Rätsel um Killerbande von Brabant bleiben bestehen

Seit knapp einer Woche ist die Killerbande von Brabant wieder in aller Munde. Vor allem die Identität des sogenannten "Riesen" sorgte für Wirbel. Auch der Fund von Waffen und Munition im Kanal Brüssel-Charleroi weckte die Hoffnung, dass doch noch Licht in den Fall der Killerbande gebracht werden kann. Doch mehr als Hoffnung scheint es zur Zeit nicht zu sein.

Generalstaatsanwalt Christian De Valkeneer

Generalstaatsanwalt Christian De Valkeneer (Thierry Roge/BELGA)

Mehrere Überfälle mit insgesamt 28 Toten gehen auf das Konto der Killerbande von Brabant. Wer hinter diesen Taten steckte und warum sie begangen wurden, konnte nie aufgeklärt werden.

Handfeste Beweise oder wirklich Neues im Fall der Killerbande von Brabant haben auch die vergangenen Tage nicht gebracht – trotz all des Medienrummels.  Wer daran noch Zweifel gehabt haben sollte, der brauchte Donnerstagabend nur dem Generalstaatsanwalt Christian De Valkeneer im Fernsehen zuzuhören.

Sowohl bei der RTBF als auch der VRT ließ sich De Valkeneer ausführlich befragen zu dem, was man denn jetzt sagen könne zu den Tätern von damals. Kurz gesagt: Nicht viel.

„Man muss sehr vorsichtig sein“

Doch natürlich drückte De Valkeneer das anders aus. Beispiel: Der Waffenfund im Kanal Brüssel-Charleroi. Ende Mai schon hatten flämische Jugendliche aus dem Kanal zwei Kisten gefischt, das aber erst am Dienstagabend gemeldet. In der einen Kiste lagen zwei Waffen, in der anderen Munition. Alles schön in Plastiktüten verpackt. Alles angeblich vom Beginn der 1980er Jahre. Waffen und Munition, die die Killer von Brabant benutzt haben könnten. Also, ein klarer Hinweis?

De Valkeneer verneinte. „Man muss sehr vorsichtig sein bezüglich der Waffen und der Objekte, die man gefunden hat“, sagte er. „Aber das ist natürlich etwas Interessantes in Hinsicht auf den Ort, wo die Dinge gefunden wurden, und in Hinsicht auf das, was wir seit langem suchen. Und die Aufschrift ‚Gendarmerie‘ auf beiden Kisten gibt uns zu denken.“

Dass Gendarmen die Killer von Brabant gewesen sein könnten, das geisterte seit vergangenem Samstag durch die Medien. Der als „der Riese“ bezeichnete Killer soll auf seinem Sterbebett gesagt haben, einer der Killer gewesen zu sein. 2015 war das schon. Erst jetzt teilten die Angehörigen das mit.

Gerüchte über Manipulationen

Fast schon ein unglaublicher Zufall, dass erst kurz zuvor die Waffenkisten aus dem Kanal gezogen worden waren, in dem schon früher angeblich belastendes Material gefunden wurde. Justizminister Koen Geens gab das Freitagvormittag in der RTBF zu. Blieb aber auch vorsichtig mit zu schnellen Schlüssen. Er sagte: „Ja, es ist erstaunlich, dass man sie, also die Kisten, jetzt gefunden hat. Aber da man auch nie an dieser Stelle gesucht hat, ist es letztlich auch nicht so erstaunlich. Das ist halt etwas, das vielleicht, ich sage sehr wohl vielleicht, in Verbindung steht mit der Killerbande von Brabant.“

Alles Zufall? Oder doch Manipulation? Auch solche Gerüchte gab es immer wieder mal im Dossier der Killerbande von Brabant. Und auch jetzt kommen sie wieder auf. Geens kann sich das sogar vorstellen. Allerdings nicht aus den Ermittlerkreisen, sondern vielleicht von außenstehenden Personen. Koen Geens : „Ich habe gesagt, dass es vielleicht Manipulationsversuche von außerhalb der Untersuchung gegeben hat. Nichts ist auszuschließen.“

Eine Auffassung, die der Generalstaatsanwalt teilt. Der aber auch – genau wie Geens – interne Manipulation ausschließt. De Valkeneer sagt: „Es gibt bislang keinen einzigen Hinweis darauf, dass Leute aus dem Ermittlerteam selbst versucht hätten, die Ermittlungen zu manipulieren.“

Die Kisten und die Waffen, die von den Jugendlichen im Kanal gefunden wurden, werden noch untersucht. Die Frage wie lange die Kisten im Wasser lagen, wird dabei eine bedeutende Rolle spielen. Denn wenn sie erst sein kurzem dort liegen, würde sich die These der Manipulation sicher wieder verhärten.

Wann wird es Neuigkeiten geben? Spätestens am kommenden Dienstag, kündigt Koen Geens an. Dann werde er im Justizausschuss der Kammer zu der Angelegenheit Stellung nehmen. „Nachdem ich mit den Generalstaatsanwälten gesprochen haben werde“, sagte der Justizminister.

Kay Wagner - Bild: Thierry Roge/BELGA

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