„Mr. Sexbomb“ oder „Der Tiger“: Tom Jones wird 80

Hüftschwingend, schreiend und schluchzend machte der Waliser Tom Jones Karriere. Mit seinen Songs eroberte er die ganze Welt. Mit Singles und Alben belegte er in zahlreichen Ländern Spitzenplätze - und das schon seit 1965. Am Sonntag wird Tom Jones 80 und beweist noch immer seine alte Spannkraft und seine Lust auf Bühne.

Singen sei für ihn keine Arbeit, sagt „Mr. Sexbomb“ Tom Jones, es sei einfach nur Spaß. Es sei so, als würde man für ein Hobby bezahlt, das zum Beruf geworden ist. Bergmann hätte Tom Jones in seiner walisischen Heimat werden sollen, so wie sein Vater. Aber mit zwölf erkrankte er an Tuberkulose und seine Lunge war zu schwach, um unter Tag zu arbeiten. Dann wurde er einer der stimmgewaltigsten Sänger weltweit.

In den Pubs und Clubs in Wales absolvierte Tom Jones seine ersten Auftritte. Weil es keine Mikrophone gab, musste er besonders dort laut singen. Den Beinamen „Tiger“ hatte Tom Jones sich schon vor seinem Durchbruch in einem Tanzschuppen verdient. „Wir konnten nicht Instrumentals spielen, es sollten gesungene Lieder sein. So sang ich vier Stunden lang und der Manager des Tanzschuppens sagte über mich, er bewegt sich auf der Bühne wie ein Tiger.“ Das stand am nächsten Tag in der Zeitung.

Bald landete er auch den ersten Hit in den britischen Charts. Das war „It’s not unusual“. Dem Songschreiber Gordon Mills verdankt Tom Jones seinen Einstieg ins Showgeschäft. Er empfahl ihm: „Du solltest Platten aufnehmen und in London sein, aber ich sagte, ich kenne niemanden in London. Da meinte er, ich helfe dir und er schrieb meinen ersten Hit ‚It’s not unusual‘.“

Tom Jones sang einen James Bond-Song („Thunderball“) und den Titel zur Erfolgskomödie „What’s new Pussycat“. Ein Hit folgte auf den nächsten, dazu gehörten auch „Delilah“ oder „She’s a lady“. Den Damen hatte der dauerhaft verheiratete Raufbold es besonders angetan. Sie warfen ihm Wohnungsschlüssel und Unterwäsche auf die Bühne.

Hinterher bekam Tom Jones für seine vielen Affären nachweislich Schläge von seiner Frau Melinda, die er schon als Teenager geheiratet hatte. Trotzdem blieb sie bei ihm, bis zu ihrem Tod 2016. Tom Jones sang aber nicht nur für Frauen, sondern begeisterte mit seinen Songs auch Männer, die ihn als kraftvoll und ehrenhaft schätzten.

In Las Vegas füllte Tom Jones mit seinen Shows die Casinos, aber im Laufe der Zeit sang der Tiger nur noch vor grauen Panthern. In den Hitparaden wurde es stiller um ihn. Sein Sohn Mark verpasste ihm deshalb in den 80er Jahren ein frisches Image, um zu zeigen, dass ein Tiger niemals seine Streifen verliert. Und mit „Kiss“ von Superstar Prince schaffte Tom Jones ein Comeback in den Charts.

Bei seinem Comeback haben den Weltstar Schlagzeilen begleitet wie „Der Tiger darf wieder fauchen“ oder „Der Tiger schlägt wieder zu“. Ihn wiederum schlug Königin Elizabeth, nämlich zum Ritter und seitdem heißt Tom Jones Sir Thomas. Und der ist bis heute umtriebig, sitzt in der Jury der britischen Talentshow „The Voice“ und plant eine Welttournee.

Und er besingt noch immer die für ihn wichtigste Sache der Welt. „Die Beziehung zwischen Mann und Frau, das ist es doch. Deshalb singe ich darüber. Das betrifft jeden.“

Horst Senker

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