„The Show Must Go On“: Kiwanis und Agora organisieren digitales Neujahrskonzert

Seit vielen Monaten schon muss die Kultur pausieren. Für Künstler und Musiker keine einfache Zeit. Auch sie hoffen, dass 2021 ein Jahr der Besserung wird. Es gibt Lichtblicke, wie jetzt ein Konzert, das von zwei Serviceclubs organisiert wurde - ohne Publikum, dafür wird es aber im Fernsehen und Internet, unter anderem im BRF ausgestrahlt.

"The Show Must Go On": Kiwanis und Agora organisieren digitales Neujahrskonzert (Bild: Andreas Lejeune/BRF)

"The Show Must Go On": Das Neujahrskonzert von Kiwanis und Agora wird am Samstag ausgestrahlt (Bild: Andreas Lejeune/BRF)

Die Konzertvorbereitungen laufen. In der „Salle de la fraternité“ in Malmedy treffen am Sonntagnachmittag nach und nach die Sänger und Musiker ein. Vor der Bühne stehen Stühle aufgereiht – doch die werden leer bleiben. Es ist nämlich kein Konzert, wie man es gewohnt ist, das hätte aktuell auch keiner erwartet.

Hinter der Organisation stehen die Service-Clubs Agora Malmedy und Kiwanis Malmedy Hautes-Fagnes. „Unsere Aktionen während des Jahres dienen ja der Unterstützung von Personen in Not“, erklärt Bernd Hugo, Präsident des Kiwanis-Clubs. „Für uns war es dieses Jahr ganz ganz wichtig, die Künstler weiterhin zu unterstützen. Die haben normalerweise eine Konzertreihe von zwölf Konzerten, die nicht stattfinden können, weil eben das Publikum nicht zugelassen wird. Und deswegen haben wir uns entschieden, diese Künstler durch dieses virtuelle Fernsehkonzert weiter zu unterstützen. Weil hinter jedem Künstler ist ja auch eine Familie und im Endeffekt auch Kinder in Not.“

Im Vergleich zu den letzten Jahren stellte die diesjährige Ausgabe jedoch eine zusätzliche Herausforderung dar, wie Bettina Töller, Präsidentin des Agora-Serviceclubs erklärt. „Ein neues Business-Modell musste ausgedacht werden, mit einem richtigen Lastenheft und allem Drum und Dran, damit alle Normen auch erfüllt werden, vom Sicherheitsabstand her. Und das ist ein richtig tolles neues Konzept geworden.“ Das Corona-Protokoll für den Kultursektor musste strengstens eingehalten werden. Schließlich befinden sich Sänger, Bläser und Streicher gleichzeitig auf einer Bühne.

Und da dieses Jahr nicht das Publikum zum Konzert kommen kann, muss das Konzert notgedrungen zum Publikum gebracht werden. „Da haben wir auch das Glück, dass in einem unserer Clubs ein Professioneller aus der Multimedia-Branche Mitglied ist: Patrick Lienne, der ist Mitglied des Kiwanis-Clubs. Patrick ist einer der Co-Organisatoren des Musikfestivals Francofolies.“

Auch programmtechnisch wird dieses Jahr das ein oder andere anders sein. „Um ein bisschen Rhythmus reinzubringen, haben wir dieses Jahr beschlossen, dass wir die Aufnahmen des Konzerts mit Aufnahmen unserer schönen Gegend vervollständigen. Und zwischen den Stücken, da es kein Publikum gibt und auch keinen Applaus, gibt es Auszüge aus Interviews“, erklärt Bettina Töller. Interviewt werden die Serviceclubs, ein Lungenarzt sowie der Dirigent des ‚Euro Symphonic Orchestra‘, Pascal Peiffer.

Für Peiffer und sein Orchester waren die letzten Monate deprimierend. Seit März haben sich die Musiker nicht mehr gesehen, umso wichtiger sei nun diese Möglichkeit, sagt Pascal Peiffer. Endlich wieder spielen können – für den Kultursektor ein erster wichtiger Schritt. Auch wenn Normalität noch weit entfernt ist. Das Publikum wird fehlen, ist sich der Dirigent sicher. „Aber wir haben nunmal keine Wahl“, betont Pascal Peiffer. Bis dahin bleibt die Hoffnung, dass digitale Konzerte ein Übergang hin zur Normalität sind.

Sendetermin

Das Konzert wird am Samstag (9. Januar) ausgestrahlt:

Andreas Lejeune