Vielstimmige Einheit: Födekam will mit flämischen und wallonischen Partnern Jugendnationalchor aufbauen

Im Sport gibt es Nationalmannschaften, die das ganze Land vertreten - und das auch im Nachwuchsbereich. Warum sollte so etwas nicht im Kulturbereich machbar sein? Um den Gesang zu fördern, will der Verband Födekam zusammen mit seinen Partner in Flandern und in der Wallonie einen Jugendnationalchor aufbauen.

Vielstimmige Einheit: Födekam will mit flämischen und wallonischen Partnern einen Jugendnationalchor aufbauenHochkarätige Probewochenden haben sie schon gemeinsam organisiert, die Förderer des Chorgesangs in den drei Gemeinschaften des Landes – im nächsten Jahr wird es übrigens eines in Ostbelgien geben. Nun wollen sie aber noch einen Schritt weiter gehen. „Es ist geplant, einen belgischen Jugendnationalchor zu gründen, der sich aus jungen Menschen zwischen 18 und 30 zusammensetzen wird, die aus den drei belgischen Gemeinschaft kommen werden“, erklärt Hedy Dejonghe, die für Födekam in der gemeinsamen Arbeitsgruppe sitzt.

Anspruch auf Qualität

Neben Födekam tragen die flämische Organisation „koor & stem“ und der französischsprachige Verband „A coeur joie“ das durchaus anspruchsvolle Projekt. „Wir werden vor allen Dingen auf die Qualität achten, weil wir einen sehr guten Chor aufbauen wollen, der auch eventuell den bestehenden Chören als Nachwuchsreservoir dienen soll, wie zum Beispiel dem Vlaams Radio Koor, der eingebunden ist in das Projekt“, so Hedy Dejonghe.

Und auch sonst baut die Zusammenarbeit auf starke Partner, „wie zum Beispiel Bozar, wo der Chor auch seinen Sitz haben wird, und das VAV&MA in Namur, das ‚Centre d’Art Vocal et de Musique Ancienne'“.

Begleitet wird die Arbeit des Jugendnationalchores von einem Musikrat mit Vertretern aus den drei Gemeinschaften. Für Födekam wird Rainer Hilger diesem Begleitausschuss angehören. Was die Leitung des Jugendnationalchores angeht, greift man auf eine Lösung aus dem Ausland zurück. „Den Chor dirigieren wird die niederländische Dirigentin Maria van Nieukerken. Sie hat schon mit einigen professionellen Chören zusammengearbeitet und auch den niederländischen Studentenchor geleitet – eine Frau, die sich in diesem Bereich sehr gut auskennt, vor allem was Projektchöre angeht und sie hat schon sehr viel mit Jugendlichen gearbeitet“, so Rainer Hilger.

Vorsingen Anfang April in Brüssel

Fehlen nur noch die jungen Sängerinnen und Sänger. Die sollten schon gewisse stimmliche und gesangstechnische Voraussetzungen mitbringen, sagt Rainer Hilger, und vor allen Dingen die Bereitschaft, sich weiterentwickeln zu wollen. Bewerbungen nehmen die Verbände ab sofort entgegen. Das Vorsingen ist Anfang April in Brüssel angesetzt. „Es wird ein Pflichtwerk zu singen sein und ein Stück, das jeder Teilnehmer aussuchen kann“, sagt Hilger dazu.

Insgesamt 24 Sängerinnen und Sänger soll der Jugendnationalchor zählen, mit Reservebesetzungen für jede Stimme. Diejenigen, die ausgewählt werden, verpflichten sich für zwei Jahre. Auf dem Programm stehen jährlich drei Probewochenenden und eine Probewoche im Sommer. Zum Abschluss lässt der Chor dann jeweils hören, was er kann – „und zwar in den drei Gemeinschaften. Das soll abwechselnd gehen, dass ein Konzert einmal bei den Flamen, einmal bei den Wallonen und einmal in der DG stattfinden wird“, erklärt Hedy Dejonghe.

Man weiß auch schon, wie das Kind heißen soll. „Die Arbeitsgruppe hat sich auf den Namen festgelegt: ‚BE Vocal‘, das BE auch für ‚Belgien‘ und ‚vocal‘ eben für Stimme oder Chorgesang“, so Rainer Hilger.

Stephan Pesch - Bild: OstbelgienFestival

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