Skandal bei der Brüsseler Feuerwehr

Der Brüsseler Feuerwehr droht offenbar ein handfester Skandal um finanzielle Unregelmäßigkeiten und sogar illegale Praktiken. Die Zeitung La Libre Belgique enthüllt am Mittwoch die Ergebnisse eines Audits, das der Rechnungshof durchgeführt hatte. Und die Untersuchung zeigt eine ganze Reihe von dubiosen Zuständen und Gesetzesverstößen.

Feuerwehrmann in Brüssel

Illustrationsbild: Eric Lalmand/Belga

„Nach dem Samusocial nun also das Siamu“, schreibt La Libre Belgique. Das Siamu ist eine regionale Einrichtung, Siamu steht im Französischen für „Feuerwehr- und medizinischer Rettungsdienst der Region Brüssel-Hauptstadt“. Das Budget des Siamu beläuft sich auf rund 80 Millionen Euro.

Ein Audit des Rechnungshofes hat jetzt fast schon haarsträubende Unregelmäßigkeiten ans Licht gebracht. „Illegale Praktiken auf allen Ebenen“, schreibt La Libre. Die betreffen insbesondere den Bereich Öffentliche Ausschreibungen. So komme es vor, dass das veröffentlichte Angebot nicht dem entspreche, was ursprünglich beschlossen wurde, das Angebot wurde also im Nachhinein nachgebessert.

Schlimmer noch: Manche Ausgaben seien ohne jede Ausschreibung erfolgt, das gilt zum Beispiel für Kraftstoffe. Insgesamt seien in fast der Hälfte der untersuchten Materialankäufe fundamentale Grundregeln missachtet worden. Etwa fehlten zentrale Schriftstücke, so dass es nicht nachvollziehbar sei, warum die jeweiligen Zulieferer ausgewählt wurden.

Geleitet wird das Siamu von Thierry Mercken, der den PS-Stempel trägt. Die liberale MR, die in der Region Brüssel in der Opposition sitzt, verlangt nachdrücklich eine parlamentarische Untersuchung.

Roger Pint

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