5 Kommentare

  1. Man blicke zurück auf 2018, wo die WM in Russland war: Putin nutzte dieses Sport-Event gezielt, um das Ansehen "seines" Russlands zu verbessern. Und es gelang ihm (leider). "Sportwashing" hat große Tradition in Diktaturen, siehe Olympia in Deutschland 1936 und China 2008, und auch die WM in Qatar 2022 war letztendlich doch eine gelungene Show für ein islamistisches Regime.
    Aber Trump kann dieses Event nicht gut nutzen, Mexiko auch nicht, und Kanada hängt als mitorganisierender Dritter mit dran und drin. Gerade das ist ein Zeichen, das es sich nicht um 'Show-Demokratien' handelt, geschweige denn Diktaturen. Trump ist nicht Putin oder Xi Jinping, denn Trump wird irgendwann weg sein; die andern kannste leider nicht abwählen.

  2. Herr Pesch,

    Ihre Behauptung

    "Die iranische Fußballnationalmannschaft pfeift ihrerseits darauf, sich deswegen von dem Turnier zurückzuziehen. Sie hat ihr Trainingscamp von Arizona nach Tijuana verlegt und nun auch die Einreise-Visa für Mexiko erhalten."

    ist falsch. Es war umgekehrt. Die USA hätten „klar gemacht, dass sie nicht wollen, dass Iran während des Turniers im Land bleibt“ und deshalb habe die FIFA Mexiko gefragt, ob das Team dort unterkommen könne.

    Geäußert hat dies die mexikanischen Staatspräsidentin Claudia Sheinbaum. Ein weiteres Zitat dazu lautet:
    „The United States does not want the Iranian team to stay overnight, but they are going to play three matches there.“

    Ich wünsche hiermit dem Iran - natürlich nach einer Niederlage gegen die Roten Teufel übernächsten Sonntag am Clown - den verdienten WM Sieg und die Übergabe des WM Pokals durch Donald John Trump.

  3. Der Vorschlag ans Foederale Koenigreich von mir lautet:

    Bewerbt Euch für Fußball-EM, Fußball-WM und die Olympischen Spiele!

    Als Zeichen und der Beweis glaubwürdiger Weltoffenheit.

  4. Diese Fußballweltmeisterschaft verkommt bereits vor ihrem Start zur Farce. Nicht nur, dass die iranische Mannschaft in den USA am Spielort nicht übernachten darf und dadurch der Wettbewerb verzerrt wird; nun wurden Funktionäre des iranischen Fußballverbandes keine Visa zur Einreise in die USA erteilt. Iran meldet 12 abgelehnte Anträge; darunter fallen der Verbandspräsident Mehdi Tadsch, der Teammanager, der Vertreter des Außenministeriums und der Sicherheitsabteilung sowie der Pressechef der Mannschaft.

    Die eindeutig politische Entscheidung der Verweigerung von Visa für wichtige Führungskräfte des Teams verstoße klar gegen internationale Regeln, hieß es aus dem Iran. Der iranische Verband werde den Fall über die FIFA verfolgen, weil der Weltverband verpflichtet sei, die Visa für die Verbandsfunktionäre zu garantieren.

    Der Appell wird verpuffen. Seit wann kümmern sich Menschen in den USA um Regeln? Sie sind reich geworden weil sie sich nie an Regeln halten, weder in der Arbeitswelt noch im Umweltschutz noch im Völkerrecht noch bei den Indianern...

  5. Spätestens nachdem der Schiedsrichter aus Somalia trotz gültigen Visa von den Trump-Behörden abgewiesen wird, müsste auch dem letzten klar sein, dass es Trump (und auch Infantino) kein bisschen um Sport geht, sondern nur um Spektakel und Machtdemonstration. Es ist mir schleierhaft, wie zögerlich alle anderen Teams - auch die afrikanischen - darauf reagieren! Nach diesem erneuten unerhörten Vorfall ist für mich die WM zu Ende, bevor sie begonnen hat. Sorry, De Bruyne und Co, aber das wars. Mein Mini-Boykott wird sicher niemanden vom Hocker reißen, aber das ist mir ehrlich gesagt egal.