"Robert Capa hat in seinen Bildern gezeigt, wie brutal der Krieg ist. Er hat die menschlichen Folgen von Gewalt gezeigt, von Angst und Verlust und vor allem die Verletzlichkeit des Menschen. Die Soldaten wurden nicht als Helden dargestellt, sondern als Individuen, die Angst vor dem Krieg haben, vor dem Verlust ihres Lebens und ihrer Familien."
Nina Mika-Helfmeier ist beeindruckt von Capas Werk. 70.000 Aufnahmen hat er hinterlassen. 110 davon hat sie für die Ausstellung in Monschau ausgewählt. Hinzu kommen Zeitdokumente und Reproduktionen bekannter Zeitschriften, für die Capa gearbeitet hat.
Obwohl die Aufnahmen 70 Jahre und älter sind, hätten sie nichts an Aktualität verloren: "Die Mütter, die um ihre Männer und Söhne weinen. Kinder, die Angst vor dem Krieg haben. Jugendliche, die in Sizilien kurz vor Kriegsende von der Gestapo erschossen werden. Sodass wir einfach betroffen sind und nachdenken über das schreckliche Ereignis, das der Krieg ist."
Robert Capa wurde als Endre Friedmann in einer jüdischen Familie in Budapest geboren und emigrierte später in die USA. Zwischen 1936 und 1954 dokumentierte er mit der Kamera historische Ereignisse, vor allem Kriege. Dabei war es ihm wichtig, so nah wie möglich am Geschehen zu sein und die Schrecken des Krieges zu zeigen. "Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, dann bist du nicht nah genug dran", war seine Haltung.
Er war aber nicht nur Reporter, sondern auch Künstler, betont Nina Mika-Helfmeier. "Seine Arbeiten sind perfekte Kompositionen, die Geschichten erzählen, aber auch eine starke politische Aussagekraft haben. Er hat fast ausschließlich im Auftrag für namhafte Magazine wie Time, Vu, Life oder Picture Post gearbeitet. Dadurch war er auch einem ganz anderen Publikum bekannt. Er hat sich selbst als Kriegsjournalist, als Fotojournalist verstanden."
Zwei Jahre lang hat sich Nina Mika-Helfmeier intensiv mit Robert Capa beschäftigt, um die Ausstellung vorzubereiten. Dabei ist sie auch auf Briefe von Weggefährten gestoßen. "Unter anderem Briefe von John Steinbeck und Henri Cartier-Bresson. Sie haben ihn als charmant und draufgängerisch bezeichnet. Er war großzügig, scharfsinnig, humorvoll und vor allem mutig - und er verachtete jegliche Heuchelei."
Robert Capa wurde nur 40 Jahre alt. Er starb 1954 während des Indochina-Krieges in Vietnam, als er eine Antipersonenmine fotografierte. Die letzte Aufnahme ist ebenfalls in Monschau zu sehen.
Sein Nachlass wird vom International Center of Photography (ICP) in New York verwaltet, dem ebenfalls die Aufnahmen aus Monschau und aus einer zeitgleichen Ausstellung in Paris zugeordnet werden. Gelegenheit, die Bilder im Kuk in Monschau zu sehen, gibt es noch bis zum 3. Mai.
Michaela Brück

