Biggis ESC-Tagebuch: Finale wieder ohne Belgien

Enttäuschte Gesichter beim belgischen Team und den Beobachtern: Alle hatten fest damit gerechnet, dass Eliot ins Finale kommen wird, aber die Moderatoren wollten es nicht verkünden. Am Ende hieß es für Eliot, Abschied vom ESC 2019 zu nehmen. Verstehen konnte es keiner, hatte Eliot doch einen überzeugenden Auftritt geliefert.

Eliot schafft es nicht ins Finale des ESC 2019 (Bild: Jack Guez/AFP)

Eliot schafft es nicht ins Finale des ESC 2019 (Bild: Jack Guez/AFP)

Pünktlich um 22 Uhr Ortszeit erklangen die Töne der Eurovisionsfanfare, traditionell der Startschuss zum weltgrößten und weltbekanntesten Musikwettbewerb, dem Eurovision Song Contest. Bereits zum 64. Mal wird er ausgetragen.

Nachdem im vergangenen Jahr eine pfundige Dame namens Netta mit ihrem stellenweise gegackerten Song „Toy“ den Sieg errungen hatte, durfte oder musste 2019 Israel Gastgeber sein. Dies versetzte schon seit Monaten eine ganze Nation in den Zustand größten Stolzes, ist doch der alljährliche musikalische Wettstreit die Möglichkeit, eine Stadt, ein Land, eine Kultur vor Hunderten von Millionen an Fernsehzuschauern zu präsentieren.

Diese einmalige Chance sahen auch die mit Israel verfeindeten Organisationen, die zu Beginn der Probenwochen hunderte von Raketen auf israelisches Staatsgebiet feuerten. Der Song Contest geriet in die Gefahr, zum Spielball widerstreitender politischer Interessen zu werden und schließlich konnte ein offiziell von Ägypten ausgehandelter Waffenstillstand vorübergehende Ruhe in das Land bringen.

Hiervon unbeeindruckt sangen im ersten Halbfinale 17 Kandidaten vor, mit dem gemeinsamen Ziel, eines der heißbegehrten zehn Finaltickets für das große, alles entscheidende Finale am Samstag zu ergattern. Das Tel Aviv Convention Center, ein Messe- und Kongresszentrum, bebte vor Begeisterung, war das doch der Moment, auf den Israel sehnsüchtig gewartet hatte, sich als technisch brillanter und charmanter Gastgeber zugleich zu empfehlen.

Aber nicht nur in der Veranstaltungshalle, sondern auch in der Stadt und natürlich an den legendären Stränden wurde gefeiert. Tel Aviv wurde zu einer Stadt der Gegensätze – hier strengste Sicherheitsvorkehrungen, um einen geordneten Ablauf zu garantieren – dort diese lebenslustige, pulsierende Metropole. Tel Aviv gilt zu Recht als die Partyhochburg im östlichen Mittelmeerbereich und ist zugleich die weltoffenste und liberalste Stadt des Nahen Ostens.

Eliot für Belgien mit Startnummer zehn

Mitten in diesem Hexenkessel trat mit Startnummer zehn Eliot an. Sein „Wake Up“ sang er gewohnt makellos, tanzte dazu perfekt und lieferte einen grandiosen Auftritt, der enormen Beifall fand. Doch würde dies in diesem so bunten Teilnehmerfeld für den Finaleinzug reichen?

Feurige Klänge aus Zypern, folkloristischer Schreigesang (so der Fachbegriff) aus Polen, moderne Sounds aus Tschechien, aber auch Balladen aus Serbien und gefälliger Party-Singalong aus San Marino konkurrierten mit dem blutjungen, so sympathischen Eliot. Und nicht zu vergessen der Aufreger aus Island, die Gruppe Hatari, die provozierend, blutrünstig, mit Sado-Maso-Anleihen den polarisierendsten Beitrag des Abend lieferte.

Diese Länder haben es in das Finale geschafft (in der Reihenfolge ihrer Nennung in der Show): Griechenland, Weißrussland, Serbien, Zypern, Estland, Tschechien, Australien, Island, San Marino und Slowenien.

Zehn Länder haben sich beim ersten Halbfinale des ESC qualifiziert (Bild: Jack Guez/AFP)

Zehn Länder haben sich beim ersten Halbfinale des ESC qualifiziert (Bild: Jack Guez/AFP)

Biggi Müller

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