Zahlreiche Polizisten in Brüssel auch Donnerstag krankgemeldet

In der Polizeizone Brüssel-Hauptstadt/Ixelles haben sich am Donnerstag 645 Beamte krankheitsbedingt vom Dienst abgemeldet. Das ist ein Viertel aller Polizisten.

Polizei

Illustrationsbild: Benoit Doppagne/Belga

Die Sicherheit auf dem EU-Gipfel sei allerdings gewährleistet, teilt eine Sprecherin der Polizeizone mit. Außerdem seien alle Dienststellen geöffnet. Das war am Mittwoch wegen Personalmangels nicht der Fall.

Die Polizeigewerkschaft SNPS sagte, die Beamten hätten die Nase voll. Die Situation sei untragbar. Die Polizisten protestieren gegen Personalmangel und die Reform der Krankheitstage. Die Beamten fürchten um ihre Zukunft. Der Polizeiberuf sei nicht mehr attraktiv, heißt es.

Nach Angaben der Gewerkschaft sind am Donnerstag in den sechs Brüsseler Polizeizonen insgesamt 1.500 Beamte nicht zum Dienst erschienen.

Auch in Ostbelgien ließen sich Polizisten krankschreiben. Die BRF-Redaktion fragte Johannes Cremer, Präsident der Sektion Eupen der Polizeigewerkschaft SNPS, nach den Hintergründen. „Den Polizisten tut es in der Seele weh, nach dieser Lösung zu greifen, doch ist es die letzte Möglichkeit, weil der zuständige Minister sich über alles hinwegsetzt und die Tür verschließt“, so Johannes Cremer.

Medizinerverband gegen Gefälligkeits-Krankmeldungen

belga/cd/km