Stephan Brings feiert 55. Geburtstag

Brings steht für Rockmusik und für Musik, die schon in den 90er Jahren den Karneval aufgemischt hat. Namensgeber sind die Brüder Stephan und Peter Brings. Stephan, der Mann mit dem Schottenrock und am Bass, wird am Dienstag 55.

Stephan Brings im BRF-Studio (Archivbild: BRF)

Wenn Stephan Brings an sein Sternzeichen „Jungfrau“ denkt, dann fällt ihm ein, dass er schon pedantisch und pingelig ist, gerade so wie man es der „Jungfrau“ nachsagt. Ansonsten ist er ein offener Typ mit einem großen Herzen, dem es gelingt, sich auf wesentliche Dinge des Lebens zu konzentrieren und das, was ihn beschäftigt, kundzutun.

„Ich fühle mich eigentlich gut“, lautet seine Bilanz zu seinem Geburtstag. Aber er rechnet. „Man wird sich bewusst, wie weit man schon auf der Strecke gekommen ist, dass es deutlich über die Hälfte ist.“

Geboren in Ehrenfeld, aufgewachsen in Nippes fühlt Stephan Brings sich mit seiner Frau Birgit in der Eifel zuhause. Stephan Brings, ein Mann ohne Führerschein, ist glücklich in seinem Haus, in einem kleinen Ort bei Mechernich. Von dort aus fährt er mit seinem Fahrrad in alle Himmelsrichtungen, um zu entspannen, aber auch zur Probe und zu Auftritten nach Köln. Das sind kreative Touren. Dabei hat er neue Songideen. „Du hältst an, musst auf grün warten und auf einmal ist was da im Kopf, dann bleibe ich stehen, singe das rein, fahre weiter, dann halte ich an, verbessere das, sing ich das wieder“, erzählt er.

Die Idee zum Lied „Polka Polka Polka“hat Stephan Brings eingebracht. Er konkurriert da gerne mit seinem älteren Bruder Peter. „Ehrgeiz habe ich auf jeden Fall. Wir sind ja Brüder in der Band und eher wie so Jungs auf dem Spielplatz. Kumma hier, mein Bagger ist aber größer als deine Raupe – das ist bei uns bis heute so.“

Im Augenblick fällt es Brings wie allen Künstlern schwer, an Auftritte zu kommen. Aber Corona hat die Band erfinderisch gemacht. Sie tauchte in Autokinos auf. „Wir waren die Allerersten. Es gab Berichte über unser Autokino in kyrillischer Schrift in Moskau, in den News in New York und Los Angeles, da hat noch keiner gespielt.“

Eigentlich wollte Stephan in jungen Jahren mit seiner Band mal in Hollywood oder London aufschlagen, das hat aber nicht geklappt. Heute besinnt der bodenständige Familienmensch sich auf das, was er erreicht hat, und benennt das, was für ihn wichtig ist: „Der Stärkere muss auf den Schwächeren auf jeden Fall aufpassen und die, die was haben, müssen auch echt bereit sein, die, die weniger haben, durchzuziehen“.

Horst Senker