Erzbischof De Kesel verurteilt Priester-Ermordung

Nach dem Anschlag auf eine Kirche in der Normandie ist Europa entsetzt und empört. Auch Erzbischof De Kesel hat die Priester-Ermordung aufs Schärfste verurteilt. Er warnt aber davor, in die Falle der Terroristen zu tappen. Das Oberhaupt der belgischen Katholiken hofft, dass die Gewalt Christen und Muslime zusammenbringt.

Erzbischof De Kesel

Erzbischof De Kesel (Bild: Nicolas Maeterlinck/BELGA)

Den jüngsten Terrorakt in Frankreich bezeichnet Erzbischof Josef De Kesel als abscheulich. Und zwar nicht nur, weil diesmal eine Kirche und ein Priester getroffen wurden. So viel Willkür, das sei einfach schrecklich.

Dass die Terroristen vom IS die Katholische Kirche angreifen würden, damit hatte De Kesel nicht gerechnet. Unlogisch sei das aber nicht, sagt der Erzbischof von Brüssel-Mecheln. Denn auch im Nahen Osten würden Christen angegriffen.

Josef De Kesel fragt sich, welches Ziel die Terroristen eigentlich verfolgen. Wollen sie unsere offenen Gesellschaften destabilisieren? Ein Klima von Angst und Hass verbreiten? Ein kurzer Moment der Ratlosigkeit: „An eine so schreckliche Welt will ich im Grunde keinen einzigen Gedanken verschwenden“, sagt der Erzbischof. Trotzdem lebt auch er im Hier und Jetzt: Nizza, die Anschläge in Deutschland, die Priester-Ermordung. Wo soll das alles enden?

Josef De Kesel hofft, dass die Gesellschaft sich jetzt nicht spalten lässt. Dass Christen und Muslime zusammenrücken. Dass sie die Gewalttaten verurteilen und gemeinsam zu dem Schluss kommen: „In so einer Welt wollen wir nicht mehr leben.“

Der einzige Ausweg: Zusammenleben und Werte wie Brüderlichkeit und Respekt vor dem anderen befolgen. Diese Botschaft werde De Kesel auch den jungen Belgiern mit auf dem Weg geben, die sich zurzeit – genau wie der Erzbischof – bei den Weltjugendtagen in Krakau aufhalten.

Nach dem Anschlag in der Normandie prüft auch die Katholische Kirche in Belgien, wie sie ihre Gläubigen und Einrichtungen besser schützen kann. Allerdings glaubt De Kesel nicht an eine Wunderlösung. „Wir können ja schlecht alle Kirchen schließen“, meint der Erzbischof.

Das Fazit von Josef De Kesel: Die Gewalt ist so unvorhersehbar, dass man sich kaum davor schützen kann.

Alain Kniebs - Bild: Nicolas Maeterlinck/BELGA

Kommentar hinterlassen
2 Kommentare
  1. K-D Michaelis

    Vielen Dank für die warmen Worte, Monsignore De Kesel ! Wie ein warmer Wind im überfüllten Aufzug ! Da holt man doch lieber gleich den Paternoster.

    Josef De Kesel hoffe, dass die Gesellschaft sich jetzt nicht spalten lasse ? Dass Christen und Muslime zusammenrückten ? Dass sie die Gewalttaten verurteilten und gemeinsam zu dem Schluss kämen: „In so einer Welt wollen wir nicht mehr leben.“ ?

    Nun, ich bin überzeugt, viele hier lebende, radikalisierte Muslime werden mit Unterstützung des DAESCH versuchen, uns da behilflich zu sein.

  2. Damien Francois

    Die katholische Kirche entsorgt ihre eigenen Leute. Deshalb mußte Ratzinger gehen, weil er gegen Eurabia war. Stichwort: REGENSBURGER REDE, SEPTEMBER 2006 (Buch= Robert Lemm: Paus Benedictus XVI en de opkomst van Eurabia, 2007, Utrecht).
    Es steht in der Bibel: „Auge um Auge“. Das kann man so oder so sehen. Sich abschlachten lassen, wie die Kirche verlangt ist nicht das „Auge um Auge“, das ich verstehe…

Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150