ESC-Tagebuch: Italien gewinnt den 65. Eurovision Song Contest

Italien ist Sieger des Eurovision Song Contest 2021 in Rotterdam. Am Ende hatten Måneskin und ihr Hardrock-Beitrag "Zitti e Buoni" mit 524 Punkten die Nase vorn. Platz zwei ging an Frankreich, Platz drei an die Schweiz. Somit haben sich die Favoriten durchgesetzt. Der belgische Song "The Wrong Place" von Hooverphonic erreichte den 19. Platz.

ESC 2021 Italien gewinnt den 65. Eurovision Song Contest (Bild: EBU/Thomas Hanses)

ESC 2021 Italien gewinnt den 65. Eurovision Song Contest (Bild: EBU/Thomas Hanses)

Nach der Punktevergabe aus den professionellen Jurys lag Belgien mit 71 Punkten auf dem 13. Platz. Die Schweiz führte vor Frankreich, Malta und Italien. Danach wurden die Punkte der Zuschauer addiert. Da kamen leider nur drei Punkte dazu. Somit beendet Belgien den ESC 2021 auf dem 19. Platz.

Blamage für Großbritannien: James Newman erhielt weder von den Jurys, noch von den Zuschauern Punkte. Auch Deutschland, Spanien und die Niederlande erhielten keine Punkte der Televoter. Deutschland erzielte damit mit Jendrik den vorletzten Platz.

Es waren wieder die verschiedensten Musikrichtungen, die einen musikalischen Bogen über Europa spannten, vom zeitlosen französischen Chanson und portugiesischem Soul zum zeitgemäßen Rock aus Italien und „organisierten Krach“ aus Finnland, von einfachen eingängigen Hüpfnummern und Schreihälsen zu Elektro-Pop aus der Ukraine und Lettland, außerdem Mainstreamschlager aus Schweden und Happy Sound aus den 1980er Jahren wie Dänemark, der es aber leider nicht ins Finale geschafft hat.

Natürlich fand der ESC in Rotterdam unter größten Sicherheits- und Hygienebedingungen statt. Um die Risiken möglichst klein zu halten, konnten die teilnehmenden Länder erstmalig auf die Chorsänger verzichten und per Playback zuspielen. Außerdem wurden nur 500 Journalisten zugelassen statt wie sonst 1.500. Es wurde ein Online-Pressecenter eingerichtet, sodass die Journalisten, die nicht vor Ort sein konnten, aus ihrem Homeoffice arbeiten konnten. Auch Fan-Akkreditierungen gab es in diesem Jahr nicht.

Alle Beteiligten, vom Bühnenarbeiter über das Cateringpersonal bis zu den Künstlern mussten sich im eigens dafür eingerichteten Testcenter alle 48 Stunden auf Corona testen lassen. Dabei hat es ja dann auch die Isländer sowie den Sieger von 2019 Duncan Laurence getroffen. Beide Acts konnten nicht live auftreten und wurden per Video zugeschaltet.

Platz 19 für Hooverphonic beim ESC 2021 (Bild: Kenzo Tribouillard/AFP)

Platz 19 für Hooverphonic beim ESC 2021 (Bild: Kenzo Tribouillard/AFP)

Mit Argusaugen haben auch Veranstalter und Künstler in ganz Europa diesen Eurovision Song Contest beobachtet. Ist das Ende der Corona-Beschränkungen in Sicht? Ende April wurde entschieden, dass die drei Shows (erstes und zweites Halbfinale und Finale) sowie die jeweils drei Generalproben mit je 3.500 Zuschauer stattfinden können – ein Feldversuch des deutschen Epidemiologen Andreas Voss, der dadurch erforschen will, ob in naher Zukunft wieder Veranstaltungen dieser Art möglich sind.

Das Publikum musste sich vor und nach dem Besuch in der Ahoy Arena testen lassen und sich einverstanden erklären, an dem Versuch teilzunehmen. Damit brachte der ESC nach dem Ausfall im vergangenen Jahr wieder ein bisschen Normalität zurück und die Veranstaltungsbranche kann schauen, ob und wie es weitergehen kann.

Und wieder einmal war es die Musik, die die Welt verbindet, nicht umsonst hat der Eurovision Song Contest als größtes europäisches – besser: eurovisionäres – Popfestival 2016 die Karlsmedaille der Stadt Aachen erhalten.

Das war’s live vom ESC in den Niederlanden. Ich sage „tot ziens Rotterdam“.

Biggi Müller