Michel reagiert gelassen auf Trumps Brandbrief

Premierminister Charles Michel reagiert mit demonstrativer Gelassenheit auf einen angeblichen Brandbrief von US-Präsident Donald Trump. Die Zeitung La Libre Belgique hatte am Freitagmorgen berichtet, dass Trump eine ganze Reihe von europäischen Nato-Staaten noch einmal nachdrücklich dazu aufgefordert habe, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, darunter auch Belgien.

Charles Michel

Archivbild: Eric Lalmand/Belga

In zwei Wochen, am 11. und 12. Juli, kommen die Staats- und Regierungschefs der Nato in Brüssel zu einem Gipfeltreffen zusammen. Auch US-Präsident Donald Trump wird erwartet. Und man darf davon ausgehen, dass der einigen europäischen Verbündeten da erneut den Marsch blasen dürfte.

Bei jeder Gelegenheit erinnert Trump die Partner an ihr finanzielles Engagement, das da lautet: Alle sollen ihre Militärausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes anheben.

Belgien hat da besonders großen Nachholbedarf. Und entsprechend giftig ist dann offensichtlich auch ein Brief ausgefallen, den Trump dem belgischen Premier geschickt hat. „Er könne seinen Bürgern nicht mehr lange den Umstand erklären, warum einige Länder sich nicht an den gemeinsamen Verteidigungsanstrengungen beteiligen“, zitiert La Libre Belgique aus dem Schreiben.

Michel bestätigte, ein solches Schreiben erhalten zu haben, bezeichnete den Vorgang aber sinngemäß als Routine. Solche Briefe seien vor einem Nato-Gipfel nichts Ungewöhnliches, reagierte Michel in der RTBF. Im Übrigen habe Belgien angekündigt, seine Verteidigungsausgaben anzuheben, sagt Michel.

Ob er den Brief denn so verstehe, als wolle Trump die Belgier dazu bringen, sich beim Kauf neuer Kampfflugzeuge für die amerikanische F-35 zu entscheiden, fragten die Reporter. „Wissen Sie“, erwiderte Michel kurz angebunden, „solche Briefe beeindrucken mich nicht.“

Roger Pint

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