WirtschaftsWonder Orchestra im Alten Schlachthof

Die wilden Fünfziger, als es den Menschen nach Ende des Zweiten Weltkriegs wieder blendend ging, sorgten dafür, dass die Fröhlichkeit auch in die Musik zurückkehrte. Es war die "Wirtschaftswunderzeit", als Liebeskummer sich nicht lohnte und an allem nur der Bossa Nova Schuld war. Dieser Musik widmet sich das WirtschaftsWonder Orchestra am Sonntag, den 5. November, im Alten Schlachthof in Eupen.

WirtschaftsWonderOrchestra

WirtschaftsWonder Orchestra (Bild: Peter Ortmann)

Das WirtschaftsWonder Orchestra ist ein Projekt der Berufsmusiker Philippe Reul und Stephan Klinkenberg. Sie wollen damit den Orchestersound der Wirtschaftswunderzeit wiederaufleben lassen. Mit einer Kombination aus Jazz, Klassik und Pop haben damals Komponisten wie Bert Kaempfert, Herb Alpert und Ennio Morricone ein Millionenpublikum begeistert.

Daran wollen die ostbelgischen Musiker anknüpfen. „Wir haben das Repertoire ein bisschen umgestellt. Angefangen haben wir ja hauptsächlich mit den Klassikern und Orginalarrangements von früher, von Bert Kaempfert usw. Mit und mit kommt jetzt die Handschrift des Orchesters raus, auch durch die Tatsache, dass wir eben jetzt auch eigene Stücke schreiben oder eben Songs umbauen mit dem Sound von damals. Ich hab angefangen mit Smoke on the Water, 99 Luftballons,… und jetzt haben wir auch ein paar aktuelle Sachen von Coldplay oder Rihanna“, erklärt Philippe Reul. „Das klingt dann ein bisschen wie eine False Orginal Version. Man denkt, dass es aus den Fünfzigern sei und Rihanna sich daran inspiriert hat.“

Der Begriff „Wirtschaftswunder“ beschreibt den schnellen Wachstum der Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland und Österreich. Das prägte auch den Musikstil der Zeit. In den 50er und auch noch den 60er Jahren brachte sie Unbeschwertheit, Wohlstand und Frieden zum Ausdruck.

Das Konzert des WirtschaftsWonder Orchestra am Sonntag in Eupen dient auch als Einnahmequelle zur Finanzierung einer Konzertreihe durch mehrere Pflegeheime. Hintergrund ist, dass viele Heimbewohner die Zeit des Wirtschaftswunders als Jugendliche oder junge Erwachsene erlebt haben und mit der Musik vielleicht viel Schönes verbinden.

Ein Konzert im Pflegeheim könnte zu einer Reise durch persönliche Erinnerungen werden. „Wir haben letztes Jahr mal im Marienheim in Raeren aus freien Stücken gespielt“, erzählt Stephan Klinkenberg. „Die Leute waren total froh und es hat ihnen gut gefallen. Daraufhin hat Philippe die Idee gehabt, ein Fundraising-Konzert zu organisieren, bei dem ein bisschen Geld zusammen kommt, um unsere Unkosten zu decken. Acht Konzerte sind jetzt geplant in verschiedenen Seniorenheimen im Norden der DG. Wir haben jetzt erstmal im Norden angefangen, aber das kann sich natürlich später auch noch auf den Süden ausweiten.“

Das WirtschaftsWonder Orchestra gastiert am Sonntag, den 5. November, im Alten Schlachthof in Eupen. Beginn ist um 19 Uhr. Karten sind im Vorverkauf zum Preis von 20 Euro im Büro von Chudoscnik Sunergia (Rotenbergplatz 19) erhältlich. Der Eintritt an der Abendkasse kostet 23 Euro.

jp/mg

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