Kommentar: In Eupen ticken die Uhren doch nicht so anders

Die AS Eupen hat am Montag den französischen Ex-Nationalspieler und Fußball-Weltstar Claude Makélélé für zweieinhalb Jahre als Trainer am Kehrweg verpflichtet. Die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Trainer Jordi Condom wurde nach fünf Jahren beendet.

BRF-Sportredakteur Christophe Ramjoie

Nun also doch! Jordi Condom ist nicht mehr Trainer der AS Eupen. Für die einen ist es längst überfällig, für die anderen schon etwas überraschend. Bis noch vor wenigen Wochen beteuerten die Vereinsverantwortlichen, dass an einen Trainerwechsel gar nicht zu denken sei.

Nachdem die Mannschaft am 14. Spieltag wieder auf den letzten Platz abgerutscht ist, zieht man in Eupen die Reißleine. Präsentiert in ein und der selben Pressemitteilung auch gleich den Nachfolger! Das scheint dann doch ein wenig eigenartig. Die Verhandlungen mit dem ehemaligen französischen Starspieler Claude Makélélé müssen schon ein paar Wochen geführt worden sein. Für ein Traineramt bei der AS Eupen entscheidet man sich sicher nicht spontan an einem Sonntagabend.

Die Verbindung zwischen dem Weltstar und dem Club in Ostbelgien liegt auf der Hand, schloss der Franzose doch seine Karriere bei Paris Saint Germain ab – dem Club, hinter dem mit Al Khleifa der Mann steht, der auch bei der Aspire Academy die Strippen zieht.

Auf Seiten der AS Eupen bedauert man zugleich den Rauswurf des spanischen Coachs, unter dem das Team im Mai 2016 den Aufstieg geschafft und 2017 die Klasse gehalten hat. Jordi Condom hat auch mit dazu beigetragen, dass sich Spieler wie Onyekuru oder auch Mamadou Sylla zu absoluten Toptransfers entwickelt haben, die viel Geld in die Vereinskasse gespült haben.

Condom war menschlich ein Gewinn für die AS Eupen, war er doch mehr als nur ein Trainer. Die Schwarz-Weißen sind ein eher außergewöhnlicher Verein, gelten als Vitrine der Aspire-Schützlinge, die sich hier für höhere Aufgaben empfehlen sollen.

Ob der ehemalige Weltstar Claude Makélélé sich diesem System unterordnen wird, wird sich zeigen. Belgischen Abstiegskampf muss der Mann, der oft in der Bel-Etage der Fußballwelt unterwegs gewesen ist, erst einmal beweisen.

Ein Ding hat die Verpflichtung Makélélés schon einmal gebracht. Die ganze Fußballwelt schaut überrascht in Richtung Kehrwegstadion und ist gespannt, wie Claude Makélélé als Trainer der AS Eupen funktionieren wird.

Christophe Ramjoie

Kommentar hinterlassen
Keine Kommentare
Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150