OECD-Bericht: Belgien Spitzenreiter bei Steuerdruck

Nirgendwo ist der Steuerdruck so hoch wie in Belgien. Das geht aus der neuesten Ausgabe der OECD-Studie "Taxing Wages" hervor. In keinem anderen Land war im letzten Jahr die Steuer- und Abgabenlast auf Arbeitseinkommen höher.

Illustrationsbild: Pixabay

In der Studie werden die Steuern auf ein Durchschnittseinkommen im Privatsektor verglichen. Diese liegen in Belgien für einen Alleinstehenden bei 53,7 Prozent.

Das ist zwar ein leichter Rückgang im Vergleich zum letzten Jahr (-0,24 Prozentpunkte), dennoch hat Belgien weiterhin die Spitzenposition vor Deutschland (49,7 Prozent), Italien (47,7 Prozent) und Frankreich (47,6 Prozent).

Im Durchschnitt liegt die Steuerbelastung in den Mitgliedsländern der OECD bei 35,9 Prozent, in den Niederlanden beträgt sie 37,5 Prozent. Schlusslicht mit der niedrigsten Besteuerung ist Chile mit nur sieben Prozent.

Finanzminister Johan Van Overtveldt (N-VA) wies in einer ersten Reaktion auf die bereits durchgeführten Entlastungen bei den durchschnittlichen Einkommen in der Privatwirtschaft hin. Belgien sei das einzige OECD-Land, wo im vergangenen Jahr sowohl die Einkommenssteuer als auch die Arbeitgeberlasten gesunken sind.

Finanzminister Van Overtveldt wies deshalb auf die nach seiner Ansicht positiven Elemente der Untersuchung hin. Einige Maßnahmen hätten in der Studie noch nicht Berücksichtigung gefunden. Tendenziell müsse eine Wende zum Positiven festgestellt werden, so der Minister.

belga/vrt/est/rkr

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5 Kommentare
  1. Theissen Walter

    Auf diese Spitzenposition können wir Bürger getrost verzichten. Aber wen wundert’s bei diesem politischen Wasserkopf mit sage und schreibe 5 Regierungen und Politikern, die prioritär ihr eigenes Wohl und das der Megakonzerne im Sinne haben?
    Wenn die Niederlande es soviels besser können, wieso dann nicht auch Belgien?

  2. Langer Roger

    Aber die „Wasserköpfe“ werden sich sicher nicht den Ast absägem wo sie drauf sitzen. Ist ja einfacher den kl. Arbeitet zu schröpfen. Wenn wir ein Mitsprachrecht wie in der Schweiz hätten, würde die Bevölkerung sicher 3/4 der Politiker streichen.

  3. Marcel Scholzen eimerscheid

    Das wundert nicht. Belgiens Staatsstruktur ist kompliziert und daher teuer. Und von einer Staatsreform zur nächsten wurde es immer komplexer und teurer. Das Föderalismusprinzip wurde ins Absurde geführt. 5 Regierungen für ein Land mit 11 Millionen Menschen. Man muss schon Politiker sein, um das zu verstehen. Ein gewöhnlicher Mensch versteht das nicht mehr. Und ich bin wenig optimistisch für die Zukunft, dass das belgische Staatsgebilde einfacher wird. Denn dann würden viele Postenjäger ihren Job verlieren.

  4. Marcel Scholzen eimerscheid

    Sorry Belgien hat sechs Regierungen :
    Föderalstaat, Flämische Region, Brüsseler Region, Wallonische Region, Französische Gemeinschaft und Deutschsprachige Gemeinschaft.
    Bei sovielen Institutionen kann man schon mal den Überblick verlieren. 😁

  5. Norbert Schleck

    Ja, Herr Scholzen, die Region Brüssel leistet sich dazu noch drei „Unterregierungen“: COCOM, COCOF und VGC, wozu noch die 19 Gemeinden kommen. Alle werfen sich gegenseitig Knüppel zwischen die Beine, allen voran Stadt und Region Brüssel.
    Ein Wirrwarr ohnegleichen.

    Bei einer Diskussion über die Mobilität in und um Brüssel hatte die RTBF die vier (!) zuständigen Verkehrsminister eingeladen. Der flämische erschien erst gar nicht.
    Auch nicht schlecht, das Fiasko um das „Nationalstadion“.

    Was nun den Spitzenplatz in Sachen Steuerdruck betrifft, so ist dieser anscheinend heiß umkämpft: Auch Deutschland beansprucht ihn für sich. Titelte doch die WELT: „OECD-Bericht – Deutschland ist bei Steuern und Abgaben Weltspitze“ … allerdings hinter Belgien, aber vor Frankreich, Italien und den USA.

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