Ostbelgienmania greift immer weiter um sich

Die "Roller Bulls" nennen sich ab sofort "Roller Bulls Ostbelgien". Die einen finden es gut, die anderen müssen sich mit dem neuen Namen noch anfreunden. Sportlich ändert sich ohnehin nichts für den Symphathieträger aus der Eifel, doch die Frage darf erlaubt sein: Muss diese Namensänderung denn sein? Ein Zwischenruf.

BRF-Redakteur Christophe Ramjoie

BRF-Redakteur Christophe Ramjoie

Liebe Werbestrategen der Standortmarke Ostbelgien,

es ist ja normal, dass ihr euer Produkt so gut wie möglich platzieren wollt. Die Fähnchen, Banner und Logos sind ja kaum noch zu übersehen und prägen sich immer weiter bei der Bevölkerung ein. Irgendwann sind aber auch mal Grenzen erreicht und die Frage darf erlaubt sein, ob das noch notwendig ist.

Doch was um Himmels Willen soll der künstliche Eingriff bei dem gut funktionierenden Namen der „Roller Bulls“. Es wirkt wie gut gemeint und schlecht gemacht. Die neue Namensgebung findet sich im Logo nur sehr schlecht wieder. Und was soll das überhaupt? Natürlich verfolgt man eine Strategie ähnlich der von Südtirol, um Ostbelgien bekannt zu machen. Auch in Südtirol gibt es den FC Südtirol Bolzano. Aber tut es nicht einfach nur ein Aufdruck des Logos, wie man es bei der AS Eupen schon getan hat?

Man stelle sich vor, die Macher von Ruhr 2010 hätten Schalke oder Dortmund den Traditionsvereinsnamen „Ruhrgebiet“ aufgedrückt, wo doch jeder weiß, wo da der Hammer hängt. Natürlich kann man sagen, der FC Bayern München trägt seine Herkunft auch im Namen. Aber in Bayern wurde das schon immer ein wenig anders gehandhabt.

Zum Schluss noch ein paar Vorschläge für neue Namen in der ostbelgischen Parteienlandschaft, die ja sicher auch das Label nun am rechten Fleck tragen muss. Wie wäre es mit SPostbelgien, oder PFFostbelgien, oder weil es ja auch gut zu den Bierdeckeln passt, PROostbelgien.

In diesem Sinne nichts für ungut,

Ihr Christophe Ramjoie
(Ost)belgischer Rundfunk

Christophe Ramjoie - Bild: BRF

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2 Kommentare
  1. Dieter Leonard

    Bis vor wenigen Wochen konnte man auf der Internetseite ostbelgien.live, früher dg.live den ausdrücklichen Hinweis lesen, dass die Deutschsprachige Gemeinschaft nicht mit den Ostkantone bzw. Ostbelgien zu verwechseln sei.
    Diese Begriffe (Ostkantone und Ostbelgien, damals auch Neubelgien) seien 1920 (Versailler Vertrag) nach der Annexion der Kantone Eupen, Malmedy und St. Vith durch Belgien enstanden. Ostbelgien umfasse mit Malmedy und Weismes mehr als die 9 deutschsprachigen Gemeinden der DG.
    Nach meiner Nachfrage im Ministerium der DG und PDG wie es möglich sei, dass man die Deutschsprachige Gemeinschaft in ihrer Außendarstellung jetzt Ostbelgien nenne und auf der Internetseite ausdrücklich vermerkt sei, dass die DG nicht mit Ostbelgien zu verwechseln sei, hat man kurzerhand diesen vormals als wichtig erachteten Passus gestrichen. Dies kommt mir so vor wie ein kleines Kind, dass sich die Hände vor das Gesicht hält im Glauben, man würde es so nicht mehr sehen. Ostbelgien treibt weiterhin seltsame Blüten.

  2. Jean-Pierre DRESCHER

    Unser „Volk“ gibt sich selber auf bzw. verkauft uns an die lieben Wallonen. Seitdem Karl-Heinz Lambertz nicht mehr MP unserer DG ist gehts bei uns rapide abwärts in vielen Bereichen. Vor allem was das Benehmen angeht und unsere Werte die wir als stolze deutschsprachige Bevölkerung über viele Generationen gegen alle gewaltsame Widerstände unserer jeweiligen Besatzer mit viel Diplomatie erarbeitet haben.

    Es ist wie der damalige Beginn der „500-Jährigen Nacht“ der Norweger, als Dänemark Norwegen unter Mitwirkung des norwegischen Königs in der „Personalunion“ mit Dänemark seiner Identität beraubte und später die dänischen Besatzer 1814 von dem schwedischen König abgelöst wurden. Erst 1905 ist Norwegen wieder ein freies Land ohne „Personalunion“ mit fremden Nachbarn.

    Muss es uns wirklich genauso gehen bis unsere Entscheidungsträger aus Schaden klug werden?

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