Wie lassen sich Motorradunfälle vermeiden?

Bei schönem Wetter steigt auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Motorradfahrern. Die Zahl der Unfälle mit Verletzten oder Toten ist zwar rückläufig - 2017 um 13 Prozent im Vergleich zum Jahr davor -, aber Motorradunfälle enden relativ gesehen öfters tödlich. Im vergangenen Jahr kamen bei Verkehrsunfällen auf Belgiens Straßen rund 80 Motorrad- und Rollerfahrer ums Leben.

Motorradunfall (Bild: Stringer/Belga)

Illustrationsbild: Stringer/Belga

Das Institut für Verkehrssicherheit Vias hat herausgefunden: Es gibt im Grunde genommen zwei Hauptgründe, die für die Mehrzahl der Unfälle verantwortlich sind.

Erstens: Die Motorradfahrer verlieren die Kontrolle über ihr Fahrzeug, zum Beispiel auf schwierigen Strecken oder in einer engen Kurve. Schlimmstenfalls kommen dann noch überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol, Drogen oder fehlende Erfahrung bzw. Selbstüberschätzung hinzu.

Zweiter Hauptgrund: Die Unaufmerksamkeit der anderen Verkehrsteilnehmer, die einen Motorrad- oder Rollerfahrer beim Abbiegen oder Losfahren nicht bemerken. Hier ist es aber auch so: Je schneller der Motorradfahrer unterwegs ist, desto gravierender die Folgen.

Schlechte Straßen sind laut Vias eher seltener der Grund, laut Statistik in nur sieben Prozent der Fälle. Doch da tut sich zumindest was: Im Zuge von Straßenarbeiten wurden die Leitplanken zur Sicherheit der Motorradfahrer angepasst, durch einen sogenannten Unterfahrschutz.

Mehr als die Hälfte der Unfallopfer sind über 40 Jahre. Das ist aber auch eher ein Phänomen in den ländlichen Gebieten, wo Motorradfahren eher ein Hobby ist. In Großstädten wie Brüssel sind Zweiräder Teil der Alltagsmobilität, werden also auch viel von jüngeren Menschen genutzt.

In der Wallonie enden übrigens die Motorradunfälle auch doppelt so schlimm, wie in Flandern und sieben Mal so schlimm wie in der Hauptstadt, in der man ja auch generell nicht so schnell fahren kann, wie auf dem Land. Und noch ein Unterschied: In Brüssel passieren die Unfälle eher unter der Woche und meistens an einer Ampelkreuzung, in der Wallonie selten an einer Kreuzung, dafür aber oft am Wochenende, meist bei Ausfahrten in die Ardennen.

Auffrischungskurse

Die Lütticher V.o.G Fédémot, die sich mit der Sicherheit der Motorradfahrer beschäftigt, wünscht sich, dass es auch nach dem Führerschein Auffrischungskurse geben sollte, gerade für die Motorradfahrer, die vor 1989 ihren Autoführerschein gemacht haben und damit auch ohne jegliche Fahrstunden Motorrad fahren dürfen.

Dass die Zahl der Unfälle in den letzten zehn Jahren zurückgegangen ist, liege eben nämlich auch an einer guten Ausbildung, sprich an der Reform des Führerscheins 2013. Seitdem wird das Augenmerk verstärkt auf die Fahrpraxis gelegt und die PS-Zahl ist gerade für Führerscheinneulinge begrenzt. Doch gesetzlich verpflichtet sind solche Auffrischungskurse nicht und geplant ist vorerst auch noch nichts.

Vorsichtsmaßnahmen

Bis dahin ist jeder Fahrer selbst gefragt, wenn es darum geht, Unfällen bestmöglich vorzubeugen. So sollte das Motorrad regelmäßig gewartet werden, vor allem die Bremsen und der Reifendruck sollten gecheckt werden.

Auch ein guter angepasster Helm kann Leben retten, genauso wie die eigene Sichtbarkeit erhöhen: sprich Licht an, helle Kleidung, Blinker nutzen und eher etwas mehr in der Mitte fahren anstatt ganz rechts. Dort sieht man den entgegenkommenden Verkehr besser und wird auch besser gesehen.

Nach längerer Pause sollten Motorradfahrer auch erstmal ein paar Manöver üben, um so wieder das Gefühl für das Motorrad zu bekommen. Acht geben sollten Zweiradfahrer auch vor Fahrbahnmarkierungen, Kanaldeckeln oder Rollsplitt. Und wer in Gruppen fährt, sollte den unerfahrensten Fahrer vorne fahren lassen, damit er nicht durch eine riskante Fahrweise versucht, den anderen hinterherzukommen.

Ansonsten gilt: eine dem Wetter und den Straßenverhältnissen angepasste Fahrweise.

avenir/vk/mg

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