Paola intim: Königin blickt offenherzig auf ihr Leben zurück

Es ist fast schon historisch. Zum ersten Mal hat sich eine belgische Königin in aller Intimität einer Fernsehkamera anvertraut. An diesem Freitag zeigt die RTBF die Dokumentation mit dem Titel "Paola, côté jardin". Es sind die Geständnisse einer Königin, aber vor allem die einer Frau.

Königin Paola (v)

Königin Paola (v)

Bei dieser Dokumentation über Königin Paola spricht man von einem außergewöhnlichen Zeitdokument, das dank der besonderen Verbindung zwischen dem Regisseur und Dokumentarfilmer Nicolas Delvaulx, König Albert und Königin Paola im Laufe der zweijährigen Dreharbeiten möglich geworden ist. Es ist auch von einer Art Testament die Rede. Königin Paola ist immerhin schon 84 Jahre alt, König Albert sogar 87.

Langjährige Eheprobleme

Es soll keine Tabus gegeben haben. Tatsächlich sind auch die langjährigen Eheprobleme von Paola und König Albert angesprochen worden. Das Interessante ist, dass nicht nur sie sich dazu äußert, sondern auch ihre Kinder Prinz Laurent, Prinzessin Astrid und ebenso König Philippe.

Auf jeden Fall erklärt Paola, wie es aus ihrer Sicht dazu gekommen ist, dass sie und der damalige Prinz Albert sich über Jahre hinweg entfremdet haben. Man hört, was alles schief gelaufen ist in ihrer Ehe. Paola sagt, dass sie eigentlich eine unvollendete Jugend hatte, die zu diesen Problemen geführt hat – dass sie noch zu jung gewesen seien, alles zu tragen.

Paola war damals 20 Jahre alt, als sie in Belgien empfangen worden ist. Eine einfache Frau, die plötzlich der größte Star in Belgien war, davor aber einfach das Fräulein Ruffo, das dann plötzlich eine Hoheit wurde. Sie rückten in den Vordergrund. Das sei dem Paar zu viel gewesen und habe sie auseinander wachsen lassen.

Abwesend als Eltern

Bemerkenswert ist auch, wie König Albert darüber spricht, wie abwesend sie beide als Eltern waren. König Albert erklärte, dass er selbst sehr streng erzogen worden sei und seinen Sohn auch so erziehen wollte. Irgendwann haben ihm Ärzte gesagt, dass sein Sohn Philippe daran zugrunde geht. Seine Reaktion sei damals dann auch falsch gewesen. Er habe sich dann gar nicht mehr um den Sohn gekümmert. Er habe sein Interesse an seinem Sohn verloren. Das sind doch heftige Worte, wenn ein Vater so etwas über seinen Sohn sagt.

König Philippe, der in dem Dokumentarfilm mit seinen Eltern in einem Album mit Kinderfotos blättert, versucht aber das Positive hervorzuheben, auch wenn die Jugend nicht einfach war. Man kann in der Doku sehen, wie König Philippe feuchte Augen bekommt.

Man kann sagen, dass eine nicht ganz durchschnittliche Familie doch ihre ganz normalen Familien- und Eheprobleme hat. Es ist ein intimes Zeugnis einer Familie, vor allem von Paola.

Leidenschaft fürs Gärtnern

Man erfährt natürlich auch banalere Dinge. Als Leidenschaft hat sie die Gartenarbeit für sich entwickelt. Eine gute Köchin soll sie auch sein. Die Enkelkinder sagen „Bei Nonni isst man gut!“. Aber irgendwie ist das auch von einer gebürtigen Italienerin zu erwarten.

Die RTBF zeigt die intime Dokumentation über Königin Paola am Freitag um 20:23 Uhr. Auch die VRT zeigt die Dokumentation an diesem Sonntag. Sie ist auch in der Auvio-Mediathek der RTBF zu finden.

rtbf/mz