So hat das Innere der Lütticher Kirche Saint-Jacques wohl noch niemand gesehen. Mal grell und knallig, mal warm und wohlig, mal anmutig und mal voller Bewegung - die Macher von "Le Secret" tauchen das historische Gotteshaus in allerlei Farbtöne und Formen.
Mehr als ein Jahr haben die Vorbereitungen gedauert. Am Freitag ist Premiere, dann gibt es bis zum 22. Februar täglich zwei Vorstellungen von rund 40 Minuten, jeweils um 19 und um 20 Uhr. Fast das gesamte Kirchenschiff dient dabei als Projektionsfläche für die ausgefeilte Lichttechnik - und als Klangkörper für die musikalische Begleitung sowie die Erzählung.
Im Mittelpunkt steht dabei Arthur, gespielt von Michel Lorquet. Unterschlupf sucht er in der Kirche Saint-Jacques und entdeckt Stück für Stück Etappen und Episoden aus der Geschichte des Gebäudes, der Stadt Lüttich und der Region - wohlgemerkt im Zwiegespräch mit der Kirche selbst!
Die Vorführungen bieten die Möglichkeit, "diesen wunderschönen Ort, eine der schönsten Kirchen Belgiens, zu entdecken", sagt Benoit Meurens, einer der Macher von "Le Secret". Die Architektur des Bauwerkes solle durch die Vorstellungen hervorgehoben werden, betont er.
"Die Kirche eignet sich sehr für diese Art von Konzeption, weil es hier eine Vielzahl von Details gibt, die es uns ermöglicht haben, dieses Konzept auszuarbeiten und diese Bilder präzise zu gestalten", sagt Meurens. "Diese Kirche gehörte damals zu einer Abtei. Und in dieser Abtei haben sich viele Dinge ereignet, die für das Leben des Fürstbistum Lüttich und der Stadt Lüttich von Bedeutung waren", erläutert er.
60 Personen arbeiteten an der Planung und Umsetzung von "Le Secret". Michel Lorquet alias Arthur steht dabei im Mittelpunkt. Die schauspielerische Herausforderung sei, ganz genau auf das abgestimmt zu sein, was um ihn herum geschehe, seien es die Projektionen, die Klänge oder die Handlungen, sagt Lorquet.
"Es ist immer toll, bei einem Projekt an den Punkt zu kommen, wo die Kirsche auf die Torte gesetzt wird und bei den Vorstellungen das Publikum vor sich zu haben", erklärt der Schauspieler. Am Freitag ist es so weit.
Moritz Korff


















