Strategischer Plan für die Streitkräfte

Nach monatelangem Ringen hat sich die Regierung auf ein Grundsatzabkommen über den strategischen Plan für die Streitkräfte einigen können. Das Konzeptpapier von Verteidigungsminister Steven Vandeput soll die Armee der Zukunft beschreiben.

Verteidigungsminister Steven Vandeput (N-VA)

144 Seiten umfasst die „strategische Vision“ von Verteidigungsminister Steven Vandeput (N-VA). Der beschreibt eigentlich, wie die Streitkräfte im Jahr 2030 aussehen sollen. Und in erster Linie wird die Armee über mehr Geld verfügen. Der Verteidigungshaushalt wird angehoben: Jetzt gibt der Staat 0,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für die Landesverteidigung aus, in 14 Jahren werden es 1,3 Prozent sein. Die Nato fordert ihrerseits, dass die Mitglieder bis 2024 die Schwelle von zwei Prozent erreichen.

Aber gut, immerhin steigt damit das Budget von vier auf 6,5 Milliarden Euro. Vorgesehen ist auch der Ankauf von 34 neuen Kampfjets, die die in die Jahre gekommenen F16 ablösen sollen. Allein dafür sollen 3,4 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Insgesamt wird die Armee in den nächsten 15 Jahren neues Material im Gegenwert von über neun Milliarden Euro anschaffen – darunter zwei Fregatten, sechs Minenjäger und zwei Aufklärungsdrohnen.

Im Gegenzug für die Investitionen wird die Personaldecke bei der Armee bis 2030 ausgedünnt. Rund 7.000 MIlitärangehörige, die in Rente gehen, werden nicht ersetzt.

All diese Prinzipien wurden also am Mittwochabend von der Regierung offiziell festgehalten. Das hat zwar Monate gedauert, die Einigung kommt aber noch gerade rechtzeitig vor dem Nato-Gipfel, der vom 8. bis zum 10. Juli in Warschau stattfinden wird.

vrt/jp/rop - Bild: Nicolas Maeterlinck/BELGA

3 Kommentare
  1. Jürgen Margraff

    Oh Gott, schon wieder rechnen! 34 Flugzeuge für 3.4 Milliarden €, macht 100 Millionen € pro Flugzeug – mit den 100 Millionen ist kein F-35 zu erstehen, die sind teurer & zwar um mindestens 30% für Partnerländer des Programms F-35 Lightning II, dazu gehören beispielsweise, Italien, Grossbritannien & die Niederlande ebenso wie Dänemark, die kriegen das Flugzeug was billiger (Stückpreis mit allen Ersatzteilen und, und, und) von rund 130 Millionen – ABER Belgien ist KEIN Partnerland, demzufolge werden die Flugzeuge teurer als für die Erstgenannten. Alea iacta est, das wird lustig, den Politikern bei dem Versuch der Rechtfertigung hinterher zuzuhören!

  2. Marcel Scholzen

    Der Ankauf von F35-Flugzeugen ist pure Geldverschwendung. Es gibt billigere Flugzeuge aus Frankreich oder Schweden.

    Und im Gegensatz zur Bundeswehr, deren Mannschaftsstärke vergrössert wird, wird die belgische Armee wie üblich verkleinert. Und das in einer Welt mit steigender Kriegsgefahr. Da sieht man doch, dass Belgien eine Vogel-Srauss-Politk betreibt, d.h. die Realitäten ausblendet und in einer Wunschwelt lebt. Das böse Erwachen wird kommen, wenn man dann den Kopf aus dem Sand hebt. Verantwortungslosigkeit pur !

    (AdR: Beim Kommentarschreiber handelt es sich nicht um Marcel Scholzen aus Losheimergraben.)

  3. Jean-Pierre DRESCHER

    Wer angeblich „friedlich“ ist, braucht auch keine aufgeblasene Kriegstruppe sondern Bildung für die Jugend und soziale Gerechtigkeit im Land.