Bürger dürfen über Atomkraftwerke abstimmen

Kernenergie ist ein heiß diskutiertes Thema. Vor allem seit die Regierung die Laufzeit der Reaktoren in Tihange und Doel verlängert hat. Bisher hat sich die Politik da relativ wenig reinreden lassen. Das soll sich jetzt ändern.

Kernkraftwerk in Tihange

Im November wollen die Energieminister über einen Energiepakt verhandeln. Der soll eine klare Linie festlegen, an der sich Politik, Bürger und Energielieferanten in den nächsten rund zehn Jahren orientieren können. Dabei geht es auch darum, wo Geld investiert werden soll und wo nicht.

Die betroffenen Unternehmen durften ihre Meinung bereits abgeben. Ab Mitte Oktober sollen auch die Bürger dran sein. Geplant ist eine Online-Umfrage. Die soll ab nächster Woche verfügbar sein. Drei Wochen haben die Bürger dann Zeit, um den Fragebogen auszufüllen.

Update

Die Umfrage kann auf energiepakt2050.be ausgefüllt werden.

Folgende Fragen sollen unter anderem beantwortet werden: Sollen die Atomkraftwerke geschlossen werden? Oder: Sind sie bereit, für erneuerbare Energien zu bezahlen?

Bis Mitte November sollen die Resultate der Umfrage ausgewertet werden und in die Diskussion der Energieminister mit einfließen. Wo der Fragebogen ausgefüllt werden kann, wurde bislang noch nicht bekannt gegeben.

Anne Kelleter - Bild: Anthony Dehez/BELGA

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8 Kommentare
  1. Joachim Wahl

    Das ist grotesk. Allein die Fragestellung, Kernkraft oder mehr Geld für AE, ist absurd. Es geht nicht darum, was man, der Laie, „will“. Es geht darum, was technisch ökonomisch machbar ist, eine stabile Energieversorgung für ein Land sicherzustellen; Quizveranstaltungen sind hier fehl am Platz.

  2. Jean-Pierre DRESCHER

    Stromleitungen bauen Richtung Niederlande und Deutschland, um bei Bedarf Strom aus Europa anzufordern.

  3. Dieter Leonard

    @J.Wahl
    Ich hätte nicht gedacht, jemals mit ihnen einer Meinung sein zu können.
    Diese Fragestellung ist tatsächlich absurd!
    Die Energiewende ist schon lange eingeläutet. Weitsichtige Energiekonzerne haben dies schon lange verstanden.

  4. Norbert Schleck

    Einmal ist keinmal. Ich interveniere selten hier, aber mir geht es wie Herrn Leonard. Wo der Herr Wahl Recht hat, da hat er Recht.

    Die Umfrage wird wohl so ausgehen: Sollen die Atomkraftwerke geschlossen werden? JA. Sind Sie bereit, mehr für „erneuerbare“ Energie zu zahlen? NEIN.

    Diese Fragen könnte man allenfalls nach Vorlage eines Gesamtkonzeptes mit konkreten Szenarien beantworten.

  5. Joachim Wahl

    Herr Schleck, genau das ist der Punkt. Jeder „normaldenkende“ Mensch sehnt sich nach einer intakten Umwelt, einer sauberen, einer sicheren, einer bezahlbaren Energieerzeugung. Das das allerdings nicht unter Ausschluß von physikalischen Gesetzmäßigkeiten gelingt, sollte jedem einleuchten. Bedauernswerterweise sind für den Umbau oder die Modernisierung eines Energiesystems, weder Ideologie noch Unkenntnis dessen, worüber man abstimmen möchte, von Nutzen. Es würde sich ja auch niemand freiwillig von einem Musiklehrer, Sozialpädagogen oder Maschinenbauingenieur am offenen Herzen operieren lassen.

  6. Dieter Leonard

    Wer sich übrigens ein Bild von der Seriosität und Kompetenz eines Klimawandelleugners machen möchte, sollte die Sendung von Sandra Maischberger von dieser Woche zu diesem Thema anschauen.
    Der bekennende schweizer Klimawandelleugner und Journalist Alex Reichmuth gebahr sich – wie zahlreiche seiner Glaubensbrüder – erneut als Lobbyist der fossilen Energiewirtschaft. Seine „Argumente“ waren derart abstrus, dass es eine Freude war, seiner eigenen und der Demontage seiner Glaubensrichtung zuzuschauen. Mit Schaum vor dem Mund gipfelte sein wirres Gerede in dem apokalyptischen Szenario, „Man würde hunderte Millionen Menschen zurückbringen ins tiefste Mittelalter, es gäbe Hungersnöte,…“, als es um die mögliche Abschaltung von Kohlekraftwerken ging. Danke Herr Reichmuth!

  7. Guido Scholzen

    @Leonard:
    Am liebsten würde ich Sie auch der Dekarbonisierung überlassen, damit Sie zu den Millionen Menschen gehören würden, die dann in einem neuen finsteren Mittelalter leben müssten.
    Bei sfv (Solarföderverein Deutschland) können Sie nachlesen, dass die Energiewende ohne Speichersysteme scheitert.
    Aber was sagt öko-Oma Barbara Höhn bei „Maischberger“ dazu: „Speicher werden erst gebaut, wenn es sich lohnt“.
    Die sägen nicht nur einmal sondern permanent auf dem Ast, auf dem sie sitzen.

  8. Jean-Pierre DRESCHER

    Falsch Herr Scholzen! Leider sägen diese abscheulichen BRD-Politiker nicht mal auf dem Ast auf dem die selber sitzen sondern dies sägen mit voller Absicht auf dem Ast, auf dem der vollkommen wehrlose Kleine Mann sitzt ohne dickes Portemonaie für Notstromaggregat in der Gated-Community, Dienstwagen mit Chauffeur und Privatpolizei.

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