Dieser Ort ist ganz einfach magisch, sagt Sabine Mertes. "Das ist ein sehr stiller, wunderschöner Ort mit den Linden, ein Ort, an dem man sich einfach wohlfühlt. Und das Häuschen ist einfach prädestiniert für Kunst", stimmt ihr Anita Knauf zu.
Das alte Häuschen steht in Wiesenbach neben der St.-Bartholomäus-Kapelle, einem denkmalgeschützten Kulturerbe des St. Vither Landes. Es war früher mal eine Einsiedelei, später Gemeindebüro von Lommersweiler und dann Atelier des Künstlers Helmut Breuer. Er trieb die Renovierung voran und setzte sich für die künstlerische Bestimmung des kleinen Hauses ein.

Heute nutzen es vier Eifler Künstlerinnen als gemeinsames Atelier. Irene Kohnen schätzt das sehr: "Das ist ein wichtiger Ort, weil wir uns hier zu vier Frauen regelmäßig treffen, und das inspiriert, weil wir dann über Kunst und über das Leben sprechen, und jeder arbeitet dann für sich."
Als Künstlergruppe ISAC haben sie sich vor fünf Jahren zusammengetan. Das Kürzel setzt sich aus den Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen zusammen: Irene Kohnen, Sabine Mertes, Anita Knauf und Christa Heinen. Anfangs trafen sie sich in ihren Wohnzimmern. Heute ist die Einsiedelei in Wiesenbach ihr Rückzugsort und Treffpunkt. Christa Heinen mag die besondere Atmosphäre. "Ich habe auch gerne, dass wir Austausch haben. Man bestärkt sich gegenseitig in dem, was man tut", sagt sie.
Dabei arbeiten sie sehr verschieden, mit unterschiedlichen Materialien und Techniken. Christa Heinen kreiert Collagen, Drucke und Tonarbeiten. "Ich mag kleine Tiere, kleine Dinge, einfach eine freundliche Welt, das ist was ich mag."
"Und ich mag das Lyrische", sagt Irene Kohnen, "das Poetische. Es geht um Licht, um das Jetzt, den Augenblick, und den nehme ich aus der Natur, wo sich das Licht immer verändert." Dabei malt sie gerne mit Acrylfarben und Ölpastell.
Ganz anders die Textilkunst von Sabine Mertes. Sie bevorzugt natürliche Materialien wie Sisal. Dieses Mal hat sie sich vom Gast ihrer Ausstellung inspirieren lassen. Josef Dries gibt weggeworfenem Schrott neues Leben, schweißt, schmirgelt und feilt alte Eisenteile zu Fantasiefiguren.
Sabine Mertes schöpft auch was aus dem Alltag. "Putzschwämmchen oder jede Menge Knöpfe, Filzbälle für den Trockner, und daraus habe ich wie Josef aus seinem Schrott wieder ein neues Objekt kreiert. So hat er mir Inspiration für diese Ausstellung gegeben."
Anita Knauf hat das Spielerische der Figuren von Josef Dries besonders gut gefallen: "Er hat betont, dass seine Arbeiten aus Wegwerfmaterial gemacht worden sind. Das habe ich aufgegriffen, und so sind meine Arbeiten aus Wellpappe oder kaputten Zollstöcken."
Ob sein lebendiger Schrott Kunst sei, stellt Josef Dries selbst in Frage: "Meine Sachen sind sehr spontan, zufällig. Ich habe es eher mit dem Groben. Der lebendige Schrott, das sind tatsächlich Zufallsdinge, die irgendwo unter der Werkbank lagen, geschenkt wurden oder herum lagen. Dann kamen Ideen, und sie wurden zusammengebaut."
Seine Arbeiten in der Eremitage auszustellen, war ein Herzenswunsch von Josef Dries. Den haben die vier Künstlerinnen der ISAC-Gruppe gerne erfüllt - war er es doch, der zusammen mit dem verstorbenen Künstler Helmut Breuer diesen besonderen Ort zu einem Ort der Kunst machte, und: "Weil er auch ein besonderer Mensch ist. Er gehört hier dazu", finden die Künstlerinnen.
Die Ausstellung in der Einsiedelei Wiesenbach neben der Kapelle St. Bartholomäus ist geöffnet am 24. sowie 30. und 31. Mai, jeweils von 14 bis 18 Uhr.
Michaela Brück











