Syrien: Nach den Bomben die Diplomatie – Belgien vorab nicht informiert

Nach den Luftangriffen westlicher Staaten auf Syrien starten Frankreich und Deutschland eine diplomatische Friedensinitiative. Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron erklärte, er wolle Russland und auch die Türkei an den Verhandlungstisch holen. Auch Belgien unterstützt den Dialog insbesondere mit Moskau. Premier Charles Michel und auch Außenminister Didier Reynders hatten mit spürbarer Zurückhaltung auf die Luftschläge vom frühen Samstagmorgen reagiert.

Premierminister Charles Michel

Bild: Eric Lalmand/BELGA

Belgien bringe „Verständnis“ auf für die Luftschläge auf Syrien, die durch die USA, Frankreich und Großbritannien durchgeführt wurden, hieß es am Samstag von Premier Michel und später auch von Außenminister Reynders. „Verständnis“, das ist dann doch eine eher diplomatische Formulierung, „Unterstützung“ ist jedenfalls etwas anderes, bemerkt auch die Zeitung De Standaard. Über das Kommuniqué der NATO hat Belgien dann aber doch seine „Unterstützung“ bekundet – dann allerdings im Verbund mit den übrigen Verbündeten.

Belgien hat von Anfang an dafür plädiert, die Kommunikationskanäle insbesondere Richtung Moskau möglichst offen zu halten. Es sei die Rolle Belgiens, mit Ländern den Dialog zu suchen, selbst, wenn man ihre Politik oder ihre Meinung nicht teile. Belgien sehe sich als Brückenbauer.

Belgien ist übrigens in der Nacht von Freitag auf Samstag nicht vorab über den bevorstehenden Angriff auf Syrien informiert worden. Anders als noch bei dem Raketenangriff vor einem Jahr seien die Partner diesmal erst nach der Aktion in Kenntnis gesetzt worden, schreibt Het Belang van Limburg. Dies sowohl auf militärischer als auch auf politischer Ebene.

Roger Pint

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