Unvoreingenommen neugierig: Das Kulturforum arsVitha startet mit zwei neuen Veranstaltungskonzepten

Electronic Pop-Rock aus Antwerpen oder internationale Videokunst zu sphärischen Klängen - das gibt es in Ostbelgien nicht alle Tage. Das Kulturforum arsVitha startet mit zwei neuen Veranstaltungskonzepten: das eine verbindet Kino und Konzert, das andere bietet aufstrebenden belgischen Künstlern eine Bühne.

Jan Piette und Jenny Dederichs

Jan Piette und Jenny Dederichs

„Warhola“ aus Antwerpen ist nicht irgendeine Band, erklärt arsVitha-Kulturmanagerin Jenny Dederichs: „Warhola hat 2014 Humo’s Rock Rally gewonnen, das gilt als wahres Karrieresprungbrett. Und so war es auch bei Warhola. Sie haben 2015 einen großartigen Start mit dem Debüt „Unravel“ hingelegt, sie haben zu Beginn diesen Jahres ihre neue Single „Lady“ herausgebracht und haben dann vor einigen Wochen vor ausverkauftem Haus in der „Ancienne Belgique“ einen großartigen Auftritt hingelegt.“

Nun sind sie in St. Vith zu hören – neben der Indie-Rock-Band „Tommigun“ aus Brüssel. „Tommigun“ sind im besten Sinne aufstrebende belgische Künstler, von denen es künftig noch mehr in St. Vith zu sehen und zu hören geben soll, sagt arsVitha-Geschäftsführer Jan Piette: „Genretechnisch wird es für unsere neue Reihe keine Limitierung geben. Da sind wir völlig offen. Das Konzept ist wirklich, belgische Künstler zu präsentieren. In diesem Fall haben wir Tommigun und Warhola, die zum einen Indie-Rock machen und Electronic Pop Rock. Die Zielsetzung ist unterschiedlich. Da geht es uns zum einen darum, renommierte Künstler aus der Region Brüssel und Flandern in unsere Gegend zu bringen, dem lokalen Publikum vorzustellen – in diesem Sinne die belgische Kunstszene weiter zu verknüpfen.“

Eben: „100 % Belgian Artists“, wie arsVitha die neue Veranstaltungsreihe sprachgrenzenüberschreitend getauft hat. „Dazu muss man auch sagen: arsVitha hat einen kulturellen Auftrag und dieser kulturelle Auftrag beinhaltet eben auch die Förderung der Kunst- und Kulturszene. Mit diesem neuen Konzept möchten wie eben dieses Konzept der Förderung auf die gesamtbelgische Szene erweitern, das heißt arsVitha möchte aufstrebenden belgischen Künstlern ein Forum bieten… in diesem Fall eben ein Stehkonzert im Triangel“, sagt Jenny Dederichs.

Reihe „KinoKonzert“

Praktisch auf der anderen Straßenseite bietet das Kino Corso den Rahmen für ein zweites Experiment: In ziemlich genau einem Monat startet dort die Reihe „KinoKonzert“: „Gerade das Kino Corso in St. Vith versprüht mit seiner altehrwürdigen Architektur, angelehnt an die Dreißiger Jahre, einen ganz besonderen Charme, und die Idee, in diesem Kino Kulturveranstaltungen zu organisieren, ist seit längerem eine Herzensangelegenheit von arsVitha.“ Und dafür hat sich der St. Vither Kulturveranstalter die passende Verstärkung gesucht: „Mit meakusma haben wir wirklich einen Partner gefunden, der im Bereich der elektronischen Musik innerhalb Belgiens eine absolute Vorreiterrolle besitzt und deswegen sind wir sehr glücklich darüber, dass wir mit ihnen gemeinsam die Reihe „KinoKonzerte“ präsentieren können“, so Jenny Dederichs weiter.

arsVitha und meakusma versprechen sich davon „ein durchdringendes audiovisuelles Ereignis“, wie es in der Ankündigung heißt. Am 3. Juni kommen die amerikanische Komponistin und Videokünstlerin Christina Vantzou und der Niederländer Jozef van Wissem ins Kino Corso. Auch hier setzt arsVitha auf ein unvoreingenommenes, neugieriges Publikum: „Zum einen über das Konzept an sich. Das ist natürlich super spannend diese Kombination aus digitaler Videokunst, gepaart mit elektronischer und instrumentaler Live-Musik. Und zum anderen natürlich über die Videokünstler selbst. Also Jozef Van Wissem ist wirklich kein Unbekannter. Zahlreichen Besuchern wird er spätestens seit seinem Soundtrack zu dem Film ‚Only Lovers Left Alive‘ von Jim Jarmusch bekannt sein und die ersten Buchungen kamen aus Luxemburg, es ist also ganz klar, dass das Publikum eben auch aus dem angrenzenden Gebiet stammt“, schlussfolgert Jenny Dederichs.

Die beiden neuen Konzepte sehen Jenny Dederichs und Jan Piette in der Linie der bisherigen Arbeit von arsVitha: „Es hat schon Konzerte im Kino gegeben, das ist jetzt nur ein neues Format, das man entwickeln möchte, was dann auch eine feste Größe wird, es hat auch schon Bands gegeben aus Flandern und Brüssel, aber wir versuchen halt hier auch ein gewisses Format zu etablieren, was dann auch länger hält.“ Eine erste Kostprobe gibt es an diesem Mittwoch im Café Trottinette mit „Tommigun“ und mit „Warhola“…

Stephan Pesch - Bilder: Julie Calbert, Nicolas Karakatsanis, Stephan Pesch/BRF, Tommigun und William Lacalmontie

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