Tanja Mosblech und Andrea-Radermacher-Mennicken sind Ostbelgiens Künstlerinnen des Jahres 2020

Tanja Mosblech und Andrea Radermacher-Mennicken hatten sich mit einem Gemeinschaftsprojekt beworben und konnten die unabhängige Jury von sich überzeugen.

Isabelle Weykmans (M.) mit den Künstlerinnen Tanja Mosblech und Andrea-Radermacher-Mennicken (Bild: Kabinett Isabelle Weykmans)

Isabelle Weykmans (M.) mit den Künstlerinnen Tanja Mosblech und Andrea-Radermacher-Mennicken (Bild: Kabinett Isabelle Weykmans)

„Künstlerinnen Ostbelgiens 2020“: So dürfen sich Tanja Mosblech und Andrea Radermacher-Mennicken ab sofort nennen. Das Künstler-Duo hat alle Mitglieder der Jury mit ihrem „Hyperbild-Projekt“ überzeugt. Tanja Mosblech ist glücklich, den Preis in diesen schwierigen Zeiten zu erhalten.

Bereits im März war die Suche nach einem Nachfolger für den Preisträger Paul Pankert gestartet. Die damaligen Bewerberinnen haben sich gemeinsam Gedanken gemacht, wie sie ihre Ideen künstlerisch umsetzen können.

Das Preisgeld von 5.000 Euro investieren die Künstlerinnen in ihr Material und die Präsentation des Werkes. Dabei nutzen sie völlig unterschiedliche Techniken.

Den Projekttitel „Hyperbild“ haben die Künstlerinnen vom Begriff Hypertext abgeleitet. Im Internet sind die Texte mit einer Fülle an anderen Texten, Bildern und Dateien verlinkt, erklärt Andrea Radermacher-Mennicken: „Der Hypertext verleitet uns dazu, Sprache nicht mehr linear zu gebrauchen, besonders bei der Lektüre, sondern dass wir uns sehr leicht ablenken lassen, wenn wir nach einem Thema suchen, von Links, die uns schnell zu anderen Themen bringen. Dann haben wir uns die Frage gestellt, wie das mit Bildern ist und ob das auch mit Bildern funktioniert. Kann man ein Bild, wenn man es sieht, „verlinken“ mit einem anderen Bild?“

Begonnen hat die Arbeit mit einem Text, den Andrea Radermacher-Mennicken ausgesucht hat. Ihre Kollegin erschafft dazu ein Bild, wobei Bilder sehr vielfältig sein können: „Wenn wir von Bildern sprechen, dann meinen wir nicht nur Malerei und Zeichnung, sondern im Grunde genommen alle möglichen Bildformen der Zeitgenössischen Kunst. Das kann ein Objekt sein, das können bewegte Bilder sprich Video sein. Das kann Fotografie oder selbst auch ein Klangbild sein.“

Dreh- und Angelpunkt des Schaffens ist der Dialog. Damit die Künstlerinnen ihre Kreativität entfalten können, darf dieser Austausch nie vorhersehbar sein, so Andrea Radermacher-Mennicken weiter: „Man gibt einen Anstoß, der andere Künstler nimmt diesen Anstoß auf. Der eine Künstler weiß ja nicht, wie der andere meine Idee verarbeiten wird. Hier ist eine gewisse Ungewissheit im Spiel und das erlaubt natürlich auch eine Weiterentwicklung und hält das ganze Projekt sehr spannend.“

Die Preisträgerinnen haben ihre Vorstellungen und doch sind sie offen für das, was da entsteht. Wie heißt es schon im Volksmund „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt“.

mitt/cs/vk

Kommentar hinterlassen
Keine Kommentare
Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150