Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wird es gutgetan haben, am Donnerstag und Freitag in Brüssel gewesen zu sein. Zumindest den Worten nach hat er hier beim EU-Gipfel viel Unterstützung erhalten. Bekenntnisse der Präsidenten von EU-Rat und EU-Kommission gehört, dass die Union weiter fest an der Seite der Ukraine stehe - und man natürlich weiter die Ukraine im Kampf gegen Russland unterstützen werde.
Dabei bekommt natürlich auch Selenskyj mit, dass diese Unterstützung in Europa nicht ganz so geeint und bedingungslos ist, wie er sich das für sein Land wünscht. Und wie die Ukraine es eigentlich nötig hätte, um tatsächlich Russland im Krieg womöglich soweit zu schwächen, dass auch Putin bereit dazu wäre, über ein vernünftiges Ende des Krieges zu sprechen.
Diese Risse in der Union sind nicht ganz neu, haben diese Woche aber neue Gesichter angenommen. Der Landtag in Sachsen-Anhalt hat mit den Stimmen der AfD und des BSW einen Antrag mehrheitlich angenommen, in dem gefordert wird, die Waffenlieferungen an die Ukraine und die Sanktionen gegen Russland zu stoppen.
Die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen vom rechtsextremen Rassemblement National hat in einem Interview mit der VRT angekündigt, im Falle ihres Sieges bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich im kommenden Frühjahr die französische Hilfe für die Ukraine nach sechs Monaten einstellen zu wollen. Und nur zur Erinnerung: Ganz abwegig ist ein Sieg von Le Pen bei den Wahlen nicht.
Die extremen Stimmen in der EU bedeuten also nicht nur eine Gefahr für das demokratische Europa selbst, sondern auch für die Ukraine.
Doch die aktuell größte Gefahr droht der Ukraine zurzeit sicher aus den USA. Präsident Donald Trump lässt das Pendel seiner Gunst gerade mal wieder in Richtung Putin ausschlagen, spült mit einem Milliarden-Diesel-Deal frisches Geld in die russischen Kriegskassen, wirft Selenskyj vor, den Krieg nicht wirklich beenden zu wollen und russische Ölanlagen anzugreifen, schweigt aber zu den zahlreichen russischen Angriffen auf Infrastruktur in der Ukraine und die dortige Zivilbevölkerung.
Wer letztlich für die Störung im Satellitensystem Starshield des US-Milliardärs Elon Musk verantwortlich ist - Musk selbst oder das US-Militär mit ihrem obersten Befehlshaber Trump - ist für die Ukraine letztlich unerheblich. Ein Abwehrsystem, auf das sich das Land nicht mehr verlassen kann, weil seine Leistung von außen jeder Zeit eingeschränkt werden kann, ist nichts, was das Land im Kampf gegen Russland braucht.
Aber was oder wer könnte die USA ersetzen? Was ist die Quintessenz dieser Woche mit den vielen Tiefschlägen für die Ukraine - abgesehen davon, dass wieder Dutzende oder gar Hunderte Menschen ihr Leben in dem Land verloren haben für - ja, für was eigentlich?
Selbst wenn die EU wollte, kann sie auf absehbare Zeit die Supermacht USA nicht ersetzen. Da können die EU-Gipfelteilnehmer Selenskyj noch so viel Unterstützung zusagen - allein technisch haben die USA ganz andere Mittel, um kriegsentscheidend irgendetwas bewirken zu können - wenn sie es denn wollten.
Und so wird die Woche nur, aber immerhin mit einem kleinen Hoffnungsschimmer für Selenskyj, seine Ukraine und letztlich auch die Demokratien in Europa zu Ende gehen. Mit der Aussicht nämlich, dass sich die Ukraine weiter mit EU-Hilfe gegen Russland wird wehren können. Und dass immerhin diese beiden Partner, Ukraine und EU, noch gleiche Werte vertreten und versuchen, sie am Leben zu erhalten.
Kay Wagner
Die EU und die Ukraine haben tatsächlich gemeinsame Werte, ua Korruption und Vetternwirtschaft, Bestechung, Bereicherung, etc. Alles unter einem scheindemokratischen Mantel mit hochmoralischem Anstrich.
Die Sanktionen haben Russland in die Arme Chinas getrieben.Mehr ist nicht passiert.Russland militärisch besiegen ist unmöglich.Die Herren Bonaparte und Hitler haben diesbezüglich Erfahrungen gesammelt.
Das schlauste wäre, wenn die Ukraine Gebiete an Russland abtritt, um Russland eine Weiterführung des Krieges unmöglich zu machen.Ist einmal Waffenstillstand, dann kehren die meisten russischen Soldaten nach Hause.Und dann fangen die Probleme für Russland erst richtig an.Hunderttausende sind traumatisiert, haben Probleme, sich im Zivilleben wieder zu recht zu finden.Das kann dann ungeahnte Folgen haben ....
Werte Politiker der EU Staaten. Wenn ihr Kriegstreiber wirklich kämpfen wollt,dann geht selber an die Front. Ist ein Land es wirklich Wert dafür viele andere Länder auf die Dauer in den Ruin zu stürzen. Last endlich das Volk der Ukraine selber entscheiden zu welcher Seite sie gehören möchten und zieht dann dem Resultat entsprechend die Grenzen.
Es ist wirklich erschreckend, wie geschichtsblind Zeitgenossen sein können, zumal, wenn sie Küchenrezepte als Friedensstrategie verkaufen oder sich mal wieder in Täter-Opfer-Umkehr üben.
Der Kriegstreiber in diesem imperialistischen, völkerrechtswidrigen Angriffskrieg sitzt im Kreml und nirgends sonst.
Und wenn man schon… Hitler als Zeugen aufruft, Appeasement-Fantasien verbreitet und ukrainische Gebiete und deren Bewohner einem verbrecherischen Diktator zum Fraß vorwirft, sollte man sich erinnern, was genau diese „Appeasement-Strategie“ bei eben jenem Hitler genutzt hat, als man u.a. der Abtretung des Sudentenlandes an Hitler-Deutschland zustimmte, um den Despoten zu besänftigen. Das Resultat sollte auch im Hinterwald von Eimerscheid bekannt sein.
Wer Täter und Opfer in einen Topf wirft und nicht mehr in der Lage ist, in der Bewertung von Politik, Politikern und politischen Regimen zu differenzieren und selber jegliche ethischen Werte preisgibt, beteiligt sich an der Totengräberei der liberalen Demokratie und der von ihr verteidigten Werte.
So handeln die nützlichen Idioten der Herrn Trump und Putin.
Die beiden ersten Kommentatoren Marcel Scholzen Eimerscheid plus Gerhard Weidert haben die Punkt ziemlich präzise getroffen. Meine Zustimmung für beide!
Begründung von mir für die Richtigkeit der Einschätzung beider:
In vergangengenen Kommentaren signiert von mir, wo meine Anfangsverdachte ggü. vor allem Westeuropa UND den Russischen Nationalisten [Antisowjetisch laut Gorbatschows früherer Stellungnahme] zum Ausdruck kamen.
Guten Morgen Herr Leonard.
Sie sind auf dem vollkommen falschen Dampfer.Weder die EU, die USA, die Ukraine oder Russland handeln nach ethischen oder moralischen Grundsätzen.Alle betreiben Machtpolitik.Es geht um Märkte, Rohstoffe, Geld.In der Politik gibt es auch keine Freundschaften sondern nur gemeinsame Interessen mit anderen.
Russisches Öl boykottieren und gleichzeitig welches in Saudi-Arabien kaufen, kann man ethisch moralisch nicht begründen nur machtpolitisch, weil weder Saudi-Arabien noch Russland Menschenrechte und dergleichen beachten.
Und diese ständigen Vergleiche mit der Nazi-Zeit, um aktuelle Politik zu begründen, ist auch nicht gut.Geschichte wiederholt sich nicht.Es ist jedesmal anders.
Im aktuellen Krieg zwischen Russland und der Ukraine ist es schwer für mich zu beurteilen, wer Opfer und Täter ist.Für mich ist das ein Kampf zwischen zwei slawischen Gangsterbossen, die auch fähig sind, die Seiten zu wechseln, wenn das Bestechungsgeld hoch genug ist.
Es gibt jetzt eine logische Fragestellung. Irgendjemand will, dass sich Europa und die Russische Föderation gegenseitig wirtschaftlich ins Chaos stürzen und so als Konkurrenz auf dem Weltmarkt ausfallen. oder?
Ob das die USA oder Russland sind, zweimal dürfen Sie raten. 😉
ich kann folgendes Fazit hier ziehen:
mutmaßliche Motive bzw. Planungen der postsowjetischen Russland-Nationalisten wie auch eines Teils der EU sind von mir vielfach publiziert wurden. Nicht als juristisch sichere Feststellung, sondern in Form eines "Verdachtsmoments".
Kommen wir deshalb jetzt zu der Sehnsucht der Menschen in Ländern wie der Ukraine, Palästina, Deutschland, dem Iran und wahrscheinlich ebenfalls der bürgerlichen Mehrheit der US-Bürger:
Nämlich die legitime Sehnsucht nach politsch-militärischer Neutralität, Frieden, Voelkerfreundschaft, Bürgerlichen Werten einer aufgeklärten und tendenziell akademisch gebildeten Zivilgesellschaft!
War unsere alte UdSSR zu Gorbatschows Zeiten [entstalinisiert durch Glasnost und Perestroika] nicht doch die beste aller denkbaren Interims-Loesungen?
Slawische Voelker alle zusammen und Vorbild für das einstmals mal geplante "Europäisches Haus". Russisch Foederative Sowjetrepublik in Frieden und Konsens mit der Ukrainischen ASSR, Armenischer ASSR, weiteren freien Sowjetrepubliken und der tnedenziell mehrheit slawisch plus germanischen DDR!
Noch heute hat Deutschland die Signatur einer Slawischen Nation, vereinigt mit Germanischen Wurzeln.