Online-Konzert der Harmonie Hergenrath

Nicht nur wir vermissen Konzerte, sondern auch die Musiker selbst. Viele weichen daher ins Netz aus und geben dort vor laufender Kamera ihre Lieder zum Besten. Dabei ist es eine Sache so etwas als Solo-Künster oder Band auf die Beine zu stellen, eine ganz andere ist es jedoch, ein Online-Konzert als 60-köpfiges Ensemble zu wagen. Die Harmonie Hergenrath hat aber genau das gemacht.

Normalerweise trifft Stefan Werding seine Ensemble-Kollegen mindestens einmal pro Woche. Doch auch der Harmonie Hergenrath hat Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Seit Wochen keine Proben mehr. Bis der Schlagzeuger auf eine Idee kam: ein Online-Konzert. Und das kam bei den anderen Mitgliedern ziemlich gut an.

„Ich war total baff. Von einem Tag auf den anderen kamen direkt Antworten per E-Mail und WhatsApp wie: ‚Ja, wir machen das!‘, ‚Tolle Idee!‘, ‚Endlich nochmal was Positives in der ganzen Ausgangssperrenzeit.‘. Es waren alle voll begeistert, was man auch sieht, denn wir sind jetzt zum Schluss knapp 60 Leute gewesen, die mitgemacht haben“, erzählt Werding.

„Das war natürlich eine Herausforderung, aber auch eine Motivation für uns, zum Schluss ein tolles Produkt, einen tollen Film, einen tollen Beitrag zu haben.“

Dabei hieß es am Anfang erst mal: planen. Denn ein Online-Konzert mit rund 60 Ensemblemitgliedern auf die Beine stellen, passiert nicht mal eben so.

Stefan Werding, Schlagzeuger bei der Harmonie Hergenrath und Initiator des Online-Konzerts (Bild: Sarah Dederichs/BRF)

Stefan Werding, Schlagzeuger bei der Harmonie Hergenrath und Initiator des Online-Konzerts (Bild: Sarah Dederichs/BRF)

„Am Anfang wussten wir gar nicht wohin die Reise gehen sollte. Wir hatten einfach die Idee, zusammen nochmal was zu machen“, sagt Werding rückblickend. „Wir haben dann gesagt, dass wir dieses Stück ‚That’s 4 You‘ digital an alle Musiker schicken und dann die Videos sammeln, die sie dabei drehen, um das Ganze dann zu einem echten Orchester-Video zusammen zu schneiden.“

Dabei ist das Stück eine Eigenkomposition vom Posaunisten der Harmonie. Stellt sich die Frage: Wie spielt man ein unbekanntes Orchesterstück im richtigen Takt alleine im heimischen Wohnzimmer ein? Ohne Anleitung ging das nicht. „Unser Dirigent Reiner Hilger hat das Originalstück einmal eindirigiert per Video“, verrät der Initiator. „Dieses Video haben wir dann allen Musikern geschickt. Es diente ihnen als Referenz, um sich dann selber wieder beim spielen aufzunehmen.“

Nach dem Einspielen ging es dann in die heiße Phase: die Produktion. Für Ton und Video fing hier die eigentliche Arbeit erst richtig an. „Die Videos haben wir in einem Cloudspeicher gesammelt und unserem Toningenieur Patrick Lemmens, der auch Musiker bei uns im Verein ist, zur Verfügung gestellt. Er hat dann aus allen Tonspuren von den einzelnen Smartphonevideos eine Tonspur gemacht, so dass wir einen orchestralen Sound hatten. Den haben wir dann wieder unter die Videos gemischt, die ich zusammengeschnitten habe und daraus ist dann unser Endvideo entstanden, das wir dann auf YouTube veröffentlicht haben.“ Und das kann sich sehen und auch hören lassen.

Sarah Dederichs

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3 Kommentare
  1. Louis Mostert

    Mehr davon Bitte , Bravo

  2. Jean-Pierre DRESCHER

    Net schlecht.

  3. Siegfried und Gaby Jenniges

    Tolle Idee, hat uns sehr, sehr gut gefallen. Das ist Teamgeit auf höchster Stufe. Dies wünschten wir für Europa.

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