La Monnaie zaubert den Opernbesuchern zum Jahresende ein Lächeln ins Gesicht

Zum Jahresende glückt es der Brüsseler Oper La Monnaie dank einer sehr gelungenen Produktion der Oper "Don Pasquale" von Gaetano Donieztti, allen Besuchern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Inszenierung, Sänger und Orchester zeigten sich alle von ihrer besten Seite.

"Don Pasquale" (Bild: Baus/La Monnaie)

"Don Pasquale" (Bild: Baus/La Monnaie)

Es darf viel geschmunzelt sogar an einigen Stellen richtig gelacht werden: So humorvoll und doch auch niveauvoll kann Oper sein. Dem Regisseur Laurent Pelly und dem ganzen musikalischen Team unter der vortrefflichen Leitung von Alain Altinoglu gelingt zum Jahresende in La Monnaie ein sehr heiterer Abend, der die Besucher strahlend und glücklich in den Brüsseler Nachthimmel entlässt.

Donizetti liefert mit seiner Opera Buffa die geniale Vorlage für diesen unterhaltsamen Abend. Es ist die Geschichte des schon etwas älteren Junggesellen Don Pasquale, der noch einmal in die Rolle des Liebhabers schlüpfen will. Dank seines Freundes Doktor Malatesta heiratet er die junge hübsche Norina, die allerdings in Ernesto, den Neffen des Alten verliebt ist. Die gerissene Norina schafft es, Don Pasquale an der Nase herumzuführen und ihm das Leben zur Hölle zu machen, so dass er am Ende ganz glücklich ist, sie wieder los zu werden und einer Heirat mit Ernesto steht er auch nicht im Wege.

Das Ganze könnte nun als platte Komödie auf die Bühne gebracht werden, was manchmal sogar schon der Fall war, aber Laurent Pelly ist ein wahrer Meister der Unterhaltung. Sehr subtil, mit Esprit und einer perfekten Personenführung zeigt er uns ein nie trivial wirkendes Lustspiel.

Dazu trägt auch das ebenso einfache wie kongeniale Bühnenbild von Chantal Thomas bei, eine sich nach hinten verengende Straße, in der auf der mittig platzierten Drehbühne das Wohnzimmer des Don Pasquale zu sehen ist, in dem die ganze Handlung spielt. Nach der Eheschließung stellt Norina das Leben des Don Pasquale total auf den Kopf, und dies im wahrsten Sinne des Wortes. Denn nach der Pause ist das Wohnzimmer tatsächlich komplett auf den Kopf gestellt.

„Don Pasquale“ verlangt neben einer ganz kleinen Intervention eines Notars nur vier Protagonisten, und allen Vieren ist in Brüssel die Spielfreude deutlich anzusehen. Da wäre zunächst Michele Pertusi als Don Pasquale. Oft wird er ja als alter Gigolo dargestellt, Pellys Blick auf Don Pasquale ist feiner gezeichnet, er ist nicht nur der in die Jahre gekommene Frauenheld, nein, man hat am Ende fast sogar ein bisschen Mitleid mit dem düpierten älteren Mann. Lionel Lhote glänzt als die Strippen ziehender Doktor Malatesta. Unser Landsmann entwickelt sich zu einer festen Größe des internationalen Opernbetriebs, stimmlich souverän und auch schauspielerisch mit viel Engagement. Joël Prieto ist ein eleganter junger Ernesto mit sehr schöner aber in den Höhen nicht immer ganz sicherer Tenorstimme. Und Danielle De Niese verkörpert grandios die Norina. Man spürt in jeder Sekunde ihr komödiantisches Talent und ebenso die stimmliche Brillanz und Sicherheit.

"Don Pasquale" (Bild: Baus/La Monnaie)

Bild: Baus/La Monnaie

Getragen wird die Produktion von einem großartig aufgelegten Symphonie-Orchester der Monnaie. Es ist ein Vergnügen, das Orchester unter der Leitung seines Chefdirigenten Alain Altinglu zu hören. Schon in der Ouvertüre wird deutlich, welchen Spaß die Musiker haben und wie jedes Pult sich einzubringen versteht. Das ist Buffo-Musiktheater auch im Orchestergraben.

Bis zum 23. Dezember steht „Don Pasquale“ auf dem Spielplan, aufgrund der dichten Aufführungsfolge ist eine Doppelbesetzung vorgesehen. So wird unter anderem Anne-Catherine Gillet an einigen Abenden die Norina singen. Es gibt übrigens noch Karten und man kann jedem Opernfreund nur empfehlen, sich diesen „Don Pasquale“ vor den Feiertagen nicht entgehen zu lassen.

Hans Reul

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