„The Queen’s Gambit“: Netflix-Serie sorgt für Schachbegeisterung

Auf dem Streamingdienst Netflix sorgt eine neue Serie seit einem Monat für Furore. Bei "The Queen's Gambit" (Das Damengambit) spielt Schach eine große Rolle. Die Serie beruht auf dem gleichnamigen Roman von Walter Tevis und hat bei Schachspielern und auch bei Nicht-Schachspielern begeisterte Reaktionen hervorgerufen.

Schachspiel (Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / IgorVetushko)

Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / Igor Vetushko

Die Serie „The Queen’s Gambit“ geht offenbar durch die Decke. Netflix hat mitgeteilt, dass der Siebenteiler mit Anya Taylor-Joy in der Hauptrolle den Rekord der bislang erfolgreichsten Miniserie auf Netflix übertroffen hat. In den ersten 28 Tagen haben den Angaben nach 62 Millionen Haushalte die Geschichte um das Schach spielende Waisenmädchen Beth Harmon gestreamt.

Die (fiktive) Geschichte handelt vom Leben eines Wunderkinds , das entschlossen ist, die beste Schachspielerin der Welt zu werden. Auf dem Weg zu ihrem Traum kämpft sie aber mit einer Alkohol- und Drogenabhängigkeit. Die Geschichte spielt in den 50er und 60er Jahren, was die Sache in einer Macho-Kultur – die auch im Schachsport vorhanden war – nicht einfacher macht.

Die Geschichte kommt offenbar nicht nur in den USA gut an. Die Serie erreichte die Top Ten der meistgesehenen Serien in 92 Ländern. In 63 Ländern steht oder stand die Serie sogar auf Platz eins der beliebtesten Serien. Aber auch das Buch, auf dem die Geschichte basiert, ist 37 Jahre nach Erscheinen wieder gefragt. Es hat schon einen Platz auf der New York Times Bestsellerliste erobert.

Dazu kommt: Die Leute lesen nicht nur oder schauen die Serie. Sie hat auch dazu geführt, dass viele Menschen selbst mit dem Schachspielen beginnen. Google gibt an, dass der Suchbegriff „wie spiele ich Schach“ in den letzten zehn Jahren noch nie so oft eingegeben wurde wie zurzeit.

Nachfrage bei den Schachclubs

Und auch Schachclubs, die im Moment wegen der Corona-Maßnahmen geschlossen sind, spüren die Wirkung der Serie. Ein Verantwortlicher eines flämischen Schachclubs sagte der VRT, dass die Nachfrage nach Online-Lektionen in den letzten Wochen gestiegen ist.

Beim Club Rochade Eupen-Kelmis hat bislang nur eine Person angerufen, die wegen der Serie Interesse an Schach gewonnen hat. Aber laut Jugendkoordinator Raphael Sproten habe es schon vorher im Lockdown ein wachsendes Interesse gegeben. Viele Jugendliche hätten sich mit der Absicht gemeldet, Mitglied im Verein zu werden – so viele, dass der Verein sich laut Sproten schon fragt, wie er das auffangen kann.

Ein Schachspielausstatter aus Flandern hat der VRT gesagt, dass auch die Nachfrage nach Schachbrettern seit dem zweiten Lockdown deutlich gestiegen ist – so sehr, dass die Hersteller nicht mehr folgen können. Da heißt es sogar, dass alles ausverkauft sei und dass frühestens Anfang 2021 wieder Schachbretter zu kaufen sind.

vrt/mz/km