Spa erfindet Tourismus mit Fotowettbewerb in der Coronazeit neu

Keine Francofolies, ein eingeschränktes Theaterfestival, ein Formel-1-Rennen ohne Zuschauer: Auch die Stadt Spa musste und muss in diesem Sommer den Tourismus neu erfinden. Und das hat sie - ganz aktuell mit einem Fotowettbewerb.

Pfeiler in der Fotoausstellung in Malmedy (Bild: Pierre Ghyssens/Veranstalter)

Pfeiler in der Fotoausstellung in Spa (Bild: Pierre Ghyssens/Veranstalter)

Thematische Spaziergänge zum Thema Wasser oder die Miró-Ausstellung am Pouhon Pierre le Grand, dem größten Brunnen der Stadt – all das bietet Spa. Doch ohne das international bekannte Musikfestival Francofolies fehlte den Stadtverantwortlichen von Spa etwas.

Und so lobten sie einen Fotowettbewerb aus, der das Herz der Stadt zusätzlich beleben sollte. Amateurfotografen wurden aufgerufen, ihre besten Bilder zum Thema „Spa 2020“ einzureichen. Über 200 folgten dem Ruf. Eine Resonanz, die die Veranstalter überrascht hat, sagt Michel Christiane, der die Idee zu der Initiative hatte.

„Wir hatten mit etwa 30 Fotos gerechnet. Zu unserem großen Erstaunen waren es letztlich mehr als 200. Es waren übrigens auch zwei oder drei Hobbyfotographen aus der deutschsprachigen Region darunter.“

Die große Mehrheit der Einsendungen stammte von Fotografen aus dem Raum Spa/Verviers. Es waren auch Menschen aus Brüssel oder Wallonisch-Brabant dabei, die Spa mit dem Vorhaben besucht haben, ein Fotomotiv zu suchen und an dem Wettbewerb teilzunehmen.

So gibt es ein schwarz-weißes Panoramabild, das Annette und Lubin vom Hügel aus aufgenommen haben. Ein weiteres Motiv erinnert an die Vergangenheit von Spa und spiegelt sich in einer modernen Glasstruktur. Unter allen eingesendeten Fotos wählte eine Jury aus professionellen Fotografen 15 aus. Keine leichte Aufgabe, wie sich zeigte. Die Qualität der Bilder war so exzellent, dass Initiator Michel Christiane die auserwählten Bewerber anrufen musste, um sich zu vergewissern, dass diese tatsächlich nur in ihrer Freizeit Fotos machen.

Seit dem Wochenende hängen die 15 Fotos auf großen Leinwänden in der Stadt. Gedruckt wurden diese übrigens in einem Betrieb aus Kelmis. Wer will, kann am Touristinfo am Pouhon Pierre Le Grand einen Streckenplan abholen. Auf einer Route von etwa anderthalb Kilometern, die hauptsächlich autofrei ist, können die Besucher von Leinwand zu Leinwand spazieren und am Ende ihre drei Lieblingsfotos bestimmen.

Der Gewinn wird einen Bezug zur Stadt Spa haben, so Michel Christiane. Die 15 Bewerberfotos sind bis Ende August ausgestellt. Dann wird der Sieger ermittelt.

Pyramiden in der Fotoausstellung in Spa (Bild: Pierre Ghyssens/Veranstalter)

Pyramiden in der Fotoausstellung in Spa (Bild: Pierre Ghyssens/Veranstalter)

Judith Peters