65 Künstler aus allen Teilen der Erde zeigen in Bozar, wie sie mit dem Thema "Schönheit" in ihrer Kunst umgehen: die Schönheit eines menschlichen Körpers, die Schönheit eines Gesichts, von Haaren, Beinen, Brüsten, Fingernägeln und Händen. Schönheit in grellen Farben der Werbung oder in schlichtem Schwarz-Weiß. Mal nackt, mal angezogen, mit Schlamm bedeckt. Und meistens stimmt irgendetwas in diesen dargestellten Schönheiten nicht mit dem überein, was wir uns allgemein unter schön vorstellen. Das wird dem Besucher schnell klar, und das ist genau so beabsichtigt.
"Ich habe vorgeschlagen, etwas Kritisches zu machen in Bezug auf die aktuelle Obsession der Bilder und den Druck der Gesellschaft, Schönheitsidealen zu entsprechen", erzählt die Kuratorin der Ausstellung, Christel Tsilibaris, im Gespräch mit dem BRF. Es geht also um die heutige Zeit und wie wir heute mit dem Thema Schönheit umgehen. "In unserer heutigen Gesellschaft muss man im Allgemeinen schlank und jung sein, um als schön zu gelten. Man muss immer in einer optimierten Version seiner selbst sein. Und der Druck dazu ist enorm."

Dass es auch anders geht, das möchte die Ausstellung zeigen. "Sie versucht, das Verständnis zu öffnen für das, was schön ist. Und nicht zu sagen: Alles was schön ist, ist jung und schlank", sagt Christel Tsilibaris.
Die ausgestellten Werke sind alle modern-zeitgenössisch, stammen aus der Zeit ab den 1970er Jahren bis heute. Gemälde sind dabei kaum zu sehen, Fotos, Fotomontagen, Videos und Filme beherrschen die Ausstellung - und auch das ist gewollt und entspricht dem Thema. "Es besteht eine große Verbindung zwischen einem Fotoapparat und dem Konzept von Schönheitsidealen. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, vor allem Künstler auszustellen, die mit Kamera und Film arbeiten."
Ganz Unterschiedliches kann der Besucher entdecken. Ein Hochzeitsfoto aus den frühen 1970er Jahren, Werbefilme und -fotos für Kosmetika, weibliche Teenies, die in Bikini-Posen auf scrollenden Smartphone-Bildern zu sehen sind. In einem Film massieren Hände in Großaufnahme verschiedene Körperteile, in einem Video wischt sich eine Frau Schminke an einer Glasscheibe ab, auf einem Foto steht ein junges Modell in Badeanzug nicht ganz perfekt - so hat es den Eindruck - an einem Strand.
Schönheit in verschiedenen Facetten eben - als Alternative zu einem Ideal. Das will die Ausstellung zeigen, und das macht sie auch in kurzweiliger Form.
Die Ausstellung "Picture Perfect" im Brüsseler Museum Bozar ist noch bis zum 16. August zu sehen.
Kay Wagner





