Diese Woche war eine Woche der Auto- und Geschwindigkeitsmeldungen. Lassen wir sie noch einmal Revue passieren. Zunächst war da der föderale Verkehrsminister Jean-Luc Crucke. Seine Idee: Fahranfängern solle es per Gesetz verboten werden, PS-starke Autos zu fahren. Ein 19-Jähriger in einem Lamborghini, eine 20-Jährige in einem Porsche, das sei zu gefährlich für die Gesellschaft. Schnell gab es Kritik - und schon heute ist nicht klar, ob die Idee damit schon gecancelt ist oder ob sie noch eine Zukunft hat.
Dann folgte am Donnerstag die Nachricht, dass Belgiens Staatsanwälte anscheinend viel Angst haben vor der Wut der Autofahrer. Die Blitzer im Land neu zu justieren - und schärfer zu stellen, das solle man lieber sein lassen, beschlossen laut Medienberichten die Staatsanwälte. Denn wer weiß, was der Autofahrermob so alles machen könnte, wenn ein Blitzer auf der Autobahn schon bei 128 km/h auslöst, wo er bislang doch erst bei 129 km/h ein Foto gemacht hat. Bleibt also alles, wie es war. Auch in diesem Kapitel.
Und dann das Ergebnis einer Vias-Studie. Kernaussage: Die Belgier kümmern sich weiter wenig um Geschwindigkeitsbegrenzungen beim Autofahren. Besonders nicht, wenn es um 30er-Zonen geht, die ja meist extra dafür eingerichtet sind, um meist schwache Menschen wie Klein- oder Schulkinder oder auch ältere Menschen vor zu schnell fahrenden Autos zu schützen. Für zwei Drittel der Belgier ist das kein Argument. In Zone 30 41 zu fahren ist nur der Durchschnitt. Die Wallonen schaffen es nämlich sogar auf einen Durchschnitt von 45 km/h in 30er-Zonen.
Wow, kann man da nur bewundernd sagen. So kaltschnäutzig muss man erst mal sein. Doch bei genauem Hinsehen erkennt man dann: So wagemutig wie man denkt, ist der tapfere Wallone in seiner Auflehnung gegen die Obrigkeit dann doch nicht. Denn die überaus deutliche Missachtung der Geschwindigkeitsbegrenzung in Zone 30 liegt auch daran, dass in diesen Zonen in der Wallonie kaum kontrolliert und geblitzt wird.
Anders ist das in Flandern. Ergebnis: zehnmal so viele Bußgelder wie in der Wallonie in 30er-Zonen, dafür aber auch die Geschwindigkeit, die im Durchschnitt um fast zehn Stundenkilometer niedriger liegt. Bei 37 km/h nämlich - laut Einstellung der Blitzer fast schon das, was man als korrektes Fahren bezeichnen könnte.
Fazit: Durchgreifen lohnt. Wenn 30 irgendwo gefordert ist, dann bitte auch mit Kameras kontrollieren. Das bringt erstens viel Geld für den Staat - und man glaubt sich daran zu erinnern, dass der das Geld doch ziemlich nötig hat. Und zweitens senken Kontrollen tatsächlich die durchschnittliche Geschwindigkeit.
Das lässt sich auch am Beispiel Autobahn hervorragend zeigen: Dort halten sich die Belgier noch am ehesten an die Geschwindigkeitsbegrenzung, fahren im Durchschnitt nur sieben Prozent zu schnell. Weil alle wissen: Auf Autobahnen wird grundsätzlich sehr viel kontrolliert und geblitzt.
Damit wäre die Formel gefunden. Wem es wirklich ernst ist mit Autofahrern, die sich an die Geschwindigkeit halten, der muss kontinuierlich und flächendeckend kontrollieren und bei Verstößen saftige Strafe verhängen. Die saftigen Strafen gibt es bereits. Fehlt jetzt nur noch das kontinuierliche und flächendeckende Kontrollieren.
Das macht sicher keinem Spaß - denn das riecht ja förmlich nach dem Knüppel, nach dem Polizei- und Überwachungsstaat, den niemand haben will. Aber was bleibt noch übrig, wenn alle Appelle an die Vernunft nichts bringen?
Kay Wagner
30 ziger Zonen wurden errichtet um Schulkinder zu schützen. Wann hat Vias denn diesen Schnitt der Wallonen von 45 km/h ermittelt ?
Werter Herr Wagner, Ihre Überschrift mim Knüppel ist für mich Hetze im Netz !
Hallo Herr Wagner.
Sie vergessen das wesentliche.Nämlich ob diese Regelungen und Strafen einen positiven Einfluss haben bezüglich Sicherheit.
Ein 20jähriger der im PS-starken Auto 200 kmh fährt, verstößt klar gegen die Straßenverkehrsordnung.Ob er eine wirkliche Gefahr darstellt, hängt von der Situation ab.Nachts allein auf der Autobahn weniger als morgens im Berufsverkehr.
Man kann natürlich jungen Leuten das Fahren grosser Autos verbieten.Nur das erhöht den Reiz an der ganzen Sache.Verbotene Früchte schmecken eben am besten.Besser man veranstaltet Sicherheitstraining und zeigt, wie man verantwortungsbewusst mit PS-starken Fahrzeugen umgeht.
Wer kennt noch von 1995 den kultigen Tekkno-Track "I want to be a Knüppel"?
Ja, das MTV-Ding hieß "Hippie" statt "Knüppel".
"Familienfoto Schnellster Sportwagen ausm Dorf" bei den Ämtern würd auch bei mir ein "Knüppel-Ärgerniss" sein "Ey, muss ich schon wieder 313eees aus meiner leeren Kasse an die Beamten zahlen?"
Doch noch viel "teurer" kanns werden, wenn Leben aufm Spiel steht.
Trafikk-Kontrol muss einfach!
Das Auto ist eine Erfindung einer Zivilisation, deren einziger Sinn darin zu bestehen scheint, Unmengen an Waren, Dienstleistungen und Arbeitskräfte aller Art möglichst schnell kreuz und quer auf betonierten Wegen über die jeweiligen Kontinente zu jagen. Die dabei entstehenden massiven Kollateralschäden an Menschen und Umwelt mit mikroskopischen Scheinlösungen wie Tempo 30 kaschieren zu wollen, erinnern mich eher an die Bemühungen eines Don Quijote, der Windmühlen für große Riesen hielt, gegen die er meinte, kämpfen zu müssen. Am Ende wird er von einem Flügel erfasst und zu Boden geschleudert...
Die WHO schätzt die Zahl der Verkehrstoten pro Jahr weltweit auf rund 1,2 Millionen Menschen.
Das sind:
3260 Tote pro Tag oder
136 Toto pro Stunde oder
zwei Tote pro Minute,
von denen über die Hälfte Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer sind.
Dazu kommen jährlich rund 50 Millionen Verletzungen ohne Todesfolge im weltweiten Straßenverkehr.
Fazit:
Wenn der Wahnsinn zur Normalität wird, kann er als solcher nicht mehr erkannt werden...
Herr Krapalies.
Gehen Sie zu Fuß ?
Oder wie bewegen Sie sich fort ?
Herr Marcel Scholzen Eimerscheid,
ich kenne Menschen, die sich aufgrund von Amputationen durch Verkehrsunfälle nur noch in Rollstühlen bewegen können. Ich bin froh, derzeit nicht davon betroffen zu sein und mich auf den eigenen Füßen bewegen zu können.
Werter Herr Krapalies.
Auch vor der Erfindung des Automobils gab es Unfälle aller Art. So ungefährlich war das früher nicht. Kutschen und Fahrwerke konnten auch Unfälle haben.
Herr Marcel Scholzen Eimerscheid,
wo habe ich das behauptet? Das Auto ist vom historischen Verständnis her nichts anderes als ein Pferd mit einer Kutsche. Die Leistung eines Autos wurde in der Vergangenheit (und teilweise noch heute) nicht umsonst mit sogenannten PS = Pferdestärken angegeben.
Die andauernden Umweltverschmutzungen in den Großstädten durch die Notwendigkeit der Verwendung von Zehntausenden lebenden Zugtieren war Ende des 19.Jahrhunderts ein gewaltiges Problem. Pro Tag kamen damals ca. 1000 Tonnen "Abgase" = Mist zusammen sowie ca. 700 Tonnen "Benzin" = Heu-Nahrung. Der dominierende Geruch - besonders an so warmen Tagen wie heute - war der aus Urin und Pferdemist gepaart mit Unmengen an Fliegen, so dass die "Erfindung" des Autos geradezu eine erzwungene Folge der blinden, kapitalgetriebenen Industrialisierung und Ballung von Menschen"material" war. Natürlich gab es Unfälle en masse, meist wegen durchgehender/stürzender Pferde, gebrochener Achsen und zu hoher Geschwindigkeit - ja, auch damals gab es das schon...
Ich kann nur allen die sich diesen Bericht zu Gemüte geführt haben raten, sich zwingend an die diversen, per Schild, erhobenen Vorschriften zu halten.
Zum einen wirkt die dadurch errunge Selbstsicherheit meist beruhigend auf Körper und Geist, und zum anderen wird sich die Judikative genötigt sehen andere Methoden zu eruieren da die Verluste im Stattssäckel vermutlich das System zum wanken bringen könnten.
Denen fällt sicher was ein um das Moderne Raubrittertum weiter zu erhalten und ich bin gespannt wie hoch das Bußgeld ausfällt wenn die Musik im Auto bei herunter gelassener Seitenscheibe die 90db überschreitet.
In diesem Sinne beim Blitzmarathon schön zu Hause mit den Kumpels grillen und den Tag genießen.
In den meisten Fahrzeugen wird mittlerweile die empfohlene Geschwindigkeit angezeigt. Warum ist es nicht möglich sofort über diese Meldung automatisch die Geschwindigkeit des Fahrzeug zu drosseln, genau wie es beim Tempomat funktioniert. Aber dann wäre sicherlich ein großes Problem bei der Staatskasse.
Ich fahre grundsätzlich mit Tempomat um ja nicht in 30.-50.70. Zonen erwischt zu werden! Problem habe ich lediglich in den "neuen" 20. Zonen denn das kennt mein Tempomat nicht. Bei "set" springt er automatisch auf 30. Vorsicht ist also dort geboten.