die geringeren Löhne und Gehälter von Frauen gegenüber Männern, wohlgemerkt bei gleicher Leistung, seit Jahr und Tag und in allen EU-Mitgliedsländern, eine himmelschreiende Ungerechtigkeit und Ungleichbehandlung bedeuten, das stört die Herren Richter des EU Gerichtshofes für Menschenrechte offenbar nicht! Wie soll man, bei solcher Unfähigkeit der EU-Institutionen, noch positiv über DIESE EU denken und fühlen?!
    Und bitte: „EU“ ist nicht, ich wiederhole, ist nicht „EUROPA“! Wer für ein Europa von souveränen, sozial-gerechten, Umwelt bewussten und Frieden suchenden Völkern und für echte Demokratie und weltweite Achtung der Menschenrechte ist, der MUSS gegen diese EU sein, eine EU welche die Verbrechen der USA unterstützt, siehe in Venezuela, die demokratischen Grundregeln und die Menschenrechte – siehe die Rechte der Frauen – aber auch z.B. die Existenzrechte der Völker in Afrika mit Füßen tritt, und nicht die Anliegen kommender Generationen sondern die Profite der multinationalen Konzerne im Auge hat!

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