Statt Francofolies nun Belgofolies

In Spa wird es im Juli etwas für die Ohren der Musikfans geben: Bei den Belgofolies treten erfolgreiche belgische Musiker auf. Das Festival ersetzt die bekannten Francofolies de Spa, die schon das zweite Jahr infolge verschoben werden müssen. Die Organisatoren um Charles Gardier bieten mit den Belgofolies ein angepasstes Festivalkonzept.

Francofolies 2021

Archivbild: Virginie Lefour/Belga

Das Line-up der Belgofolies ist zu hundert Prozent belgisch. 26 Künstler der belgischen Musikszene werden innerhalb von sechs Tagen fast 30 Konzerte geben. Das Festival wird etwas von den Francofolies haben – auch wenn sich alles innen abspielt.

„Das Casino ist ein toller, großer Saal“, sagt Charles Gardier, der Co-Direktor der Francofolies von Spa. „Wir haben uns gedacht, dass es so realistischer ist – auch wenn wir aktuell wenig Informationen haben. Muss das Publikum sitzen? Wie sieht es im Juli und August aus? Wir wissen es nicht. Wir fanden es vernünftig, innen und mit Sitzplätzen zu arbeiten. Immerhin sind wir in Belgien. Wir hoffen auf gute Stimmung und ein schönes Festival mit Auftritten von hoher Qualität. Jedenfalls setzen wir alles daran.“

Das Festival wird zur gleichen Zeit stattfinden, wie in den anderen Jahren die Francofolies. Es wird sogar zwei Tage länger dauern. Nur weiß bisher niemand, wie viele Zuschauer in den Saal hinein dürfen. Charles Gardier hofft, bald zusätzliche Informationen zu erhalten. Er unterstreicht den guten Willen der Stadt Spa. Alle wollten, dass die Belgofolies gut werden. Klar sei aber auch, dass man sich an die Sicherheitsvorschriften halten werde. Die Angaben hierzu seien momentan nicht klar.

In der Kulturbranche wir langsam gelockert. Die Künstler und Zuschauer sind ungeduldig und möchten ein echtes Konzert erleben. „Wir spüren, dass die Menschen wieder in Konzertstimmung kommen möchten“, sagt Gardier. „Wir wissen, dass es nicht dasselbe Festival wie bei den Fracofolies sein wird. Aber damit haben wir uns abgefunden.“ Publikum und Künstler wünschten sich das Festival von ganzem Herzen. Als man die Künstler gefragt hat, ob sie Teil der Belgofolies sein möchten, seien die Reaktionen bewegend gewesen, so Gardier.

Viele Musiker sind in der Corona-Zeit nicht vor Publikum aufgetreten. Einige befinden sich seitdem in einer prekären Lage. Gleichzeitig gebe es Solidarität und die unbändige Lust, sich wiederzusehen. Davon werde ihm warm ums Herz, sagt Charles Gardier. Das ganze Team freue sich auf das Festival und setze alles daran, die Belgofolies zu einem besonderen Erlebnis zu machen.

Einige Top-Acts sind schon bekannt: Loic Nottet, Hooverphonic, Typh Barrow, Ykons, Suarez, Sharko und Glauque. Das Line-up wird in den nächsten Tagen den letzten Schliff erhalten. Die praktischen Infos teilen die Organisatoren mit, sobald sie über die definitiven Angaben verfügen.

Die Belgofolies finden vom 20. bis zum 25. Juli statt.

Chantal Scheuren